Deutscher LandFrauenverband https://www.landfrauen.info/rss.xml Unsere Meldungen als RSS-Feed de-de Deutscher LandFrauenverband https://www.landfrauen.info/rss.xml https://www.landfrauen.info/rss.xml TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Geschlechtergerechtigkeit endlich fest in Gemeinsamer Agrarpolitik verankern ]]> Deutscher LandFrauenverband fordert, Frauen in der neuen Förderperiode zu stärken

Berlin, 11.06.2021 – Obwohl die Trilog-Verhandlungen über die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) auf EU-Ebene noch keinen Abschluss gefunden haben, hat der Bundestag gestern zentrale Gesetze zur neuen Förderperiode verabschiedet. Die besondere Lage der Frauen in der Landwirtschaft wurde lediglich in einem Entschließungsantrag der Linken thematisiert. Die Erwartung der LandFrauenverbände in Deutschland ist groß, dass in der weiteren Umsetzung der GAP konkrete Frauen-Förderprogramme folgen. Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) fordert, dass das Thema Geschlechtergerechtigkeit in der weiteren Ausgestaltung der GAP auf Bundes- und Länderebene Eingang findet.

Eine nach wie vor völlig unzureichende Geschlechtergerechtigkeit der GAP kritisierte auch die Erste Vizepräsidentin des dlv, Juliane Vees, die am vorausgehenden Montag als Sachverständige in der öffentlichen Anhörung des Ausschusses Ernährung und Landwirtschaft im Deutschen Bundestag geladen war. „Damit die GAP erfolgreich sein kann, müssen die Fördermaßnahmen auch im Sinne der Frauen nachjustiert werden. Dafür müssen aktuelle Missstände erfasst, spezifische Bedarfe abgeleitet und entsprechende Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden. Das ist nicht nur ein Gebot der Fairness, sondern trägt auch dazu bei, das Potential der Frauen zur Entwicklung der ländlichen Räume nutzbar zu machen. Wir brauchen beispielsweise spezielle Förderprogramme im Bereich Beratung, Coaching und Qualifizierung, um Frauen in der Landwirtschaft für die immer komplexer werdenden Herausforderungen zu rüsten“, forderte Vees im Ausschuss.

Der EU-Verordnungsentwurf zum GAP-Strategieplan sieht erstmals die Verankerung der Geschlechtergerechtigkeit vor – und zwar im Ziel h, einem von insgesamt zehn Zielen. Der dlv rechnet fest damit, dass dieses im Rahmen des Trilogs nicht mehr herausverhandelt wird und bewertet das als einen wichtigen ersten Erfolg. „Das Thema Geschlechtergerechtigkeit ist endlich auch bei der EU-Kommission angekommen. Das Gleiche erwarten wir von den Parlamentarierinnen und Parlamentariern des Deutschen Bundestages sowie von den Verwaltungen von Bund und Ländern“, erklärt dlv-Präsidentin Petra Bentkämper.

Der dlv fordert, dass sich die Geschlechtergerechtigkeit nicht nur in einem von zehn Zielen wiederfindet, sondern sich durch die gesamte GAP zieht. Deutschland schneidet im EU-Vergleich besonders schlecht ab, wenn es um den Anteil der Leiterinnen landwirtschaftlicher Betriebe, Hofnachfolgerinnen oder Existenzgründerinnen geht. Auch in den ländlich-agrarischen Gremien sind Frauen in Deutschland deutlich unterrepräsentiert – aus dlv-Sicht lediglich mit verbindlichen Quoten regelbar.

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Thu, 10 Jun 2021 8:38:40 +0200 AktuellesLändlicher Raum
Hofgeschichten trotz Pandemie ]]> „Tag des offenen Hofes – digital“ gestartet

Gemeinsame Pressemitteilung von Deutscher Bauernverband, Bund der Deutschen Landjugend, Deutscher LandFrauenverband

Berlin, 27.05.2021 - Trotz Pandemie wollen viele Landwirtinnen und Landwirte nicht auf den Tag des offenen Hofes verzichten. Deutscher Bauernverband, LandFrauenverband und Landjugend haben sich daher gemeinsam für einen „Tag des offenen Hofes - digital“ entschieden. Am kommenden Wochenende vom 28. – 30. Mai laden die Verbände Verbraucherinnen und Verbraucher dazu ein, in den digitalen Netzwerken die Bauernhöfe zu besuchen. Zahlreiche Landwirtinnen und Landwirte erzählen in Videos ihre Hofgeschichten und informieren über die moderne Arbeitsweise der Landwirtschaft und das Leben auf den Höfen.

„Der Tag des offenen Hofes – digital ist für alle eine tolle Gelegenheit, zu erfahren, wie unsere hochwertigen, regionalen Lebensmittel produziert werden. Nutzen Sie dieses Wochenende, um sich persönlich ein Bild von der Landwirtschaft zu machen und von den Menschen, die ihre Nahrungsmittel erzeugen. Unsere Bäuerinnen und Bauern freuen sich auf Ihren digitalen Besuch“, mit diesen Worten ruft der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, zur Teilnahme auf.

Landjugend, LandFrauen und Landwirte haben bereits zahlreiche Videos produziert, die zeigen, wie Landwirtschaft tagtäglich gelebt wird. Kathrin Muus, Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) e.V.: „Zugänge zur Landwirtschaft vermitteln, ist wichtiger denn je. Das können wir auch mit dem Tag des offenen Hofes im kleinen oder digitalen Format. Er kann Verständnis schaffen: Verständnis für die Probleme, vor denen diejenigen stehen, die faire Entlohnung für Lebensmittel und ihren Dienst an der Landschaft brauchen. Aber eben auch umgekehrt. Diesen Dialog müssen wir führen, wann und wo immer es geht, damit weder die Vielfalt der betrieblichen landwirtschaftlichen Strukturen noch die nachhaltigen Betriebe auf der Strecke bleiben.“

Die Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes, Petra Bentkämper, ermutigt die Landwirtinnen und Landwirte, sich auch kurzfristig noch am Tag des offenen Hofes – digital zu beteiligen: „Geben Sie der Landwirtschaft am Tag des offenen Hofes ein Gesicht! Es ist die Gelegenheit, den Menschen unsere Höfe zu zeigen und dabei mitzuhelfen, dass die Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte die Wertschätzung bekommt, die sie verdient. Danke für Ihr Engagement!“

Für den „Tag des offenen Hofes - digital“ wünschen sich die Bauernfamilien in ganz Deutschland möglichst viele Besucherinnen und Besucher auf ihren Digitalkanälen und, wann und wo immer es Corona in den nächsten Monaten erlaubt, auch ein persönliches Treffen.  Der bundesweite „Tag des offenen Hofes“ wird alle zwei Jahre vom Deutschen Bauernverband, dem Bund der Deutschen Landjugend und dem Deutschen LandFrauenverband gemeinsam mit ihren Landesverbänden initiiert. Unterstützt wird er von der Landwirtschaftlichen Rentenbank.

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Thu, 27 May 2021 9:54:00 +0200 AktuellesLandFrauen und Landwirtschaft
Bundestagswahl 2021: LandFrauen wollen zukunftsfähige und geschlechtergerechte Politik für ländliche Räume ]]> Deutscher LandFrauenverband mit starken Forderungen zu den Bundestagswahlen

Zur Bundestagswahl 2021 fordert der Deutsche LandFrauenverband e.V. (dlv) die konsequente Umsetzung von Gleichstellung, eine zukunftsfähige Landwirtschaftspolitik, eine konsistente Förderung von Ehrenamt sowie die Durchsetzung gleichwertiger Lebensverhältnisse. „Unsere Gesellschaft steht vor herausfordernden Transformationsprozessen. Die neue Bundesregierung trägt die Verantwortung, zukunftsweisende Weichen zu stellen und politische Lösungen besonders auch für die ländlichen Räume anzubieten“, sagt Petra Bentkämper, dlv-Präsidentin. Ganz konkret fordert der dlv vor den Bundestagswahlen deshalb:

Geschlechtergerechtigkeit durch Repräsentanz, Verbandsklagerecht gegen die Lohnlücke, geschlechtergerechte Gesundheitspolitik
Um den Frauenanteil im Bundestag zu steigern und damit die Interessen von Frauen zukünftig besser zu repräsentieren, fordert der dlv die Einführung eines verfassungskonformen Paritätsgesetzes im Wahlrecht bei den Listen und Direktmandaten und erstmalige Anwendung bei den Bundestagswahlen 2025. Das Entgelttranzparenzgesetz muss durch die Einführung eines Verbandsklagerechts gestärkt werden, um die eklatante Lohnlücke in Deutschland zu schließen. Der dlv ist außerdem der Auffassung, dass geschlechtergerechte Sichtweisen in allen Bereichen des Gesundheitswesens, einschließlich Forschung und Wissenschaft, Berücksichtigung finden müssen.

Landwirtschaft der Zukunft: geschlechtergerecht, nachhaltig, anerkannt.
Der dlv verlangt von der nächsten Bundesregierung, die sozio-ökonomische und psychosoziale Lage für Familien zu verbessern sowie Hofnachfolgen zu sichern. Politik muss Frauen in der Landwirtschaft in ihren multifunktionalen Rollen fördern. Ein verstärkter Fokus auf Regionalität und Saisonalität trägt ebenso wie Agrarforschung und der Einsatz neuester Technologien zur Bewältigung der weitreichenden Herausforderungen im Natur-, Umwelt- und Klimaschutz bei.

