Deutscher LandFrauenverband https://www.landfrauen.info/rss.xml Unsere Meldungen als RSS-Feed de-de Deutscher LandFrauenverband https://www.landfrauen.info/rss.xml https://www.landfrauen.info/rss.xml TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Verbraucherinnen wählen — LandFrauen klären auf! ]]> Der Deutsche LandFrauenverband setzt sich für mehr Verbraucherkompetenz in ländlichen Regionen ein

Berlin, 12.03.2021 – „Jeder Verbraucher hat das Recht auf Sicherheit, Information, Wahlfreiheit und das Recht, Gehör zu finden.“ Mit diesen Worten legte der damalige US-amerikanische Präsident John F. Kennedy am 15. März 1962 den Grundstein zum Weltverbrauchertag. Seitdem soll der Weltverbrauchertag am 15. März daran erinnern, dass Verbraucherinnen und Verbraucher wesentliche Rechte haben. Doch viele Menschen fühlen sich im Verbraucheralltag nach wie vor nicht gut informiert und ausreichend geschützt.

Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) ist davon überzeugt, dass nur aufgeklärte Verbraucherinnen und Verbraucher selbstbestimmt entscheiden und für ihre Interessen gegenüber Politik und Wirtschaft einstehen können. Hier setzt der dlv seit 2019 mit seinem Projekt „LandFrauenGuides — Verbraucherinfos auf's Land gebracht" an und stärkt die Verbraucherkompetenz in ländlichen Regionen.

Unter dem Motto „Verbraucherinnen wählen — LandFrauen klären auf!“ will der dlv 2021 innerhalb seiner Aktionstage mit zahlreichen regionalen Veranstaltungen Orientierung im Dickicht des Verbraucheralltags geben. „Angesichts der zahlreichen digitalen Erfahrungen während der Pandemie müssen wir alle wissen, welche Pflichten es zum Beispiel für den Datenschutz bei Videokonferenzen gibt oder unter welchen Bedingungen Stornierungen möglich sind, welche Ersatzansprüche wir haben oder welche Zahlungen geleistet werden müssen“, so dlv-Präsidentin Petra Bentkämper. „Rechte zu kennen, ist die eine Seite, aber gleichzeitig sind wir als mündige Bürgerinnen und Bürger gefordert, kompetent das Wissen anzuwenden und unter Beweis zu stellen“, sagt Petra Bentkämper mit Verweis auf die Aktionstage 2021.

„Verbraucherinformation und Verbraucherberatung sind ein Schlüssel für hohe Lebensqualität und gleichberechtigte Teilhabe. Die Deutschen LandFrauen bringen diese Anliegen entscheidend voran: mit tatkräftigem Engagement gerade für den ländlichen Raum. Für unser Gemeinwesen liegt darin ein wertvoller Dienst“, so die Schirmfrau der Aktionstage Christine Lambrecht, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz.

Der offizielle Startschuss für die Aktionstage fällt am 30. April 2021. „Die bundesweiten Aktionstage sind eine hervorragende Gelegenheit, Kompetenz, Stärke und Aufklärungsleistung von LandFrauen öffentlich zu zeigen und damit für unsere Interessen gegenüber Politik und Wirtschaft einzustehen“, sagt dlv-Präsidentin Petra Bentkämper.

Weitere Informationen zu den Aktionstagen 2021 des dlv gibt es hier.

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Fri, 12 Mar 2021 0:00:00 +0100 AktuellesKompetent im AlltagLändlicher Raum
LandFrauen sind Game Changer ]]> Der Deutsche LandFrauenverband unterstützt 2021 erneut die Equal-Pay-Day-Kampagne und das damit verbundene Ziel, die Lohnlücke endlich zu schließen

Berlin, 09.03.2021 – Wie jedes Jahr erinnert der Equal Pay Day an die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern. Als bundesweiter Aktionstag macht er symbolisch auf den Lohnunterschied aufmerksam und zeigt auf, dass Frauen in Deutschland vom 1. Januar bis zum Equal Pay Day — im Jahr 2021 der 10. März — im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen unbezahlt gearbeitet haben. Aktuell liegt die Lohnlücke, die sich im Vergleich zum vergangenen Jahr minimalst verringert hat, bei weiterhin 20 Prozent. Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) klärt seit vielen Jahren zum Thema Entgeltungleichheit auf und liefert damit einen wichtigen Beitrag, Frauen auf die dringende Notwendigkeit eigener wirtschaftlicher Unabhängigkeit hinzuweisen und sie vor den Gefahren der Altersarmut zu schützen.

„In diesem Jahr sind wir LandFrauen Teil der Kampagne Game Changer! Weil wir uns seit langem für faire Entlohnung stark machen und mit unseren Equal-Pay-Beraterinnen über Lohnungerechtigkeit, Stereotype sowie eine notwendige Alterssicherung aufklären. Klar ist: Solange es den Equal Pay Day gibt, werden wir nicht aufgeben, für eine gleiche Bezahlung zu kämpfen“, sagt Petra Bentkämper, Präsidentin des dlv.

Einen wichtigen Hebel zur Chancengleichheit sieht der dlv im Schließen von Informationslücken. Viele Frauen und Männer haben keine konkrete Vorstellung von den Auswirkungen ihrer beruflichen Entscheidungen. Insbesondere familienbedingte Erwerbsunterbrechungen bedeuten für Frauen oft ein erhöhtes Risiko für Altersarmut. Gleichberechtigung beginnt aber im Kopf. Stereotype und Rollenbilder bestätigen und reproduzieren Ungerechtigkeiten zwischen Frauen und Männern.

