10. Februar 2012 · Gerechte Chancen · Zukunft Ehrenamt

Chancen zur Geschlechtergerechtigkeit in landwirtschaftlichen Gremien vertan

„Mit der Ablehnung einer Frauenquote im Rahmen der Neuorganisation der landwirtschaftlichen Sozialversicherung wurde eine große Chance vertan, die paritätische Besetzung der Gremien bereits in der Phase der Listenerstellung gesetzlich zu verankern“, kommentiert Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv), den gestrigen Bundestagsentschluss zum LSV-Neuordnungsgesetz.

Die breite überfraktionelle Diskussion vor der Abstimmung zeige jedoch deutlich, dass die Frage nach angemessener Beteiligung von Frauen in den LSV-Gremien kein Randthema mehr ist und endlich angegangen werden muss. Enttäuschend sei, dass die vom Deutschen LandFrauenverband eingebrachte Forderung nach einer gesetzlichen Vorgabe zur Beteiligung von Frauen an den Führungs- und Entscheidungsprozessen der Sozialversicherung nicht umgesetzt worden ist. Dabei sei der Handlungsbedarf groß: Nur knapp 20 Prozent der gewählten Vertreter sind Frauen. In den LSV-Vorständen sind Männer sogar fast unter sich. Nur 12 Prozent sind Frauen. Von einer repräsentativen Vertretung der Frauen könne also keine Rede sein. „Der Deutsche LandFrauenverband bleibt an diesem Thema dran“, betont die dlv-Präsidentin. „Die fehlende Beteiligung der Frauen in den Sozialversicherungsgremien trifft nicht nur den landwirtschaftlichen Sektor. Für die kommenden Sozialwahlen 2017 ist aus Sicht des dlv eine generelle Änderung des Wahlrechtes im SGB IV unerlässlich, um dem Gleichstellungsgrundsatz zu entsprechen. Schon im Stadium der Listenaufstellung muss eine trägerbezogene Geschlechterquote gelten.“

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