Demokratie schützen, dialogfähig bleiben, gleichwertige Lebensverhältnisse endlich erreichen
Demokratiefeindlichkeit, Diskriminierung, Populismus und Rechtsextremismus verlangen stärker denn je ein gemeinsames, entschlossenes Vorgehen mit einer klaren Haltung. Der dlv bedauert die aktuelle Blockade der Union beim geplanten „Wehrhafte-Demokratie-Gesetz“. Um demokratiefeindlichen Personen entschieden entgegentreten zu können, sind niedrigschwellige und finanziell gut ausgestattete Programme zur Demokratieförderung auf dem Land erforderlich. Zur Erreichung gleichwertiger Lebensverhältnisse braucht es nach dlv-Auffassung eine geschlechtergerechte Ausgestaltung des Fördersystems für strukturschwache Regionen. Weiter hält es der dlv für notwendig, die Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) zur Gemeinschaftsaufgabe ländliche Räume weiterzuentwickeln, ohne dabei Kürzungen im Förderbereich Landwirtschaft vorzunehmen.

Ehrenamt rentenpolitisch anerkennen und entbürokratisieren
Damit ehrenamtliches Engagement eine tragende Säule der ländlichen Regionen bleibt, fordert der dlv zur Bundestagswahl 2021, Ehrenamtliche zu entlasten und Engagement in Form zusätzlicher Rentenpunkte aufzuwerten. Um Engagierte nicht auszubremsen, müssen bürokratische Hürden, beispielsweise bei der Antragstellung von Förderprogrammen, abgebaut werden. Darüber hinaus braucht es mehr Qualifizierungsprogramme, um ehrenamtliches Engagement zu fördern und Frauen für ehrenamtliche Ämter zu stärken.

Digitale Infrastruktur schaffen, Engagierte digital aufrüsten
Digitalisierung ist Daseinsvorsorge – und zwar für Stadt und Land. Deshalb braucht es eine Förderung Gigabit-fähiger Netze (ausschließlich Glasfaser) im Festnetzbereich. Dabei müssen die im ländlichen Raum typischen Rand- und Einzellagen beim Ausbau berücksichtigt werden. Ziel der neuen Bundesregierung sollte außerdem sein, Funklöcher und weiße Flecken zu beheben und einen Rechtsanspruch auf schnelles Internet, über das Mindestmaß von 30 Mbit/s hinaus, zu gewährleisten. Schließlich ist es Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass alle den Prozess der Digitalisierung mitgestalten können und die vielen Vereine der ländlichen Räume finanziell, materiell und ideell im Digitalisierungsprozess unterstützt werden.

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Thu, 20 May 2021 8:57:00 +0200 AktuellesGerechte Chancen
Die richtige Einstellung ist wichtig – Gründerinnen im ländlichen Raum brauchen Mut, Vorbilder und Unterstützung ]]> Dlv-Fachtagung „Selbst ist die Frau – erfolgreich gründen im zweiten Anlauf“ sammelt wichtige Erkenntnisse zur Gründung im ländlichen Raum

Berlin, 07.05.2021 – Um herauszufinden, warum Gründungen von Frauen im ländlichen Raum scheitern und wie man sie bei einem zweiten Gründungsversuch unterstützen kann, hat der Deutsche LandFrauenverband (dlv) gestern mit Expertinnen und Experten aus der Gründungsszene, LandFrauen und Vertreterinnen und Vertretern aus der Politik und Ministerien diskutiert. Die digitale Fachtagung „Selbst ist die Frau – erfolgreich gründen im zweiten Anlauf“ fand im Rahmen des gleichnamigen dlv-Projektes statt und machte deutlich: Für eine erfolgreiche Gründung ist die eigene Einstellung wichtig, aber auch passgenaue Beratungsangebote.

„Gründerinnen brauchen neben Vorbildern und guten Netzwerken viel Durchhaltevermögen. Und sie müssen sich ohne Scheu für ihre Leistungen auch angemessen bezahlen lassen“, sagt dlv-Präsidentin Petra Bentkämper. Thomas Fischer, Leiter des Referats Arbeitsmarkt im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) betont in seinem Grußwort: „Die Covid-19-Pandemie kann nicht davon ablenken: Digitalisierung, Demographie und Klimawandel verändern Wirtschaft und Arbeitswelt nachhaltig. Eine leistungsfähige und innovative Wirtschaft braucht deshalb nicht nur eine gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen in Führungspositionen, sondern auch mehr Existenzgründerinnen; denn das bedeutet mehr Ideen für moderne Dienstleistungen und Arbeitsplätze und mehr soziale Innovation.“

Damit eine berufliche Selbstständigkeit aber erfolgreich ist, brauchen Gründerinnen sowohl persönlich als auch institutionell mehr Unterstützung, so das Echo aus der Veranstaltung. Eine Online-Befragung, die der dlv durchgeführt hat, gibt dieser Einschätzungen recht. Fast 40 Prozent der Befragungsteilnehmerinnen haben angegeben, dass es ihnen bei ihrer Gründung an Rückhalt und Unterstützung durch den Partner gefehlt hat. Und: Mehr als die Hälfte hat keine Beratungsangebote für Gründerinnen genutzt, obwohl die Mehrheit bereits eine konkrete Geschäftsidee hatte. Als Gründe für die Aufgabe des Gründungsvorhaben wurden außerdem mangelndes Wissen, Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit und fehlender Mut genannt. Die gute Nachricht jedoch ist: Mehr als zwei Drittel können sich vorstellen, erneut zu gründen.

Welche Chancen die berufliche Selbstständigkeit besonders für Frauen im ländlichen Raum bietet, berichtet LandFrau Astrid Gerdes bei der Fachtagung. Nach Stationen im Gastronomie- und Hotelbereich leitet sie nun den Gamerschlagshof bei Xanten, einen Arche- und Lernbauernhof. Sie ist der Meinung, dass es Gründungsberaterinnen und -beratern oft an Praxisbezug und der richtigen Ansprache von Frauen fehlt. Aber mehr noch: „Damit eine Gründung gelingt, ist es wichtig, etwas zu tun, wofür man brennt“, so Gerdes.

Bei der Suche nach der richtigen Grundeinstellung kann ein Blick zu sogenannten „Superentrepreneuren“ helfen. Börsennotierte Unternehmerinnen und Unternehmer haben oft selbst mehrere Gründungsversuche, bevor sie erfolgreich sind. „Aber sie gehen davon aus, dass sie in der Lage sind, die Welt zu beeinflussen und die Zukunft zusammen mit anderen zu gestalten“, so Dr. Frauke Lange, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Female Entrepreneurship der Universität Oldenburg. Gründerinnen können diese Haltung lernen und auch die Gründungsförderung sei hier gefragt, die Frauen dabei zu unterstützen.

Neben der eigenen Grundeinstellung sei es wichtig, Mutmacherinnen zu finden, die über ihre eigene Gründungsgeschichte berichten, so die Einschätzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ein weiterer wichtiger Punkt für den Gründungserfolg: Scheitern müsse als Teil des Gründens und lehrreiche Erfahrung gesehen werden. Wichtig sei zudem, Netzwerkangebote zu nutzen, sowohl branchenübergreifend als auch branchenspezifisch, heißt es in der Kleingruppendiskussion.

Das Projekt „Selbst ist die Frau – Existenzgründung von Frauen im ländlichen Raum“ läuft noch bis Ende Juni 2021 und wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Die auf der Fachtagung vorgestellten Ergebnisse der dlv-Befragung zu Gründungsabbrecherinnen im ländlichen Raum werden in der Abschlussdokumentation des Projekts vorgestellt und sind dann hier einsehbar. Aktuelle Workshop-Termine der Gründungslotsinnen sind hier zu finden.

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Fri, 07 May 2021 10:57:23 +0200 NewskategorienAktuellesGerechte Chancen
Verbraucherinnen wählen — LandFrauen klären auf! ]]> Aktionstage 2021 des Deutschen LandFrauenverbandes starten mit Schwung

Berlin, 03.05.2021 – Mit einem digitalen Auftakt am vergangenen Freitag startete der Deutsche LandFrauenverband (dlv) seine bundesweiten Aktionstage. Im Jahr 2021 stehen diese unter dem Motto: Verbraucherinnen wählen — LandFrauen klären auf!

Schon bei der Eröffnung von dlv-Präsidentin Petra Bentkämper und Schirmfrau Christine Lambrecht, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, wurde deutlich, dass der Verband mit den Aktionstagen den richtigen Nerv trifft. Mit Blick auf das Ziel sagte dlv-Präsidentin Petra Bentkämper: „LandFrauen beziehen mit den Aktionstagen einmal mehr Stellung zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen im ländlichen Raum.“

In ihrem Grußwort betonte Bundesministerin Christine Lambrecht „Verbraucherinnen wählen — LandFrauen klären auf! Dieses Motto verrät sofort, worauf es ankommt. Es geht nicht um Bevormundung oder um luftige Theorie“, so Christine Lambrecht. „Es geht um konkrete Orientierungshilfe im Labyrinth des Verbraucherinnenalltags. Es geht darum, die Verbraucherinnenkompetenz zu stärken – gerade auch im ländlichen Raum.“

Im Anschluss diskutierten die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Hagl-Kehl, der Vorsitzende des Verbraucherzentrale Bundesverbands Klaus Müller sowie Jutta Kuhles aus dem dlv-Präsidium und LandFrauenGuide Angelika Holub-Salerno über Notwendigkeit und Chancen einer aufgeklärten Verbraucherschaft.