„Unsere Equal-Pay-Beraterinnen setzen genau hier an. Sie informieren, zeigen Handlungsalternativen auf und sensibilisieren in Vorträgen und Workshops zu all diesen wichtigen Fakten und Themen“, so dlv-Präsidentin Bentkämper.

In zwei Förderperioden und mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat der dlv insgesamt 21 Equal-Pay-Beraterinnen aus 19 Landkreisen ausgebildet. Sie sind Multiplikatorinnen und leisten eine wichtige Aufklärungsarbeit im ländlichen Raum.

Weitere Informationen zu den Equal-Pay-Beraterinnen des dlv gibt es hier.

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Tue, 09 Mar 2021 7:00:00 +0100 AktuellesGerechte Chancen
LandFrauen für mehr weibliche Vorbilder ]]> Anlässlich des Internationalen Frauentages 2021 fordert der Deutsche LandFrauenverband, Frauen in unserer Gesellschaft ein Gesicht zu geben

Berlin, 05.03.2021 – „LandFrauen sind Chefinnen, Politikerinnen, Macherinnen und sie sind Vorbild, wenn es darum geht, sich für verlässliche Perspektiven der ländlichen Räume, den Zusammenhalt sowie ein gutes Miteinander vor Ort einzusetzen. LandFrauen sind starke, Verantwortung übernehmende Frauen. Es gilt, ihre Kraft und ihr Engagement überall in unserer Gesellschaft zu nutzen und sichtbar zu machen“, sagt Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes anlässlich des Internationalen Frauentages 2021.

Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) macht sich seit jeher für einen stärkeren Einfluss von Frauen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft stark. So fordert der Verband, stabile Rahmenbedingungen für eine gerechte Teilhabe von Frauen in allen Bereichen zu schaffen sowie gesellschaftlich konstruierte Rollenbilder kritisch zu hinterfragen.

Frauen brauchen jedoch in erster Linie Möglichkeiten und Bühnen, um diese Rolle verantwortungsvoll ausüben zu können, um Vorbild für weitere Frauen zu sein, die sie wiederum darin bestätigen, mit Mut und Durchsetzungsvermögen eigene Wege zu gehen. Denn wo Fähigkeiten und Kompetenzen von Frauen nicht sichtbar sind, werden vorsätzlich verkrustete Rollenbilder fortgeschrieben.

„Wir sehen uns als LandFrauen hier in guter Gesellschaft und verbündet mit den Frauen aus Kultur, Film und Fernsehen. Diese werden seit Jahren nicht müde, auf die Diskrepanz von weiblichen Rollenzuschreibungen, realem Können und mangelndem Zutrauen in ihre Fähigkeiten hinzuweisen“, so dlv-Präsidentin Bentkämper. „Weniger Klischees über Frauen, mehr Vertrauen in ihre Fähigkeiten, stärkere Akzeptanz von Diversität — das zeichnet eine moderne emanzipierte Gesellschaft aus, die an der Zukunft arbeitet.“

Der Deutsche LandFrauenverband als die gesellschaftliche Kraft für Frauen im ländlichen Raum fordert alle Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in Politik, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft auf, strategisch und vorausschauend zu handeln und mehr Frauen auf jeder Hierarchiestufe Verantwortung und Führungsaufgaben zu übertragen.

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Fri, 05 Mar 2021 9:00:00 +0100 AktuellesGerechte Chancen
LandFrauen positionieren sich zur Farm-to-Fork-Strategie ]]> Werden die Wegmarken richtig gesetzt, kann die Strategie zur Chance werden

Berlin, 03.03.2021 – „Mit einer ausgereiften Strategie bieten sich vielfältige Chancen für unsere Landwirtschaft - gesellschaftliche Akzeptanz und eine stärkere Wertschätzung für unsere Lebensmittel sind positive Aussichten“, äußert sich Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) anlässlich des vom dlv-Fachausschuss Landwirtschaft erarbeiteten Positionspapiers zur Farm-to-Fork-Strategie. „Dazu bedarf es im Vorfeld allerdings einer fundierten wissenschaftlichen Folgenabschätzung unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte.“

Der Deutsche LandFrauenverband hatte sich zuletzt in seinem Fachausschuss Landwirtschaft und dem BäuerinnenForum 2021 zuletzt intensiv mit der Strategie der Europäischen Kommission befasst. Sie ist Teil des European Green Deal, der ein klimaneutrales Europa bis 2050 sichern soll.

„Eine klimaschonendere Land- und Ernährungswirtschaft kann es nur geben, wenn alle Glieder der Lebensmittelkette, vom ‚Acker bis zum Teller‘ dazu ihren Beitrag leisten und mit Fairness wirtschaften.“ So fasst Juliane Vees, 1. Vizepräsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes und Leiterin des Fachausschusses, eine wesentliche Forderung des dlv im Positionspapier zur Farm-to-Fork-Strategie der EU zusammen.

Das gesamte Positionspapier des Deutschen LandFrauenverbandes, das unter anderem auch Forderungen zu Bürokratieentlastungen, Innovationsförderung und der Honorierung von Umweltleistungen enthält, finden Sie zum Download hier.

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Wed, 03 Mar 2021 8:51:00 +0100 AktuellesLandFrauen und Landwirtschaft
Insektenschutz geht nur Hand in Hand, nicht gegeneinander ]]> Der Deutsche LandFrauenverband fordert kooperatives Handeln beim Insektenschutzpaket

Berlin, 09.02.2021 – Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) bekräftig anlässlich des morgen anstehenden Kabinettbeschlusses zum Insektenschutzpaket seine Forderung nach einem kooperativen Vorgehen zwischen Gesellschaft, Umweltschutz und Landwirtschaft, wie es dlv-Präsidentin Petra Bentkämper auch in der Zukunftskommission Landwirtschaft vorantreibt.

