13. März 2012·Kompetent im Alltag

BMELV-Studie zur Lebensmittelverschwendung

Anlässlich der heute von Bundesministerin Ilse Aigner vorgelegten Studienergebnisse über Lebensmittelabfälle in Deutschland erklärt die Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes, Brigitte Scherb:

„Die Studie zeigt, was wir längst befürchtet haben. Die Größenordnungen des Lebensmittelabfalls sind nicht tragbar. Es ist ganz offensichtlich, dass Preis und Wert von Lebensmitteln heute nicht mehr übereinstimmen. Zwei Drittel der Lebensmittelabfälle in Privathaushalten wären laut Studienergebnis vermeidbar. Das bedeutet, dass wir in der Verbraucherbildung nachlegen müssen. In zahlreichen Projekten, wie dem aid-Ernährungsführerschein haben die LandFrauen schon viel erreicht. Allein mit diesem Projekt konnten wir seit 2007 insgesamt 137.000 Schülerinnen und Schüler an die Grundlagen der Ernährung und Lebensmittelhandhabung heranführen. Wir wünschen uns von der Bundesministerin auch in Zukunft Unterstützung bei unserer Arbeit an den Schulen. Wir folgen dabei der Grundüberzeugung: Nur, wer mit Lebensmitteln umzugehen weiß, kann sie auch wertschätzen. Der Ausbau der Ernährungsbildung an Kindergärten und Schulen ist der richtige Ansatz. Solange es kein verpflichtendes Schulfach zur Vermittlung von Alltagskompetenzen gibt, ist diese Projektarbeit unverzichtbar.

Neben den Aufgaben in der Verbraucherbildung müssen wir aber auch die Lebensmittelherstellung, die Gemeinschaftsverpflegung und den Handel genauer unter die Lupe nehmen. Allein die Verantwortung auf den Verbraucher abzuwälzen, ist aus meiner Sicht zu kurz gegriffen, trotz der vorliegenden Ergebnisse. Der Deutsche LandFrauenverband wird am 27. März bei der Konferenz des Bundesministeriums dabei sein, um gemeinsam über die Studienergebnisse zu beraten und Lösungsansätze zu diskutieren. Dazu gehört auch, was wir mit Blick auf das Mindesthaltbarkeitsdatum tun können. Mit einer Aufklärungskampagne kann sicher viel erreicht werden. Es sollte aber auch darüber gesprochen werden, welche Möglichkeiten von Seiten des Gesetzgebers sinnvoll sind.

Die Bundesministerin hat die LandFrauen auf ihrer Seite, wenn es darum geht, das Thema „Lebensmittelverschwendung“ in die Fläche zu tragen. Dass der Bundestag einen überfraktionellen Antrag erarbeiten will und eine Expertenanhörung plant, ist ein positives Signal aus dem Parlament. Wir hoffen, dass diese Pläne schnell in die Tat umgesetzt werden.“

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