Ob es das Abschließen von Handyverträgen, die Rückerstattung nicht wahrgenommer Flugreisen oder die Stolpersteine beim Versicherungsvertrag sind, auch die Talkgäste gaben offen zu, im privaten Alltag vor den vielen Verbraucherfallen nicht immer gewahrt zu sein. Umso deutlicher wurde, wie wichtig es ist, Menschen hinsichtlich eines guten Verbraucherschutzes aufzuklären und frühzeitig mit der Verbraucherbildung zu beginnen. Alle Beteiligten waren sich einig, dass die Verbraucherrechte gestärkt und Wissenslücken geschlossen werden müssen. Zusammen mit den vielen engagierten LandFrauen, der Expertise der Verbraucherzentralen und mit Unterstützung des BMJV kann es gelingen, Menschen überall zu aufgeklärten Konsumentinnen und Konsumenten zu machen.

Ein weiterer Höhepunkt war die Preisverleihung des Ideenwettbewerbes zum Verbraucherschutz im ländlichen Raum. Die ausgezeichneten Projektideen der Landfrauengruppe im Bayerischen Bauernverband, des Thüringer LandFrauenverbandes sowie des LandFrauenverbandes Rheinland-Nassau, der gleich für zwei Ideen prämiert wurde, werden als Leuchtturmprojekte im Rahmen der Aktionstage in den kommenden Monaten umgesetzt. In ihrer Laudatio auf die Preisträgerideen sagte die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Hagl-Kehl: „Die Tatkraft der LandFrauen spiegeln die im Rahmen des Wettbewerbs eingereichten Vorschläge eindrucksvoll wider. Es wurden Projektideen eingereicht, die alle geeignet sind, Verbraucherinnen und Verbraucher auf dem Land vor Ort zu unterstützen und dazu beizutragen, dass sie selbstbestimmt durch den Verbraucherdschungel kommen.“ Petra Bentkämper, Präsidentin des dlv, hob hervor: „Verbraucherschutz macht Spaß und genau das ist die Motivation zur Beteiligung an diesem Ideenwettbewerb gewesen.“

Mit ihrem Projekt „Medienkompetenz für LandFrauen von LandFrauen“ wollen die bayerischen LandFrauen andere LandFrauen mit 20 Online- und Präsenzschulungen zum Thema Medienkompetenz für die digitale Welt fit machen. In Rheinland-Nassau bringt der LandFrauen-Bus als „rollende Bühne“ Verbraucherinformationen in die Region. Auf Marktplätzen, Schulhöfen und vor Supermärkten informieren LandFrauen und externe Fachleute mit Vorträgen, Quiz-Spielen und Umfragen über Verbraucherrechte. Das Projekt „Ich bin doch erwachsen?!“ vermittelt zusammen mit der offenen Jugendarbeit in Bad Neuenahr Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Grundlagen des Verbraucheralltags. Gemeinsam mit den Jugendlichen soll ein Spiel zum Einmaleins des Verbraucherwissens entwickelt und produziert werden. In Thüringen informieren Expertinnen und Experten der Verbraucherzentrale bei Public-Viewing-Veranstaltungen zu verschiedenen Themen des wirtschaftlich-rechtlichen Verbraucherschutzes. Die Veranstaltungen werden von LandFrauen organisiert und moderiert.

„Viele Menschen haben weiterhin in ihrem Verbraucheralltag das Bedürfnis nach mehr Schutz und Orientierung. Das ist auch einer der Punkte, der in unserer Umfrage sichtbar wurde“, motiviert Sibylle Klug, Mitglied im dlv-Präsidium, alle LandFrauen, sich mit Aktionen zu beteiligen. „Wer, wenn nicht wir als starke Kraft auf dem Land können viele Menschen erreichen?!“

Der gesamte Aktionszeitraum läuft vom 30. April 2021 bis 30. Oktober 2021. Weitere Informationen zu den Aktionstagen 2021 sowie den Veranstaltungen, die vor Ort geplant und durchgeführt werden, finden Sie auf der dlv-Webseite unter www.landfrauen.info/aktionstage und der Aktionslandkarte unter www.landfrauen.info/aktionslandkarte

Bereits zum fünften Mal werden 2021 die Aktionstage durchgeführt. Sie finden im Turnus von zwei Jahren jeweils unter einem neuen Motto und zivilgesellschaftlich relevantem Thema statt, erreichen viele Menschen und sind ein aktiver Beitrag zur Gestalteng der ländlichen Räume. Das ehrenamtliche Engagement und die starke Kraft von LandFrauen werden dabei bundesweit sichtbar und erlebbar.

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Mon, 03 May 2021 6:45:00 +0200 AktuellesKompetent im AlltagLändlicher Raum
Mit Graue-Flecken-Förderprogramm bleibt Flickenteppich ]]> Die neue Förderrichtlinie des Bundes zur Breitbandförderung bringt Erweiterungen, ist jedoch für schwer erschließbare Einzellagen unzureichend

Berlin, 28.04.2021 — Kurz vor dem Ende der Legislaturperiode schafft die Bundesregierung mit der Auflage der neuen Graue-Flecken-Förderrichtlinie endlich das zentrale Instrument, um den Glasfaserausbau insbesondere auf dem Land voranzubringen.

„Unmissverständlich: Diese Richtline hat viel zu lange auf sich warten lassen und ist längst überfällig“, sagt Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv). „Wir erwarten, dass mit einem Fördertopf von insgesamt 12 Milliarden Euro seit Beginn der Bundesförderung und dem nun vorliegenden Förderrahmen schon bald ein Großteil der Haushalte auf dem Land über Glasfaseranschlüsse verfügen wird. Es ist jetzt an Bund, Ländern und Kommunen, im Sinne eine Gesamtstrategie für einen flächendeckenden und lückenlosen Glasfaserausbau auf dem Land zu sorgen, soweit der Förderrahmen das zulässt“, erklärt Petra Bentkämper.

Der dlv appelliert an Politik, Wirtschaft und Verwaltung, derzeit noch bestehende Hemmnisse zu überwinden.

Landwirtschaftliche Betriebe zählen unabhängig von der Beschäftigtenzahl mit der neuen Förderrichtlinie zu den sogenannten förderfähigen sozioökonomischen Schwerpunkten. Dies begrüßt der Deutsche LandFrauenverband ausdrücklich.

Als völlig unzureichend bewertet der dlv jedoch die Regelungen für schwer erschließbare Einzellagen. „Verlautbartes Ziel der Bundesregierung ist es, gleichwertige Lebensverhältnisse zu erreichen. Sie hätte mit Blick auf Einzelhoflagen weitreichendere Regelungen treffen müssen. Betroffene Familien und Betriebe, die in Einzelhoflagen leben, wollen und können sich nicht mit zweit- oder gar drittbesten Lösungen — wie dem Internet über Satellit oder Richtfunk — zufriedengeben“, zeigt sich Petra Bentkämper enttäuscht.

Ihren Mitgliedern aus den LandFrauenverbänden rät dlv-Präsidentin Bentkämper, umgehend auf kommunaler Ebene aktiv zu werden: „Bei den verantwortlichen Landrätinnen oder Landräten Ausbaubedarf anzumelden und über Ausbauchancen ins Gespräch zu kommen, ist jetzt das dringende Gebot, um digital Anschluss halten zu können.“

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Wed, 28 Apr 2021 12:12:00 +0200 AktuellesLändlicher Raum
Frauengesundheit im ländlichen Raum muss zuverlässig sein! ]]> Der Deutsche LandFrauenverband erwartet von der Politik Maßnahmen für wohnortnahe medizinische Versorgung im ländlichen Raum

Berlin, 22.04.2021 – Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) fordert die Politik auf, eine qualitativ gute, umfassende und wohnortnahe medizinische Versorgung im ländlichen Raum unverzüglich sicherzustellen. Gerade die Pandemie führt vor Augen, wie notwendig eine funktionierende medizinische Versorgung ist. Für den dlv ist nicht hinnehmbar, dass immer mehr Regionen bereits heute medizinisch unterversorgt oder von Unterversorgung bedroht sind.

„Wir LandFrauen wollen diese Situation nicht hinnehmen und fordern die Politik auf, unverzüglich zu handeln“, sagt Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes. „Für ein gutes Leben auf dem Land ist eine qualitativ hochwertige und vor allem wohnortnahe medizinische und geburtshilfliche Versorgung unabdingbar.“

Erreichbare und umfassende medizinische Versorgung für alle, die im ländlichen Raum leben, darf keine Abwägungsentscheidung sein, sondern ist eine Pflichtleistung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern. Hierfür muss der Staat Sorge tragen.

„Es darf nicht zur Normalität werden, als Frau weite Strecken auf sich zu nehmen, wenn gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen anstehen, Arztpraxen aufgesucht, Hebammen gefunden oder Geburtsstationen rechtzeitig erreicht werden müssen. Nur dort, wo eine geburtsmedizinische, gynäkologische und Hebammen-Versorgung sichergestellt ist, sind Bleibe- und Rückkehrperspektiven für Frauen und ihre Familien vorhanden“, betont Ursula Braunewell, Zweite Vizepräsidentin des dlv und Vorsitzende des Fachausschusses Frauen-, Sozial- und Gesellschaftspolitik.