„Einzelne Bundesländer haben in breit getragenen Initiativen gemeinsam mit der Landwirtschaft bereits große Verbesserungen und Gesetzgebungen des Insekten-, Gewässer- und Naturschutz auf den Weg gebracht. Dass diese nun durch die Bundesgesetzgebung ausgehebelt werden sollen, ist ein fatales Zeichen an alle Akteure, die sich vereinen und gemeinsam unsere Umwelt schützen wollen“, so dlv-Präsidentin Petra Bentkämper zum morgen bevorstehenden Beschluss. „Darum fordern wir alle auf, ihren Wahlkampf nicht auf dem Rücken der Landwirtinnen und Landwirte auszutragen, sondern weiter gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten.“

Der Deutsche LandFrauenverband sieht bei großen Teilen der Landwirtschaft einen enormen Willen, sich noch stärker für den Insektenschutz einzusetzen. Die Existenzsorgen und der Frust auf die Umweltpolitik sind aber verständlich, wenn entgegen allen politischen Willensbekundungen nun doch Verbote statt Kooperationsangebote seitens der Politik folgen.

„Insektenschutz ist nicht alleine Aufgabe der Landwirtschaft. Vielmehr liegt es an uns allen, an verantwortlicher Stelle etwas dazu beizutragen — etwa indem kommunale oder gewerbliche Grünanlagen entsprechend ausgestattet, begrünt und gepflegt werden, damit dem Insektenschutz überall Rechnung getragen wird und auch ein Beitrag zur Reduzierung der Lichtverschmutzung geleistet wird. Wir alle stehen in der Verantwortung, nicht allein Landwirtinnen und Landwirte“, so dlv-Präsidentin Petra Bentkämper.

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Tue, 09 Feb 2021 15:32:40 +0100 AktuellesLandFrauen und LandwirtschaftLändlicher Raum
Postpandemisch engagiert – Chancen der Digitalisierung nutzen ]]> Gemeinsames Fachforum vom Deutschen LandFrauenverband (dlv) und von Digitaler Nachbarschaft (DiNa) beim Zukunftsforum Ländliche Entwicklung: Ehrenamtliche benötigen Beratung und Qualifizierung für die Organisationsentwicklung im digitalen Raum

Berlin, 21.01.2021 – Beim 14. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zeigten sich die Veranstalter des Online-Fachforums „Postpandemisch engagiert – alles digital, oder was?!“ zuversichtlich, dass auch in der Pandemie Engagement vielfältig und stark in der Zivilgesellschaft wirkt.

„Die Pandemie hat uns aus der analogen Komfortzone geholt und uns dazu gebracht, digitale Hürden im Sprint zu überwinden. Das sollten wir nutzen, um unsere Vereinsarbeit für die Zukunft widerstandsfähig zu machen“, sagt Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes. „Die nächste LandFrauengeneration wird es uns danken, wenn wir heute digitale Vorreiterinnen werden. Natürlich brauchen wir hierfür endlich flächendeckend schnelles Internet in Form von Glasfaser.“ Der dlv hat bereits vor vier Jahren als einer der wichtigen Engagementverbände im ländlichen Raum bei der Politik Unterstützung angemahnt.

Holger Krimmer von der Zivilgesellschaft in Zahlen gGmbH (ZiviZ) war überzeugt, dass nach der Pandemie für Vereine nichts mehr so sein werde wie zuvor. Sein Statement basierte auf einer Verlaufsstudie, die die ZiviZ derzeit durchführt. Der Befund zeigt, dass einerseits das gewohnte Vereinsleben brachliegt, es aber enorme Einnahmeausfälle bei gleichzeitigen Mehrausgaben für Infektionsschutz und Digitalisierung gibt. Andererseits werde die kollektive Ad-hoc-Digitalisierung von den Betroffenen als positiv wahrgenommen und es zeige sich insgesamt ein hohes Maß an Hilfsbereitschaft in Form von spontanem Engagement.

Vereine wie die LandFrauen Wülfrath sind in der Pandemie digital solide aufgestellt, weil sie das Thema schon vor der Krise auf die Agenda gesetzt hatten. Die Vorsitzende Beate Kneer bescheinigte, dass Dank der Schulungsangebote der Digitalen Nachbarschaft (DiNa) die Umstellung auf digitale Angebote und Vereinsarbeit vergleichsweise problemlos erfolgt sei.

DiNa-Projektleiterin Artemis Toebs unterstrich, dass es eine Herausforderung für die Vereine sei, den Schritt von Tool- und Softwarefragen hin zu strategischen Entwicklungsfragen zu gehen, weil dafür niedrigschwellige Beratungsangebote und Ressourcen fehlten. Bei Fragen rund um die Datensicherheit und den Datenschutz setzen Angebote wie die bundesweit 50 Projektstandorte, genannt „DiNa-Treffs“, an. Sie bieten praktische und hilfreiche Unterstützung. „Für den Erfolg ist es wichtig, die Vereine dort abzuholen, wo sie in der Digitalisierung stehen. Der geschützte Raum in den Schulungsangeboten, wie beispielsweise jenen der LandFrauen, ist eine gute Grundlage für den Erwerb von digitalen Kompetenzen“, betonte Artemis Toebs.

Für dlv-Präsidiumsmitglied Elisabeth Brunkhorst zeigt die Digitalisierung im Ehrenamt auch Grenzen auf. Engagement lebe von der realen Begegnung und dem Austausch. Alle bei der Entwicklung mitzunehmen, bleibe die wichtigste Herausforderung. Die Vereine dürften nicht nachlassen, an der Mitgliederbindung zu arbeiten, zeigte sie sich überzeugt. Gerade für die Mitgliederneugewinnung in jüngeren Generationen lasse sich die Digitalisierung hervorragend nutzen.