Das gesamte Positionspapier des Deutschen LandFrauenverbandes, das unter anderem Forderungen zum Erhalt von Geburtsstationen und Kreißsälen, zu Krebsfrüherkennungs-untersuchungen, einer gesicherten Hebammenversorgung sowie einer gendergerechten Medizin enthält, finden Sie zum Download hier.

Weil jede Stimme zählt, ruft der dlv auch dazu auf, sich an seiner bundesweiten Unterschriftenaktion „Geburtshilfe. Im ländlichen Raum. Jetzt!“ zu beteiligen. Alle Informationen rund um die Petition gibt es hier.

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Wed, 21 Apr 2021 13:48:44 +0200 AktuellesGerechte ChancenLändlicher Raum
Save the Date: Startschuss zu den bundesweiten Aktionstagen 2021 ]]> Digitaler Auftakt mit der Prämierung der Gewinnerprojekte des Ideenwettbewerbes sowie einer Podiumsdiskussion über die Aktivitäten des dlv zum Thema Verbraucherschutz

Berlin, 15.04.2021 – Die Vorbereitungen für die Aktionstage 2021 des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) laufen auf Hochtouren. Am 30. April fällt bei der Auftaktveranstaltung virtuell der Startschuss zu den bundesweiten Aktionstagen, die in diesem Jahr unter dem Motto stehen: Verbraucherinnen wählen — LandFrauen klären auf!

Nach der Eröffnung mit dlv-Präsidentin Petra Bentkämper und Schirmfrau Christine Lambrecht, Bundesministerin für Justiz und Verbraucherschutz, diskutieren in einer Talkrunde Personen aus Politik, Verbraucherschutz sowie aktive LandFrauen über Möglichkeiten und Chancen für eine aufgeklärte Verbraucherschaft.

„Durch unsere Erfahrungen und unser Wirken vor Ort sind wir als Deutscher LandFrauenverband überzeugt: Guter Verbraucherschutz braucht kompetente Verbraucherinnen und Verbraucher“, untermauert dlv-Präsidentin Petra Bentkämper die Zielrichtung der Aktionstage.

Den zweiten Höhepunkt der Auftaktveranstaltung bildet die Preisverleihung des Ideenwettbewerbes „Mehr Verbraucherschutz im ländlichen Raum“, für den konkrete Projektskizzen erarbeitet wurden und innerhalb des Aktionszeitraumes bis Ende Oktober umgesetzt werden. Zu den Preisträgerinnen gehören die Landfrauengruppe im Bayerischen Bauernverband, der Thüringer LandFrauenverband sowie der LandFrauenverband Rheinland-Nassau mit gleich zwei preiswürdigen Projekten.

„Unsere Einladung und unser Versprechen gilt: LandFrauen klären auf, damit Menschen für ihre Rechte und ihren Schutz sensibilisiert werden und souverän ihre Wahl treffen können“, so dlv-Präsidentin Petra Bentkämper. In diesem Jahr werden sich LandFrauen mit informativen und ideenreichen Veranstaltungen rund um die Themen des wirtschaftlich-rechtlichen Verbraucherschutzes bis Ende Oktober 2021 an den Aktionstagen beteiligen.

Weitere Informationen zu den Aktionstage 2021, den diesjährigen Aktionsmaterialien sowie dem Programm der Auftaktveranstaltung inkl. Link für die Liveübertragung finden Sie auf unserer Homepage unter: www.landfrauen.info/aktionstage

Save the Date: 30. April 2021, 11–13 Uhr per Livestream hier

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Thu, 15 Apr 2021 0:00:00 +0200 AktuellesKompetent im AlltagLändlicher Raum
Gleichstellungspolitisch bleibt noch viel Luft nach oben ]]> Der Deutsche LandFrauenverband zieht Bilanz und hält der Regierungskoalition den gleichstellungspolitischen Spiegel vor

Berlin, 13.04.2021 — Die Bundestagswahl 2021 wirft bereits lange Schatten voraus. „Ungeachtet dessen, dass innerhalb der kommenden fünf Monate noch Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt werden können, ist für den Deutschen LandFrauenverband jetzt ein guter Zeitpunkt, der aktuellen Bundesregierung den Spiegel vorzuhalten“, sagt dlv-Präsidentin Petra Bentkämper. „Es wird Zeit, Bilanz zu ziehen. Wer dem Wahlvolk etwas verspricht, muss sich daran messen lassen, ob die Zielmarge erfüllt wurde. Rund 450.000 LandFrauen sind eine kritische Wählerschaft und jede von ihnen entscheidet auch 2021 wieder, welcher Partei sie aus frauenpolitischer Sicht ihr Vertrauen ausspricht.“

Die Bilanz der Regierungsarbeit fällt aus Sicht des Deutschen LandFauenverbandes gemischt aus. „Einige Kernthemen wurden angepackt, aber frauenpolitisch sehen wir auch Defizite“, so Bentkämper. „Dass die Corona-Pandemie seit einem Jahr zusätzliche Herausforderungen für das Regierungshandeln gebracht hat, übersehen wir dabei nicht. Dem zollen wir unsere Anerkennung, bilanzieren aber unsere dlv-Kernforderungen mit kritischem Blick.“

Gerechte Chancen

Dem dlv ist es ein zentrales Anliegen, strukturelle Benachteiligungen von Frauen abzubauen und bundesweit die Gleichstellung der Geschlechter dauerhaft in allen Lebensbereichen voranzutreiben. Die von der Koalition vereinbarte Bundesstiftung Gleichstellung kommt erst jetzt in den politischen Beratungsprozess. Als dlv erwarten wir höchste Priorität, sie noch in dieser Legislatur zu errichten. Ziel muss es sein, dass die Stiftung zügig mit ihrer Arbeit beginnt. Aus Sicht des dlv, der größten Frauenlobby im ländlichen Raum, muss ein Schwerpunkt der Bundesstiftung die Lebens- und Arbeitssituation von Frauen in ländlichen Regionen sein, um umfassende Gleichstellungsziele zu erreichen.

Der dlv begrüßt, dass die Bundesregierung ihrem, im Koalitionsvertrag festgehaltenen Auftrag nachgeht, den Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst mit dem Zweiten FührungspositionenGesetz (FüPoG II) weiter zu erhöhen. Dies ist ein Meilenstein der Gleichstellungspolitik, wenn es darum geht, eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen zu erreichen. Der dlv fordert die Bundesregierung auf, die Novellierung schnell voranzutreiben und das FüPoG II noch in dieser Legislaturperiode auf den Weg zu bringen.

Mit dem Kompromiss bei der Mütterrente gibt sich der dlv nur halb zufrieden. So wurde das Koalitionsversprechen – drei volle Entgeltpunkte für alle Mütter – nicht eingehalten. Mit der letzten Anpassung von 2019 gibt es noch immer einen halben Entgeltpunkt Unterschied für Mütter mit Erziehungszeiten, deren Kinder vor 1992 geboren wurden. Der dlv hält an seiner Kernforderung fest und fordert weiterhin drei Entgeltpunkte für alle Mütter und Väter sowie eine Finanzierung der Mütterrente aus Steuergeldern, um der Altersarmut von Frauen entgegenzuwirken.

Frauen sind in Deutschen Parlamenten noch immer stark unterrepräsentiert. Die Bundesregierung hat die Chance verpasst, Parität im Wahlrecht zu verankern. Der dlv fordert — unabhängig von der derzeitigen Rechtsprechung — die Bundesregierung auf, sich für eine geschlechterparitätische Besetzung im Bundestag stark zu machen und den Weg dorthin für die nächste Legislatur schon heute zu ebnen.

Zukunft Ehrenamt

Das Koalitionsversprechen, ehrenamtliches Engagement zu stärken und zu fördern, ist mit der Gründung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt umgesetzt worden. Der dlv hat den Gründungprozess aktiv mitbegleitet und bewertet die Stiftung als eine große Chance, Ehrenamtliche in ihrer Arbeit für die Gesellschaft zu unterstützen sowie digitale und soziale Innovationen im Ehrenamt zu fördern. Für den dlv ist aber auch klar, dass Förderprogramme nicht am fehlenden Status der Gemeinnützigkeit scheitern dürfen, sondern zivilgesellschaftliches Wirken von Verbänden berücksichtigt werden muss.

Landwirtschaft und Umwelt

Die Datenlage zur Lebens- und Arbeitssituation von Frauen in landwirtschaftlichen Betrieben ist bislang sehr schwach. Mit der von der Bundesregierung geförderten Studie zur sozio-ökonomischen Lage von Frauen in der Landwirtschaft bestehen gute Chancen, die Lebenssituation auf den Höfen besser einzuschätzen. Somit wurde ein wichtiger Grundstein für zukünftige Entscheidungen gelegt. Mit sachkundigen Schlussfolgerungen aus dieser Studie können nachfolgende Regierungen wirksame Verbesserungen für Frauen in der Landwirtschaft erreichen.

Die Entwicklungen der vergangenen Jahre zeigen deutlich, dass Verbraucherinnen und Verbraucher qualitativ hohe Erwartungen und Anforderungen an die Nutztierhaltung in der Landwirtschaft haben. Andererseits benötigen Bäuerinnen und Bauern verlässliche Perspektiven für ihre Höfe. Es ist der Regierung bis jetzt nicht gelungen, hier einen angemessenen politischen Rahmen zu schaffen, der für die Nutztierhaltung die notwendige Planungssicherheit gewährleistet und damit Veränderungsbereitschaft und -prozesse zuverlässig unterstützt.

Obgleich dies nicht explizit im Koalitionsvertrag fixiert wurde, hat sich Bundesministerin Julia Klöckner dafür eingesetzt, dass dem Thema Gleichstellung Priorität zukommt und in einem der zehn Ziele des Strategieplans der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in der nächsten Förderperiode verankert wird. Der dlv erwartet, dass im Rahmen der noch nicht abgeschlossenen Trilogverhandlungen dieses Ziel Bestand hat und nicht mehr herausverhandelt wird.

Mit dem Einsetzen der Zukunftskommission Landwirtschaft im Sommer 2020 geht die Bundesregierung den Weg des Miteinanders verschiedenster Interessengruppen weiter. Der dlv begrüßt dies und erwartet, dass der in der Kommission erreichte Konsens und die ausgehandelten Empfehlungen in die zukünftige Agrarpolitik einfließen.

Ländlicher Raum

Mit Blick auf Maßnahmen zum Erreichen von gleichwertigen Lebensverhältnissen in Stadt und Land zieht der Deutsche LandFrauenverband eine gemischte Bilanz. Die Bundesregierung hat ihr Versprechen, eine Kommission einzurichten und konkrete Vorschläge zu entwickeln, eingehalten. Von den insgesamt zwölf beschlossenen Maßnahmen wurden bereits erste erfolgreich umgesetzt. Dazu gehören die Errichtung eines gesamtdeutschen Fördersystems für strukturschwache Regionen sowie die Einführung eines Gleichwertigkeitschecks bei Gesetzesvorhaben des Bundes. Sehr wohl wissend, dass es mehr als einer Legislaturperiode bedarf, konstatiert der dlv: Deutschland ist nach knapp vier Jahren von gleichwertigen Lebensverhältnissen noch immer weit entfernt.

Nur teilweise zufrieden ist der dlv mit dem Tempo beim Mobilfunkausbau und dem geplanten Förderrahmen für den Glasfaserausbau auf dem Land. Mit den Lösungen für schwer erschließbare Einzellagen, laut aktuellem Förderrichtlinienentwurf des Graue-Flecken-Programms, gibt sich der dlv nicht zufrieden. Die nunmehr vorliegende Definition schließt zu viele Einzellagen aus. Erfreulich ist, dass landwirtschaftliche Betriebe, unabhängig von der Zahl ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, förderfähig sein sollen. Der dlv erwartet, dass die zur Beschleunigung des Mobilfunkausbaus gegründete Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft umgehend mit der Arbeit startet, um in den nächsten Monaten Ergebnisse präsentieren zu können.

Nach aktuellem Stand wird es in dieser Legislaturperiode kein Gesetz zur Förderung der wehrhaften Demokratie geben, weil die Unionsfraktion im Deutschen Bundestag dieses Vorhaben nicht unterstützen will. Der dlv zeigt sich darüber tief enttäuscht, zumal zwischen den zuständigen Bundesministerien und dem Kanzleramt Einigkeit über die Eckpunkte erzielt worden war. Damit wird die wichtige Chance verpasst, in der Demokratieförderung tätige Organisationen zielgerichtet und vor allem dauerhaft mit Bundesmitteln unterstützen zu können.

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Tue, 13 Apr 2021 16:21:00 +0200 AktuellesGerechte ChancenLändlicher Raum
Verbraucherinnen wählen — LandFrauen klären auf! ]]> Der Deutsche LandFrauenverband setzt sich für mehr Verbraucherkompetenz in ländlichen Regionen ein

Berlin, 12.03.2021 – „Jeder Verbraucher hat das Recht auf Sicherheit, Information, Wahlfreiheit und das Recht, Gehör zu finden.“ Mit diesen Worten legte der damalige US-amerikanische Präsident John F. Kennedy am 15. März 1962 den Grundstein zum Weltverbrauchertag. Seitdem soll der Weltverbrauchertag am 15. März daran erinnern, dass Verbraucherinnen und Verbraucher wesentliche Rechte haben. Doch viele Menschen fühlen sich im Verbraucheralltag nach wie vor nicht gut informiert und ausreichend geschützt.

Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) ist davon überzeugt, dass nur aufgeklärte Verbraucherinnen und Verbraucher selbstbestimmt entscheiden und für ihre Interessen gegenüber Politik und Wirtschaft einstehen können. Hier setzt der dlv seit 2019 mit seinem Projekt „LandFrauenGuides — Verbraucherinfos auf's Land gebracht" an und stärkt die Verbraucherkompetenz in ländlichen Regionen.

Unter dem Motto „Verbraucherinnen wählen — LandFrauen klären auf!“ will der dlv 2021 innerhalb seiner Aktionstage mit zahlreichen regionalen Veranstaltungen Orientierung im Dickicht des Verbraucheralltags geben. „Angesichts der zahlreichen digitalen Erfahrungen während der Pandemie müssen wir alle wissen, welche Pflichten es zum Beispiel für den Datenschutz bei Videokonferenzen gibt oder unter welchen Bedingungen Stornierungen möglich sind, welche Ersatzansprüche wir haben oder welche Zahlungen geleistet werden müssen“, so dlv-Präsidentin Petra Bentkämper. „Rechte zu kennen, ist die eine Seite, aber gleichzeitig sind wir als mündige Bürgerinnen und Bürger gefordert, kompetent das Wissen anzuwenden und unter Beweis zu stellen“, sagt Petra Bentkämper mit Verweis auf die Aktionstage 2021.

„Verbraucherinformation und Verbraucherberatung sind ein Schlüssel für hohe Lebensqualität und gleichberechtigte Teilhabe. Die Deutschen LandFrauen bringen diese Anliegen entscheidend voran: mit tatkräftigem Engagement gerade für den ländlichen Raum. Für unser Gemeinwesen liegt darin ein wertvoller Dienst“, so die Schirmfrau der Aktionstage Christine Lambrecht, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz.

Der offizielle Startschuss für die Aktionstage fällt am 30. April 2021. „Die bundesweiten Aktionstage sind eine hervorragende Gelegenheit, Kompetenz, Stärke und Aufklärungsleistung von LandFrauen öffentlich zu zeigen und damit für unsere Interessen gegenüber Politik und Wirtschaft einzustehen“, sagt dlv-Präsidentin Petra Bentkämper.

Weitere Informationen zu den Aktionstagen 2021 des dlv gibt es hier.

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Fri, 12 Mar 2021 0:00:00 +0100 AktuellesKompetent im AlltagLändlicher Raum
LandFrauen sind Game Changer ]]> Der Deutsche LandFrauenverband unterstützt 2021 erneut die Equal-Pay-Day-Kampagne und das damit verbundene Ziel, die Lohnlücke endlich zu schließen

Berlin, 09.03.2021 – Wie jedes Jahr erinnert der Equal Pay Day an die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern. Als bundesweiter Aktionstag macht er symbolisch auf den Lohnunterschied aufmerksam und zeigt auf, dass Frauen in Deutschland vom 1. Januar bis zum Equal Pay Day — im Jahr 2021 der 10. März — im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen unbezahlt gearbeitet haben. Aktuell liegt die Lohnlücke, die sich im Vergleich zum vergangenen Jahr minimalst verringert hat, bei weiterhin 20 Prozent. Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) klärt seit vielen Jahren zum Thema Entgeltungleichheit auf und liefert damit einen wichtigen Beitrag, Frauen auf die dringende Notwendigkeit eigener wirtschaftlicher Unabhängigkeit hinzuweisen und sie vor den Gefahren der Altersarmut zu schützen.

„In diesem Jahr sind wir LandFrauen Teil der Kampagne Game Changer! Weil wir uns seit langem für faire Entlohnung stark machen und mit unseren Equal-Pay-Beraterinnen über Lohnungerechtigkeit, Stereotype sowie eine notwendige Alterssicherung aufklären. Klar ist: Solange es den Equal Pay Day gibt, werden wir nicht aufgeben, für eine gleiche Bezahlung zu kämpfen“, sagt Petra Bentkämper, Präsidentin des dlv.

Einen wichtigen Hebel zur Chancengleichheit sieht der dlv im Schließen von Informationslücken. Viele Frauen und Männer haben keine konkrete Vorstellung von den Auswirkungen ihrer beruflichen Entscheidungen. Insbesondere familienbedingte Erwerbsunterbrechungen bedeuten für Frauen oft ein erhöhtes Risiko für Altersarmut. Gleichberechtigung beginnt aber im Kopf. Stereotype und Rollenbilder bestätigen und reproduzieren Ungerechtigkeiten zwischen Frauen und Männern.

„Unsere Equal-Pay-Beraterinnen setzen genau hier an. Sie informieren, zeigen Handlungsalternativen auf und sensibilisieren in Vorträgen und Workshops zu all diesen wichtigen Fakten und Themen“, so dlv-Präsidentin Bentkämper.

In zwei Förderperioden und mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat der dlv insgesamt 21 Equal-Pay-Beraterinnen aus 19 Landkreisen ausgebildet. Sie sind Multiplikatorinnen und leisten eine wichtige Aufklärungsarbeit im ländlichen Raum.

Weitere Informationen zu den Equal-Pay-Beraterinnen des dlv gibt es hier.