Die Bundesvorsitzende der Katholischen Landjugendbewegung Sarah Schulte-Döinghaus sieht in der bundesweiten digitalen Vernetzung eine Chance. Ihr Verband denkt darüber nach, in Zukunft verstärkt hybride Veranstaltungsformen anzubieten.

Die Podiumsgäste waren sich einig, dass ehrenamtliches Engagement eine verlässliche Förderpolitik braucht. Katarina Peranić, Vorstandsfrau der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, versicherte, dass die Erkenntnisse, die im Förderprogramm „Gemeinsam wirken in Zeiten von Corona“ gewonnen wurden, in die weitere Stiftungsarbeit fließen werden. Die Digitalisierung – und hier insbesondere die Chancen für das Engagement in den ländlichen Räumen – wird ein gewichtiger Schwerpunkt der Stiftungsarbeit sein.

Jutta Kuhles, Präsidiumsmitglied des Deutschen LandFrauenverbandes, kündigte in ihrem Schlusswort an, dass der dlv elementare Forderungen im Bundestagswahljahr deutlich machen wird: Ehrenamtliches Engagement im ländlichen Raum braucht Beratung, Qualifizierung, Anerkennung, Aufwertung und Entbürokratisierung.

Das Fachforum zum Nachschauen im Netz.

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Thu, 21 Jan 2021 15:15:54 +0100 AktuellesLändlicher RaumZukunft Ehrenamt
Große Resonanz für Digitalpremiere des BäuerinnenForums 2021 ]]> Engagierte Fachdiskussion über Herausforderungen der Farm-to-Fork-Strategie für Landwirtinnen. Politik muss nachjustieren.

Berlin, 18.01.2021 – „Premiere gelungen!“, resümiert Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) das erste digitale BäuerinnenForum in der Geschichte des Verbandes, zu dem sich rund 240 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft, Politik, dem dlv und anderen Verbänden zugeschaltet hatten. „Die Farm-to-Fork-Strategie der Europäischen Union ist ein wirklich komplexes Thema, dem wir LandFrauen uns stellen müssen. Umso erfreulicher ist die große Resonanz und diskussionsfreudige Auseinandersetzung mit der Strategie und unseren fachkompetenten Gästen beim BäuerinnenForum“, so Petra Bentkämper.

Neben einem wissenschaftlichen und einem politischen Input wurde die Frage debattiert, wie der Green New Deal und im Besonderen die Farm-to-Fork-Strategie gelingen kann. Fokussiert war die Diskussion vor allem hinsichtlich des angekündigten Zieles, die gesamte Lebensmittelkette von der Landwirtschaft über die Lebensmittelindustrie und den Handel bis hin zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern zu betrachten.

Weitestgehend einig waren sich die Podiumsgäste darin, dass die EU-Strategie bis 2030 Anforderungen an Klimaschutz, Pflanzenschutz, Tiergesundheit und Tierwohl sowie Verbraucherschutz formuliert. Aus Sicht der Politik, die die nordrhein-westfälische Landwirtschafts- und Umweltministerin Ursula Heinen-Esser und der brandenburgische Landwirtschafts- und Umweltminister Axel Vogel vertraten, fehlen in der Strategie detaillierte Ziele, die die verarbeitende Industrie und den Lebensmittelhandel in seiner Verantwortung adressieren und verpflichtende Maßnahmen einfordern.

Aus Sicht der Wissenschaft, hier vertreten durch Bernhard Osterburg, Leiter Stabsstellen Klima und Boden beim Thünen-Institut, stelle sich die Frage, wie die unterschiedliche Ausgangssituation der EU-Mitgliedsstaaten in diesem Prozess, klimaneutraler und umweltfreundlicher zu produzieren, bewertet wird und ob bereits erreichte Reduktionserfolge z.B. aus dem Pflanzen- und Umweltschutz im Prozess einbezogen werden.

Peter R. Müller, Geschäftsführer von Bayer CropScience, sieht die Industrie als Partner für Effizienz, digitale Technologien und künstliche Intelligenz. Zudem zeigte er Ansätze für einen künftigen CO2-Handel auf, die Einkommenschancen bieten könnten.

Für Magdalena Zelder, Landwirtin und Existenzgründerin mit Direktvermarktung, ergeben sich aus der Strategie neben klaren Chancen auch viele offene Fragen. An erster Stelle steht die Sicherstellung von Breitband für den ländlichen Raum als Voraussetzung für moderne Landwirtschaft. Hinsichtlich konkreter Forderungen der Farm-to-Fork-Strategie und ambitionierter Ziele zum Antibiotikaeinsatz sagt Magdalena Zelder: „Ich muss aber nach guter fachlicher Praxis meinen Tieren einen guten Gesundheitsstatus ermöglichen.“ Der Forderung im Strategiepapier nach mehr Biolandbau stehe Zelder offen gegenüber. Sie sehe aber klar das Problem, dass die Abnahme der dann erzeugten Produkte nicht geregelt sei und die Märkte dafür fehlten. Zudem vermisse sie Aussagen zur finanziellen Ausgestaltung der Strategie, die Landwirtinnen und Landwirten die nötige Planungssicherheit im Umbauprozess ermöglicht. „Naturschutz, Umweltschutz und Landwirtschaft“, so Magdalena Zelder, „müssen mehr miteinander arbeiten, nicht gegeneinander, denn wir haben dieselben Ziele.“