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Tue, 09 Mar 2021 7:00:00 +0100 AktuellesGerechte Chancen
LandFrauen für mehr weibliche Vorbilder ]]> Anlässlich des Internationalen Frauentages 2021 fordert der Deutsche LandFrauenverband, Frauen in unserer Gesellschaft ein Gesicht zu geben

Berlin, 05.03.2021 – „LandFrauen sind Chefinnen, Politikerinnen, Macherinnen und sie sind Vorbild, wenn es darum geht, sich für verlässliche Perspektiven der ländlichen Räume, den Zusammenhalt sowie ein gutes Miteinander vor Ort einzusetzen. LandFrauen sind starke, Verantwortung übernehmende Frauen. Es gilt, ihre Kraft und ihr Engagement überall in unserer Gesellschaft zu nutzen und sichtbar zu machen“, sagt Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes anlässlich des Internationalen Frauentages 2021.

Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) macht sich seit jeher für einen stärkeren Einfluss von Frauen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft stark. So fordert der Verband, stabile Rahmenbedingungen für eine gerechte Teilhabe von Frauen in allen Bereichen zu schaffen sowie gesellschaftlich konstruierte Rollenbilder kritisch zu hinterfragen.

Frauen brauchen jedoch in erster Linie Möglichkeiten und Bühnen, um diese Rolle verantwortungsvoll ausüben zu können, um Vorbild für weitere Frauen zu sein, die sie wiederum darin bestätigen, mit Mut und Durchsetzungsvermögen eigene Wege zu gehen. Denn wo Fähigkeiten und Kompetenzen von Frauen nicht sichtbar sind, werden vorsätzlich verkrustete Rollenbilder fortgeschrieben.

„Wir sehen uns als LandFrauen hier in guter Gesellschaft und verbündet mit den Frauen aus Kultur, Film und Fernsehen. Diese werden seit Jahren nicht müde, auf die Diskrepanz von weiblichen Rollenzuschreibungen, realem Können und mangelndem Zutrauen in ihre Fähigkeiten hinzuweisen“, so dlv-Präsidentin Bentkämper. „Weniger Klischees über Frauen, mehr Vertrauen in ihre Fähigkeiten, stärkere Akzeptanz von Diversität — das zeichnet eine moderne emanzipierte Gesellschaft aus, die an der Zukunft arbeitet.“

Der Deutsche LandFrauenverband als die gesellschaftliche Kraft für Frauen im ländlichen Raum fordert alle Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in Politik, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft auf, strategisch und vorausschauend zu handeln und mehr Frauen auf jeder Hierarchiestufe Verantwortung und Führungsaufgaben zu übertragen.

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Fri, 05 Mar 2021 9:00:00 +0100 AktuellesGerechte Chancen
LandFrauen positionieren sich zur Farm-to-Fork-Strategie ]]> Werden die Wegmarken richtig gesetzt, kann die Strategie zur Chance werden

Berlin, 03.03.2021 – „Mit einer ausgereiften Strategie bieten sich vielfältige Chancen für unsere Landwirtschaft - gesellschaftliche Akzeptanz und eine stärkere Wertschätzung für unsere Lebensmittel sind positive Aussichten“, äußert sich Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) anlässlich des vom dlv-Fachausschuss Landwirtschaft erarbeiteten Positionspapiers zur Farm-to-Fork-Strategie. „Dazu bedarf es im Vorfeld allerdings einer fundierten wissenschaftlichen Folgenabschätzung unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte.“

Der Deutsche LandFrauenverband hatte sich zuletzt in seinem Fachausschuss Landwirtschaft und dem BäuerinnenForum 2021 zuletzt intensiv mit der Strategie der Europäischen Kommission befasst. Sie ist Teil des European Green Deal, der ein klimaneutrales Europa bis 2050 sichern soll.

„Eine klimaschonendere Land- und Ernährungswirtschaft kann es nur geben, wenn alle Glieder der Lebensmittelkette, vom ‚Acker bis zum Teller‘ dazu ihren Beitrag leisten und mit Fairness wirtschaften.“ So fasst Juliane Vees, 1. Vizepräsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes und Leiterin des Fachausschusses, eine wesentliche Forderung des dlv im Positionspapier zur Farm-to-Fork-Strategie der EU zusammen.

Das gesamte Positionspapier des Deutschen LandFrauenverbandes, das unter anderem auch Forderungen zu Bürokratieentlastungen, Innovationsförderung und der Honorierung von Umweltleistungen enthält, finden Sie zum Download hier.

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Wed, 03 Mar 2021 8:51:00 +0100 AktuellesLandFrauen und Landwirtschaft
Insektenschutz geht nur Hand in Hand, nicht gegeneinander ]]> Der Deutsche LandFrauenverband fordert kooperatives Handeln beim Insektenschutzpaket

Berlin, 09.02.2021 – Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) bekräftig anlässlich des morgen anstehenden Kabinettbeschlusses zum Insektenschutzpaket seine Forderung nach einem kooperativen Vorgehen zwischen Gesellschaft, Umweltschutz und Landwirtschaft, wie es dlv-Präsidentin Petra Bentkämper auch in der Zukunftskommission Landwirtschaft vorantreibt.

„Einzelne Bundesländer haben in breit getragenen Initiativen gemeinsam mit der Landwirtschaft bereits große Verbesserungen und Gesetzgebungen des Insekten-, Gewässer- und Naturschutz auf den Weg gebracht. Dass diese nun durch die Bundesgesetzgebung ausgehebelt werden sollen, ist ein fatales Zeichen an alle Akteure, die sich vereinen und gemeinsam unsere Umwelt schützen wollen“, so dlv-Präsidentin Petra Bentkämper zum morgen bevorstehenden Beschluss. „Darum fordern wir alle auf, ihren Wahlkampf nicht auf dem Rücken der Landwirtinnen und Landwirte auszutragen, sondern weiter gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten.“

Der Deutsche LandFrauenverband sieht bei großen Teilen der Landwirtschaft einen enormen Willen, sich noch stärker für den Insektenschutz einzusetzen. Die Existenzsorgen und der Frust auf die Umweltpolitik sind aber verständlich, wenn entgegen allen politischen Willensbekundungen nun doch Verbote statt Kooperationsangebote seitens der Politik folgen.

„Insektenschutz ist nicht alleine Aufgabe der Landwirtschaft. Vielmehr liegt es an uns allen, an verantwortlicher Stelle etwas dazu beizutragen — etwa indem kommunale oder gewerbliche Grünanlagen entsprechend ausgestattet, begrünt und gepflegt werden, damit dem Insektenschutz überall Rechnung getragen wird und auch ein Beitrag zur Reduzierung der Lichtverschmutzung geleistet wird. Wir alle stehen in der Verantwortung, nicht allein Landwirtinnen und Landwirte“, so dlv-Präsidentin Petra Bentkämper.

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Tue, 09 Feb 2021 15:32:40 +0100 AktuellesLandFrauen und LandwirtschaftLändlicher Raum
Postpandemisch engagiert – Chancen der Digitalisierung nutzen ]]> Gemeinsames Fachforum vom Deutschen LandFrauenverband (dlv) und von Digitaler Nachbarschaft (DiNa) beim Zukunftsforum Ländliche Entwicklung: Ehrenamtliche benötigen Beratung und Qualifizierung für die Organisationsentwicklung im digitalen Raum

Berlin, 21.01.2021 – Beim 14. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zeigten sich die Veranstalter des Online-Fachforums „Postpandemisch engagiert – alles digital, oder was?!“ zuversichtlich, dass auch in der Pandemie Engagement vielfältig und stark in der Zivilgesellschaft wirkt.

„Die Pandemie hat uns aus der analogen Komfortzone geholt und uns dazu gebracht, digitale Hürden im Sprint zu überwinden. Das sollten wir nutzen, um unsere Vereinsarbeit für die Zukunft widerstandsfähig zu machen“, sagt Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes. „Die nächste LandFrauengeneration wird es uns danken, wenn wir heute digitale Vorreiterinnen werden. Natürlich brauchen wir hierfür endlich flächendeckend schnelles Internet in Form von Glasfaser.“ Der dlv hat bereits vor vier Jahren als einer der wichtigen Engagementverbände im ländlichen Raum bei der Politik Unterstützung angemahnt.

Holger Krimmer von der Zivilgesellschaft in Zahlen gGmbH (ZiviZ) war überzeugt, dass nach der Pandemie für Vereine nichts mehr so sein werde wie zuvor. Sein Statement basierte auf einer Verlaufsstudie, die die ZiviZ derzeit durchführt. Der Befund zeigt, dass einerseits das gewohnte Vereinsleben brachliegt, es aber enorme Einnahmeausfälle bei gleichzeitigen Mehrausgaben für Infektionsschutz und Digitalisierung gibt. Andererseits werde die kollektive Ad-hoc-Digitalisierung von den Betroffenen als positiv wahrgenommen und es zeige sich insgesamt ein hohes Maß an Hilfsbereitschaft in Form von spontanem Engagement.

Vereine wie die LandFrauen Wülfrath sind in der Pandemie digital solide aufgestellt, weil sie das Thema schon vor der Krise auf die Agenda gesetzt hatten. Die Vorsitzende Beate Kneer bescheinigte, dass Dank der Schulungsangebote der Digitalen Nachbarschaft (DiNa) die Umstellung auf digitale Angebote und Vereinsarbeit vergleichsweise problemlos erfolgt sei.

DiNa-Projektleiterin Artemis Toebs unterstrich, dass es eine Herausforderung für die Vereine sei, den Schritt von Tool- und Softwarefragen hin zu strategischen Entwicklungsfragen zu gehen, weil dafür niedrigschwellige Beratungsangebote und Ressourcen fehlten. Bei Fragen rund um die Datensicherheit und den Datenschutz setzen Angebote wie die bundesweit 50 Projektstandorte, genannt „DiNa-Treffs“, an. Sie bieten praktische und hilfreiche Unterstützung. „Für den Erfolg ist es wichtig, die Vereine dort abzuholen, wo sie in der Digitalisierung stehen. Der geschützte Raum in den Schulungsangeboten, wie beispielsweise jenen der LandFrauen, ist eine gute Grundlage für den Erwerb von digitalen Kompetenzen“, betonte Artemis Toebs.

Für dlv-Präsidiumsmitglied Elisabeth Brunkhorst zeigt die Digitalisierung im Ehrenamt auch Grenzen auf. Engagement lebe von der realen Begegnung und dem Austausch. Alle bei der Entwicklung mitzunehmen, bleibe die wichtigste Herausforderung. Die Vereine dürften nicht nachlassen, an der Mitgliederbindung zu arbeiten, zeigte sie sich überzeugt. Gerade für die Mitgliederneugewinnung in jüngeren Generationen lasse sich die Digitalisierung hervorragend nutzen.

Die Bundesvorsitzende der Katholischen Landjugendbewegung Sarah Schulte-Döinghaus sieht in der bundesweiten digitalen Vernetzung eine Chance. Ihr Verband denkt darüber nach, in Zukunft verstärkt hybride Veranstaltungsformen anzubieten.

Die Podiumsgäste waren sich einig, dass ehrenamtliches Engagement eine verlässliche Förderpolitik braucht. Katarina Peranić, Vorstandsfrau der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, versicherte, dass die Erkenntnisse, die im Förderprogramm „Gemeinsam wirken in Zeiten von Corona“ gewonnen wurden, in die weitere Stiftungsarbeit fließen werden. Die Digitalisierung – und hier insbesondere die Chancen für das Engagement in den ländlichen Räumen – wird ein gewichtiger Schwerpunkt der Stiftungsarbeit sein.

Jutta Kuhles, Präsidiumsmitglied des Deutschen LandFrauenverbandes, kündigte in ihrem Schlusswort an, dass der dlv elementare Forderungen im Bundestagswahljahr deutlich machen wird: Ehrenamtliches Engagement im ländlichen Raum braucht Beratung, Qualifizierung, Anerkennung, Aufwertung und Entbürokratisierung.

Das Fachforum zum Nachschauen im Netz.

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Thu, 21 Jan 2021 15:15:54 +0100 AktuellesLändlicher RaumZukunft Ehrenamt
Große Resonanz für Digitalpremiere des BäuerinnenForums 2021 ]]> Engagierte Fachdiskussion über Herausforderungen der Farm-to-Fork-Strategie für Landwirtinnen. Politik muss nachjustieren.

Berlin, 18.01.2021 – „Premiere gelungen!“, resümiert Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) das erste digitale BäuerinnenForum in der Geschichte des Verbandes, zu dem sich rund 240 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft, Politik, dem dlv und anderen Verbänden zugeschaltet hatten. „Die Farm-to-Fork-Strategie der Europäischen Union ist ein wirklich komplexes Thema, dem wir LandFrauen uns stellen müssen. Umso erfreulicher ist die große Resonanz und diskussionsfreudige Auseinandersetzung mit der Strategie und unseren fachkompetenten Gästen beim BäuerinnenForum“, so Petra Bentkämper.

Neben einem wissenschaftlichen und einem politischen Input wurde die Frage debattiert, wie der Green New Deal und im Besonderen die Farm-to-Fork-Strategie gelingen kann. Fokussiert war die Diskussion vor allem hinsichtlich des angekündigten Zieles, die gesamte Lebensmittelkette von der Landwirtschaft über die Lebensmittelindustrie und den Handel bis hin zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern zu betrachten.

Weitestgehend einig waren sich die Podiumsgäste darin, dass die EU-Strategie bis 2030 Anforderungen an Klimaschutz, Pflanzenschutz, Tiergesundheit und Tierwohl sowie Verbraucherschutz formuliert. Aus Sicht der Politik, die die nordrhein-westfälische Landwirtschafts- und Umweltministerin Ursula Heinen-Esser und der brandenburgische Landwirtschafts- und Umweltminister Axel Vogel vertraten, fehlen in der Strategie detaillierte Ziele, die die verarbeitende Industrie und den Lebensmittelhandel in seiner Verantwortung adressieren und verpflichtende Maßnahmen einfordern.

Aus Sicht der Wissenschaft, hier vertreten durch Bernhard Osterburg, Leiter Stabsstellen Klima und Boden beim Thünen-Institut, stelle sich die Frage, wie die unterschiedliche Ausgangssituation der EU-Mitgliedsstaaten in diesem Prozess, klimaneutraler und umweltfreundlicher zu produzieren, bewertet wird und ob bereits erreichte Reduktionserfolge z.B. aus dem Pflanzen- und Umweltschutz im Prozess einbezogen werden.

Peter R. Müller, Geschäftsführer von Bayer CropScience, sieht die Industrie als Partner für Effizienz, digitale Technologien und künstliche Intelligenz. Zudem zeigte er Ansätze für einen künftigen CO2-Handel auf, die Einkommenschancen bieten könnten.

Für Magdalena Zelder, Landwirtin und Existenzgründerin mit Direktvermarktung, ergeben sich aus der Strategie neben klaren Chancen auch viele offene Fragen. An erster Stelle steht die Sicherstellung von Breitband für den ländlichen Raum als Voraussetzung für moderne Landwirtschaft. Hinsichtlich konkreter Forderungen der Farm-to-Fork-Strategie und ambitionierter Ziele zum Antibiotikaeinsatz sagt Magdalena Zelder: „Ich muss aber nach guter fachlicher Praxis meinen Tieren einen guten Gesundheitsstatus ermöglichen.“ Der Forderung im Strategiepapier nach mehr Biolandbau stehe Zelder offen gegenüber. Sie sehe aber klar das Problem, dass die Abnahme der dann erzeugten Produkte nicht geregelt sei und die Märkte dafür fehlten. Zudem vermisse sie Aussagen zur finanziellen Ausgestaltung der Strategie, die Landwirtinnen und Landwirten die nötige Planungssicherheit im Umbauprozess ermöglicht. „Naturschutz, Umweltschutz und Landwirtschaft“, so Magdalena Zelder, „müssen mehr miteinander arbeiten, nicht gegeneinander, denn wir haben dieselben Ziele.“

Einigkeit bestehe darin, so fasste Juliane Vees, 1. Vizepräsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes die Diskussion beim BäuerinnenForum zusammen, dass alle miteinander eine große Verantwortung dafür trügen, das Klima zu schützen. „Bäuerinnen und Bauern brauchen aber umsetzbare Ziele, die zwingend auch honoriert werden müssen. Nachhaltigkeit als zentrale Forderung muss für die Ökologie gelten, aber ebenso für die Ökonomie sowie die soziale und gesellschaftliche Betrachtung.“

Mit Nachdruck verwies Juliane Vees darauf, dass die gesamte Lebensmittelkette sowie die Verbraucherinnen und Verbraucher in der Verantwortung stehen, an den entsprechenden Parametern zu arbeiten. Hier müsse die EU aus Sicht der Diskutanten nachjustieren. Bezüglich der Auswirkungen auf die Praxis formulierte Vees: „Eine Folgenabschätzung im Vorfeld ist unabdingbar, nur so sind landwirtschaftliche Betriebe bereit, ihre Strukturen anzupassen und noch stärker klimatechnisch auszurichten. Planungssicherheit, wissenschaftliche Begleitung sowie Innovation sind zentrale Elemente, damit die gesamte Lebensmittelkette – vom Acker bis zum Teller – ihre Chancen in der Farm-to-Fork-Strategie erkennen.“

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Mon, 18 Jan 2021 13:40:00 +0100 AktuellesLandFrauen und Landwirtschaft
Corona zum Trotz: dlv bestreitet 2021 IGW-Rahmenveranstaltungen digital ]]> Der Deutsche LandFrauenverband hält auch 2021 am BäuerinnenForum und ZukunftsForum zur Internationalen Grünen Woche fest – erstmalig digital.

Berlin, 10.12.2020 – Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) wird anlässlich der IGW 2021 erstmals in seiner Geschichte das BäuerinnenForum sowie das ZukunftsForum in digitaler Form durchführen. Dies gibt vielen LandFrauen und Interessierten die Möglichkeit, an aktuellen Debatten zur Zukunft der Landwirtschaft und des ländlichen Raums teilhaben zu können.

Beim BäuerinnenForum am 16. Januar 2021 von 13:30 bis 15:30 Uhr wird die Farm-to-Fork-Strategie der EU, sinngemäß „vom Hof auf den Teller“, im Fokus stehen. Sie ist Teil des von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen angekündigten „New Green Deal“, dessen Ziel es ist, die Europäische Union bis 2050 völlig klimaneutral zu entwickeln. Diese Strategie umfasst die gesamte Lebensmittelkette von der Landwirtschaft über die Lebensmittelindustrie und den Handel bis hin zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern.