Einigkeit bestehe darin, so fasste Juliane Vees, 1. Vizepräsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes die Diskussion beim BäuerinnenForum zusammen, dass alle miteinander eine große Verantwortung dafür trügen, das Klima zu schützen. „Bäuerinnen und Bauern brauchen aber umsetzbare Ziele, die zwingend auch honoriert werden müssen. Nachhaltigkeit als zentrale Forderung muss für die Ökologie gelten, aber ebenso für die Ökonomie sowie die soziale und gesellschaftliche Betrachtung.“

Mit Nachdruck verwies Juliane Vees darauf, dass die gesamte Lebensmittelkette sowie die Verbraucherinnen und Verbraucher in der Verantwortung stehen, an den entsprechenden Parametern zu arbeiten. Hier müsse die EU aus Sicht der Diskutanten nachjustieren. Bezüglich der Auswirkungen auf die Praxis formulierte Vees: „Eine Folgenabschätzung im Vorfeld ist unabdingbar, nur so sind landwirtschaftliche Betriebe bereit, ihre Strukturen anzupassen und noch stärker klimatechnisch auszurichten. Planungssicherheit, wissenschaftliche Begleitung sowie Innovation sind zentrale Elemente, damit die gesamte Lebensmittelkette – vom Acker bis zum Teller – ihre Chancen in der Farm-to-Fork-Strategie erkennen.“

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Mon, 18 Jan 2021 13:40:00 +0100 AktuellesLandFrauen und Landwirtschaft
Corona zum Trotz: dlv bestreitet 2021 IGW-Rahmenveranstaltungen digital ]]> Der Deutsche LandFrauenverband hält auch 2021 am BäuerinnenForum und ZukunftsForum zur Internationalen Grünen Woche fest – erstmalig digital.

Berlin, 10.12.2020 – Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) wird anlässlich der IGW 2021 erstmals in seiner Geschichte das BäuerinnenForum sowie das ZukunftsForum in digitaler Form durchführen. Dies gibt vielen LandFrauen und Interessierten die Möglichkeit, an aktuellen Debatten zur Zukunft der Landwirtschaft und des ländlichen Raums teilhaben zu können.

Beim BäuerinnenForum am 16. Januar 2021 von 13:30 bis 15:30 Uhr wird die Farm-to-Fork-Strategie der EU, sinngemäß „vom Hof auf den Teller“, im Fokus stehen. Sie ist Teil des von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen angekündigten „New Green Deal“, dessen Ziel es ist, die Europäische Union bis 2050 völlig klimaneutral zu entwickeln. Diese Strategie umfasst die gesamte Lebensmittelkette von der Landwirtschaft über die Lebensmittelindustrie und den Handel bis hin zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern.

„Im BäuerinnenForum wollen wir beleuchten, wo die Strategie, beginnend bei den Betrieben in der Landwirtschaft über die Lebensmittelindustrie und den Handel bis hin zur Ladentheke Änderungsbedarf vorsieht, aber auch, welche Chancen sie insbesondere für unsere Bäuerinnen und Bauern eröffnet. Wir wollen Fragen und Anforderungen an Wirtschaftlichkeit, ressourcenschonende und nachhaltige Bewirtschaftung sowie Ernährung aus regionaler Produktion in ihrer Komplexität diskutieren und daraus Lösungsansätze aus Sicht der LandFrauen finden“, umreißt Juliane Vees, 1. Vizepräsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes, das Ziel des BäuerinnenForums.

Das ZukunftsForum des dlv am 20. Januar 2021 von 12:30 bis 14:30 Uhr steht unter dem Titel „Postpandemisch engagiert – alles digital oder was?!“ Das Fachforum im Rahmen des 14. Zukunftsforums Ländliche Entwicklung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft widmet sich der zentralen Frage, wie die digitale Zukunft des ehrenamtlichen Engagements in Deutschland aussieht. Neben den Erkenntnissen aus einer Studie über bürgerschaftliches Engagement und gesellschaftlichen Zusammenhalt während der Corona-Pandemie sowie aus dem Projekt Digitale Nachbarschaft im LandFrauenverein Wülfrath wird darüber diskutiert, welche Unterstützung Vereine im ländlichen Raum für die Umsetzung ihrer zivilgesellschaftlichen Aufgaben benötigen. Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit Deutschland Sicher im Netz e.V. statt.

Anmeldung zum BäuerinnenForum digital über die Seite des dlv hier.

Anmeldungen zum ZukunftsForum digital ab Januar 2021 und weitere Informationen hier.

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Thu, 10 Dec 2020 10:01:21 +0100 AktuellesLandFrauen und LandwirtschaftLändlicher Raum
Mit Mut, Mumm und Ausdauer: Ehrenamt hat viele Gesichter! ]]> Zum Internationalen Tag des Ehrenamtes würdigt der Deutsche LandFrauenverband (dlv) die Unerschrockenheit und das Engagement von LandFrauen in dieser besonderen Zeit

Berlin, 03.12.2020 – „Ob es das Nähen von tausenden Stoffmasken war, das Organisieren von Einkaufsdiensten für Risikogruppen, die Etablierung von Online-Stammtischen, um in Kontakt zu bleiben oder Postkartenaktionen, um Menschen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind – das Engagement von LandFrauen ist unaufhaltsam. Ich bin stolz auf die vielen engagierten LandFrauen und dankbar, Präsidentin eines so aktiven Verbandes zu sein“, sagt dlv-Präsidentin Petra Bentkämper.