„Im BäuerinnenForum wollen wir beleuchten, wo die Strategie, beginnend bei den Betrieben in der Landwirtschaft über die Lebensmittelindustrie und den Handel bis hin zur Ladentheke Änderungsbedarf vorsieht, aber auch, welche Chancen sie insbesondere für unsere Bäuerinnen und Bauern eröffnet. Wir wollen Fragen und Anforderungen an Wirtschaftlichkeit, ressourcenschonende und nachhaltige Bewirtschaftung sowie Ernährung aus regionaler Produktion in ihrer Komplexität diskutieren und daraus Lösungsansätze aus Sicht der LandFrauen finden“, umreißt Juliane Vees, 1. Vizepräsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes, das Ziel des BäuerinnenForums.

Das ZukunftsForum des dlv am 20. Januar 2021 von 12:30 bis 14:30 Uhr steht unter dem Titel „Postpandemisch engagiert – alles digital oder was?!“ Das Fachforum im Rahmen des 14. Zukunftsforums Ländliche Entwicklung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft widmet sich der zentralen Frage, wie die digitale Zukunft des ehrenamtlichen Engagements in Deutschland aussieht. Neben den Erkenntnissen aus einer Studie über bürgerschaftliches Engagement und gesellschaftlichen Zusammenhalt während der Corona-Pandemie sowie aus dem Projekt Digitale Nachbarschaft im LandFrauenverein Wülfrath wird darüber diskutiert, welche Unterstützung Vereine im ländlichen Raum für die Umsetzung ihrer zivilgesellschaftlichen Aufgaben benötigen. Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit Deutschland Sicher im Netz e.V. statt.

Anmeldung zum BäuerinnenForum digital über die Seite des dlv hier.

Anmeldungen zum ZukunftsForum digital ab Januar 2021 und weitere Informationen hier.

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Thu, 10 Dec 2020 10:01:21 +0100 AktuellesLandFrauen und LandwirtschaftLändlicher Raum
Mit Mut, Mumm und Ausdauer: Ehrenamt hat viele Gesichter! ]]> Zum Internationalen Tag des Ehrenamtes würdigt der Deutsche LandFrauenverband (dlv) die Unerschrockenheit und das Engagement von LandFrauen in dieser besonderen Zeit

Berlin, 03.12.2020 – „Ob es das Nähen von tausenden Stoffmasken war, das Organisieren von Einkaufsdiensten für Risikogruppen, die Etablierung von Online-Stammtischen, um in Kontakt zu bleiben oder Postkartenaktionen, um Menschen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind – das Engagement von LandFrauen ist unaufhaltsam. Ich bin stolz auf die vielen engagierten LandFrauen und dankbar, Präsidentin eines so aktiven Verbandes zu sein“, sagt dlv-Präsidentin Petra Bentkämper.

Die Pandemie hat viele LandFrauenvereine vor wachsende Herausforderungen gestellt. Was ehrenamtliches Engagement üblicherweise auszeichnet, der persönliche Kontakt, wurde plötzlich zur gesundheitlichen Gefährdung. Zahlreiche Vereinsaktivitäten, der LandFrauentag, Jubiläumsfeiern oder Gremiensitzungen mussten pandemiebedingt abgesagt werden. Nach einem Moment der Stille und einer kurzen Zeit der Neuorientierung war für viele LandFrauen jedoch klar: In der aktuellen Situation ist nicht nur Zurückhaltung, sondern auch ein Weitermachen im Engagement gefragt. Bundesweit beteiligen sich LandFrauen am Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus. Sie tragen mit ihren vielfältigen Einsätzen und mit ihrer Kreativität gerade in dieser Zeit dazu bei, Notwendiges für ihre Nachbarschaft, für die Gesellschaft, für ihre Region zu tun.

„Das Jahr 2020 ist eine Herausforderung für die LandFrauenarbeit, jedoch auch ein hervorragendes Beispiel, wie sich LandFrauen mit Mut und Willen der Digitalisierung gestellt haben. Für große Firmen und IT-Verbände ist es keine Kunst, im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie Technik und Tools obendrauf zu setzen. Für LandFrauen im Ehrenamt ist das ein ganz anderer Schritt: technische Voraussetzungen, unzureichende Infrastruktur, nötige Softwarekenntnisse – alles nicht immer ideal. Aber trotzdem haben sich LandFrauen diesen Herausforderungen gestellt und sichern weiterhin die Verbandsarbeit und den Zusammenhalt“, so Ursula Braunewell, Zweite Vizepräsidentin des dlv.

Ziel des Deutschen LandFrauenverbandes ist es, die digitalen Errungenschaften für das ehrenamtliche Engagement im ländlichen Raum gewinnbringend einzusetzen. Das Miteinander und andere soziale Faktoren, die die Vereinskultur seit jeher ausmachen, gilt es zu erhalten. „Gerade jetzt sehen wir, wie wichtig eine lebendige und funktionierende Vereinsstruktur vor Ort ist“, sagt dlv-Präsidentin Petra Bentkämper.

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Thu, 03 Dec 2020 9:00:00 +0100 AktuellesZukunft Ehrenamt
Mehr Frauen in die Vorstände: Endlich Bewegung! ]]> Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) begrüßt die Einigung der Großen Koalition, das Führungspositionengesetz zu novellieren

Berlin, 24.11.2020 – In börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Unternehmen mit mehr als drei Vorstandsposten soll künftig mindestens eine Frau im Vorstand mitwirken. Darauf hat sich die Große Koalition geeinigt und will das Führungspositionengesetz (FüPoG II) nun weiterentwickeln. Der Deutsche LandFrauenverband ist der Überzeugung, dass nur durch eine gesetzliche Regelung der Frauenanteil in Führungspositionen nachhaltig erhöht werden kann.

„Ein dickes Brett ist angebohrt. Wir LandFrauen werden uns aber erst zufriedengeben, wenn es gänzlich durchbohrt ist. So fordere ich die Bundesregierung auf, die Novellierung des Führungspositionengesetzes schnell voranzutreiben und noch in dieser Legislaturperiode mit konkreten Umsetzungsvorschlägen auf den Weg zu bringen“, sagt Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes.

Der dlv ist zuversichtlich, dass ein höherer Anteil von Frauen in Vorständen eine Sogwirkung auch auf andere Bereiche haben wird. Mehr Frauen in Entscheidungspositionen können zu einer Veränderung der Arbeitskultur in unserem Land beitragen. Davon profitieren dann Frauen und Männer auf allen Ebenen der Unternehmen, egal ob in der Privatwirtschaft, der Landwirtschaft oder im öffentlichen Sektor.

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Tue, 24 Nov 2020 13:00:00 +0100 AktuellesGerechte Chancen
Geburtshilfe. Im ländlichen Raum. Jetzt! ]]> Deutscher LandFrauenverband (dlv) startet bundesweite Unterschriftenaktion

Berlin, 19.11.2020 – Im Rahmen seiner Mitgliederversammlung startet der dlv seine Unterschriftenaktion und Online-Petition „Geburtshilfe. Im ländlichen Raum. Jetzt!“. Damit fordert der Deutsche LandFrauenverband Bundesminister Jens Spahn und die Mitglieder der Gesundheitsministerkonferenz auf, das Schließen von Geburtsstationen zu stoppen, die Ansiedlung von Hebammen aktiv zu fördern und Geburtshilfe politisch zum Thema zu machen.

Als Stimme für den ländlichen Raum sieht sich der Deutsche LandFrauenverband in der Verantwortung, auf die unbefriedigenden Bedingungen vor Ort aufmerksam zu machen. „Die Zahlen bestätigen, dass eine gut erreichbare Geburtshilfe im ländlichen Raum nicht mehr gewährleistet ist – eine Entwicklung, die wir LandFrauen nicht länger akzeptieren können“, sagt Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes.

„Für werdende Mütter hat das Schließen von Geburtsstationen fatale Konsequenzen. Frauen, die entbinden, müssen zunehmend lange Wege auf sich nehmen, um medizinisch betreut zu werden. Das kann zu einer echten Gefährdung für die eigene und für die Gesundheit des Kindes führen. Überall, egal ob im städtischen oder im ländlichen Raum, müssen Frauen während der Schwangerschaft sowie bei und nach der Entbindung das Recht auf eine gute und vor allem wohnortnahe geburtsmedizinische Versorgung und Hebammenbetreuung haben.“

Im ländlichen Raum schließen immer mehr Geburtsstationen ohne alternatives Angebot. Gab es im Jahr 2000 noch 1.142 Fachabteilungen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, waren es laut Statistischem Bundesamt 2018 nur noch 778.

Der Deutsche LandFrauenverband möchte diese Entwicklungen stoppen und mit seiner bundesweiten Unterschriftenaktion eine wohnortnahe Geburtshilfe im ländlichen Raum einfordern. „Für uns ist klar: Nur dort, wo eine geburtsmedizinische Versorgung und Hebammenbetreuung sichergestellt ist, fühlen sich Frauen gut aufgehoben“, sagt dlv-Präsidentin Petra Bentkämper.

Zum Wortlaut der Petition und Unterschriftenaktion:
https://www.change.org/Geburtshilfe-im-ländlichen-Raum

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Thu, 19 Nov 2020 13:15:00 +0100 AktuellesGerechte ChancenLändlicher Raum