Die Pandemie hat viele LandFrauenvereine vor wachsende Herausforderungen gestellt. Was ehrenamtliches Engagement üblicherweise auszeichnet, der persönliche Kontakt, wurde plötzlich zur gesundheitlichen Gefährdung. Zahlreiche Vereinsaktivitäten, der LandFrauentag, Jubiläumsfeiern oder Gremiensitzungen mussten pandemiebedingt abgesagt werden. Nach einem Moment der Stille und einer kurzen Zeit der Neuorientierung war für viele LandFrauen jedoch klar: In der aktuellen Situation ist nicht nur Zurückhaltung, sondern auch ein Weitermachen im Engagement gefragt. Bundesweit beteiligen sich LandFrauen am Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus. Sie tragen mit ihren vielfältigen Einsätzen und mit ihrer Kreativität gerade in dieser Zeit dazu bei, Notwendiges für ihre Nachbarschaft, für die Gesellschaft, für ihre Region zu tun.

„Das Jahr 2020 ist eine Herausforderung für die LandFrauenarbeit, jedoch auch ein hervorragendes Beispiel, wie sich LandFrauen mit Mut und Willen der Digitalisierung gestellt haben. Für große Firmen und IT-Verbände ist es keine Kunst, im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie Technik und Tools obendrauf zu setzen. Für LandFrauen im Ehrenamt ist das ein ganz anderer Schritt: technische Voraussetzungen, unzureichende Infrastruktur, nötige Softwarekenntnisse – alles nicht immer ideal. Aber trotzdem haben sich LandFrauen diesen Herausforderungen gestellt und sichern weiterhin die Verbandsarbeit und den Zusammenhalt“, so Ursula Braunewell, Zweite Vizepräsidentin des dlv.

Ziel des Deutschen LandFrauenverbandes ist es, die digitalen Errungenschaften für das ehrenamtliche Engagement im ländlichen Raum gewinnbringend einzusetzen. Das Miteinander und andere soziale Faktoren, die die Vereinskultur seit jeher ausmachen, gilt es zu erhalten. „Gerade jetzt sehen wir, wie wichtig eine lebendige und funktionierende Vereinsstruktur vor Ort ist“, sagt dlv-Präsidentin Petra Bentkämper.

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Thu, 03 Dec 2020 9:00:00 +0100 AktuellesZukunft Ehrenamt
Mehr Frauen in die Vorstände: Endlich Bewegung! ]]> Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) begrüßt die Einigung der Großen Koalition, das Führungspositionengesetz zu novellieren

Berlin, 24.11.2020 – In börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Unternehmen mit mehr als drei Vorstandsposten soll künftig mindestens eine Frau im Vorstand mitwirken. Darauf hat sich die Große Koalition geeinigt und will das Führungspositionengesetz (FüPoG II) nun weiterentwickeln. Der Deutsche LandFrauenverband ist der Überzeugung, dass nur durch eine gesetzliche Regelung der Frauenanteil in Führungspositionen nachhaltig erhöht werden kann.

„Ein dickes Brett ist angebohrt. Wir LandFrauen werden uns aber erst zufriedengeben, wenn es gänzlich durchbohrt ist. So fordere ich die Bundesregierung auf, die Novellierung des Führungspositionengesetzes schnell voranzutreiben und noch in dieser Legislaturperiode mit konkreten Umsetzungsvorschlägen auf den Weg zu bringen“, sagt Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes.

Der dlv ist zuversichtlich, dass ein höherer Anteil von Frauen in Vorständen eine Sogwirkung auch auf andere Bereiche haben wird. Mehr Frauen in Entscheidungspositionen können zu einer Veränderung der Arbeitskultur in unserem Land beitragen. Davon profitieren dann Frauen und Männer auf allen Ebenen der Unternehmen, egal ob in der Privatwirtschaft, der Landwirtschaft oder im öffentlichen Sektor.

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Tue, 24 Nov 2020 13:00:00 +0100 AktuellesGerechte Chancen
Geburtshilfe. Im ländlichen Raum. Jetzt! ]]> Deutscher LandFrauenverband (dlv) startet bundesweite Unterschriftenaktion

Berlin, 19.11.2020 – Im Rahmen seiner Mitgliederversammlung startet der dlv seine Unterschriftenaktion und Online-Petition „Geburtshilfe. Im ländlichen Raum. Jetzt!“. Damit fordert der Deutsche LandFrauenverband Bundesminister Jens Spahn und die Mitglieder der Gesundheitsministerkonferenz auf, das Schließen von Geburtsstationen zu stoppen, die Ansiedlung von Hebammen aktiv zu fördern und Geburtshilfe politisch zum Thema zu machen.

Als Stimme für den ländlichen Raum sieht sich der Deutsche LandFrauenverband in der Verantwortung, auf die unbefriedigenden Bedingungen vor Ort aufmerksam zu machen. „Die Zahlen bestätigen, dass eine gut erreichbare Geburtshilfe im ländlichen Raum nicht mehr gewährleistet ist – eine Entwicklung, die wir LandFrauen nicht länger akzeptieren können“, sagt Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes.

„Für werdende Mütter hat das Schließen von Geburtsstationen fatale Konsequenzen. Frauen, die entbinden, müssen zunehmend lange Wege auf sich nehmen, um medizinisch betreut zu werden. Das kann zu einer echten Gefährdung für die eigene und für die Gesundheit des Kindes führen. Überall, egal ob im städtischen oder im ländlichen Raum, müssen Frauen während der Schwangerschaft sowie bei und nach der Entbindung das Recht auf eine gute und vor allem wohnortnahe geburtsmedizinische Versorgung und Hebammenbetreuung haben.“

Im ländlichen Raum schließen immer mehr Geburtsstationen ohne alternatives Angebot. Gab es im Jahr 2000 noch 1.142 Fachabteilungen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, waren es laut Statistischem Bundesamt 2018 nur noch 778.

Der Deutsche LandFrauenverband möchte diese Entwicklungen stoppen und mit seiner bundesweiten Unterschriftenaktion eine wohnortnahe Geburtshilfe im ländlichen Raum einfordern. „Für uns ist klar: Nur dort, wo eine geburtsmedizinische Versorgung und Hebammenbetreuung sichergestellt ist, fühlen sich Frauen gut aufgehoben“, sagt dlv-Präsidentin Petra Bentkämper.

Zum Wortlaut der Petition und Unterschriftenaktion:
https://www.change.org/Geburtshilfe-im-ländlichen-Raum

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Thu, 19 Nov 2020 13:15:00 +0100 AktuellesGerechte ChancenLändlicher Raum
Gründerinnen auf dem Lande brauchen Vorbilder, gute Beratung, Netzwerke und Mut ]]> Ergebnisse der Gründerinnen-Studie des Deutschen LandFrauenverbandes vorgestellt

Berlin, 17.11.2020 — Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) hat heute erste Ergebnisse einer aktuellen Gründerinnen-Studie vorgestellt. Diese wurde im Rahmen des dlv-Projekts „Selbst ist die Frau – Existenzgründung von Frauen im ländlichen Raum“ durchgeführt. Die von empirica AG, einem unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitut, im Auftrag des dlv verfasste Studie liefert umfassende und aktuelle Zahlen, Daten und Fakten zur Situation von gründungsinteressierten Frauen und Gründerinnen im ländlichen Raum.

„Im ländlichen Raum selbst zu gründen kann für Frauen eine attraktive Einkommensalternative im Vergleich zu einer abhängigen Beschäftigung sein und dafür sorgen, dass Frauen als innovative Kräfte im ländlichen Raum bleiben. Umso mehr freuen wir uns, mit der aktuellen Gründerinnen-Studie Schwarz auf Weiß Herausforderungen, Motivlagen, Rahmenbedingungen und Bedarfe von gründungsinteressierten Frauen und Gründerinnen im ländlichen Raum zu kennen“, so Petra Bentkämper, Präsidentin des dlv. „Damit lassen sich konkrete Erfordernisse für Existenzgründungen mit Zukunft im ländlichen Raum ableiten.“

Im Ergebnis zeigt die Studie, dass sich in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren in vielen Bereichen wenig geändert hat: Frauen im ländlichen Raum gründen nach wie vor als Einzelunternehmerin oder mit nur wenigen Beschäftigten und stehen vor ähnlichen Herausforderungen wie Gründerinnen Mitte der 2000er-Jahre. So stellen fehlende Vorbilder und fehlender Mut, finanzielle Unsicherheiten im Vergleich zu einer abhängigen Beschäftigung sowie hohe bürokratische Hürden typische Hemmnisse auf dem Weg zur Gründung dar. Gründerinnen in ländlichen Räumen starten mittlerweile etwas früher (mit 35 statt mit 40 Jahren) oder aber auch später (mit 55 statt mit 50 Jahren) mit der Gründung. Anlass dafür ist häufig der Eintritt in eine neue Lebensphase. Nach wie vor gründet fast jede zweite Frau in Teilzeit. Der Schritt in die Selbstständigkeit wird gegangen, um eine erfüllende Tätigkeit auszuüben, Arbeitszeiten flexibel einteilen zu können oder auch um einen Arbeitsplatz zu finden, der den eigenen Qualifikationen entspricht. Viel Geld zu verdienen oder auf Wachstum ausgerichtet zu sein steht nicht im Mittelpunkt der Gründung. Frauen im ländlichen Raum gründen nach wie vor insbesondere im Dienstleistungsbereich sowie auch im Einzelhandel. Hervorzuheben ist, dass der Anteil von Frauen an allen Gewerbetreibenden, die eine Neugründung anmelden, im ländlichen Raum mit 32 Prozent etwas höher liegt als im städtischen Raum mit 29 Prozent.

Die im Rahmen der Studie erarbeiteten Handlungsempfehlungen können je nach Gründungsphase unterschieden werden. So sei es in der Phase der Sensibilisierung von Frauen im ländlichen Raum für das Thema Existenzgründung wichtig, Vorbilder zu kommunizieren. In der Phase der Aktivierung sollten Frauen durch den Abbau bürokratischer Hürden stärker zur Existenzgründung ermutigt werden. In der Beratungsphase gehe es darum, Frauen angemessen bei der Gründung zu begleiten, den Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten zu verbessern und frauenspezifische Beratungsangebote stärker auszubauen. Das Thema Netzwerken habe in allen Phasen der Gründung als Querschnittsaufgabe eine sehr hohe Bedeutung. Auch sei es wichtig, den Diskurs über eine gerechtere Verteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit zwischen Männern und Frauen fortzusetzen.

Die Kommunikation von Vorbildern, Workshops rund um (u.a. auch frauenspezifische) Gründungsthemen sowie die Vernetzung von gründungsinteressierten Frauen mit anderen Gründerinnen, Unternehmerinnen oder auch Beratungsstellen steht im Mittelpunkt der Arbeit von dlv-Gründungslotsinnen. Diese wurden in den vergangenen beiden Jahren im Rahmen des dlv-Projekts „Selbst ist die Frau“ ausgebildet und ermutigen, unterstützen und vernetzen Frauen im ländlichen Raum auf dem Weg zur Gründung.

„Unsere Gründungslotsinnen haben selbst gegründet und sind deshalb wichtige Vorbilder für andere Frauen. Ihr Beispiel zeigt, dass Frauen im ländlichen Raum erfolgreich gründen können“, so die Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes Petra Bentkämper. Sie betont zugleich: „Vorbilder sind wichtig, doch auch die Rahmenbedingungen für eine Gründung müssen stimmen. Dazu gehören selbstverständlich ein angemessener Breitbandausbau, ausreichende frauenspezifische Beratungsangebote und geeignete finanzielle Unterstützungsinstrumente für Gründerinnen“, so Petra Bentkämper weiter. „Hier sind Beratungsstellen, Netzwerke und Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft gefragt.“

Informationen zur Studie

Die Studie im Auftrag des dlv startete Anfang 2020 und basiert auf zwei Online-Befragungen – von Gründerinnen und von Beratungsstellen – und auf Experteninterviews mit unterschiedlichen Gründungs- und Netzwerkakteuren. Außerdem erfolgte eine Sonderauswertung der Gewerbeanzeigenstatistik und des Mikrozensus sowie eine Auswertung weiterer sekundärstatistischer Daten zum Gründungsgeschehen. Zudem leitete empirica, ausgehend von den verschiedenen Phasen einer Gründung, Handlungsempfehlungen ab und identifizierte Beispiele guter Praxis.

Ergebnisse der Studie können ab 20. November 2020 hier abgerufen werden. Die gesamte Studie wird Ende des Jahres auf der Website des dlv digital veröffentlicht und auch in gedruckter Form erhältlich sein.

Über das Projekt „Selbst ist die Frau“

Das dlv-Projekt „Selbst ist die Frau“ wird seit Beginn des Jahres 2019 und noch bis Ende des Jahres 2020 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Ziel ist es, Frauen im ländlichen Raum für das Thema Existenzgründung als berufliche Option zu sensibilisieren. Weitere Informationen hier.

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Mon, 16 Nov 2020 16:36:04 +0100 AktuellesGerechte Chancen
Frauen stärken, ländliche Entwicklung und Ernährung sichern! ]]> Neue dlv-Aktivitäten zur Stärkung von Frauen im ländlichen Raum in Ghana sind angelaufen

Techiman (Ghana), 13.11.2020 – „Frauen stärken, ländliche Entwicklung und Ernährung sichern!“ lautet das Motto des neuen Ghana-Projektes des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv), welches im Juni 2020 angelaufen ist.

Trotz der COVID-19-Pandemie sind die ersten Aktivitäten im Rahmen des Projektes erfolgreich gestartet: So nahmen in der vergangenen Woche zwölf ghanaische Reisbäuerinnen aus sechs Frauengruppen unter dem Motto „Ghanaischer Parboiled-Reis für eine bessere Ernährung!“ am National Farmers‘ Day in Techiman teil.

Die Teilnahme auf der wichtigsten und jährlich wiederkehrenden Landwirtschaftsmesse in Ghana bietet den beteiligten Frauen die Möglichkeit, ihren Reis zu vermarkten und sich stärker zu vernetzen: „Trotz der derzeitigen Situation bekamen unsere Reisfrauengruppen und ihr Angebot große Aufmerksamkeit. Einige Frauen konnten auch schon neue Kundenkreise für ihren Parboiled-Reis gewinnen“, sagt Lydia Baffour, Projektkoordinatorin für den dlv in Ghana. „Die Messe war eine große Chance, die Arbeit der Reisfrauengruppen publik zu machen.“

Das Bekanntmachen von ghanaischem Parboiled-Reis ist ein besonderes Anliegen der Frauen. Der Reis wird durch das Parboiled-Verfahren weniger anfällig für Nachernteverluste und ist nahrhafter als herkömmlich weiterverarbeiteter Reis. Indem die Reisbäuerinnen über die Verarbeitung von Reis informieren, wird ein höheres Bewusstsein für die Produktion lokaler Nahrungsmittel geschaffen und ein Beitrag zur Ernährungssicherung im Lande geleistet.

„Als Deutscher LandFrauenverband unterstützen wir aktiv diese elementare Arbeit vor Ort, indem wir Tandemtrainerinnen und Bildungsangebote bereitstellen. Das ist unser Beitrag zur Stärkung von Frauen und der Entwicklung landwirtschaftlicher Netzwerke in Ghana“, sagt Petra Bentkämper, Präsidentin des dlv.

Die Stärkung von Frauen in diesen Regionen ist von hoher Relevanz für die Gesellschaft. Denn in Ländern des Globalen Südens leisten Frauen einen Großteil der Arbeit, um die Versorgung ihrer Familien mit Nahrungsmitteln sicherzustellen. Daher sind Veranstaltungen wie die nationale Landwirtschaftsmesse ideal, um Frauen und Frauenverbände in ihren Anliegen zu stärken und sichtbarer zu machen, aber gleichzeitig auch auf die Bedeutung lokaler Produktion und Nahrungsmittel aufzuzeigen.

Frauen stärken, ländliche Entwicklung und Ernährung sichern!
Über das Projekt des Deutschen LandFrauenverband (dlv) in Ghana

Das Projekt der dlv-LandFrauen gGmbH ist bereits ein Folgeprojekt in Ghana und wird in Kooperation mit dem Globalvorhaben „Stärkung bäuerlicher Organisationen für nachhaltige Agrarentwicklung“ der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) umgesetzt. Gefördert wird es im Rahmen der Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“ durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

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Thu, 12 Nov 2020 11:22:42 +0100 AktuellesGerechte Chancen
Befragung zur Lebenssituation von Frauen in Landwirtschaftsbetrieben startet ]]> Deutscher LandFrauenverband ruft Frauen in und um die Landwirtschaft zur Teilnahme an Studie auf

Berlin, 11.11.2020 – Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) hat seit Jahren die ungenügende Datenlage zur Situation von Frauen in und um die Landwirtschaft bemängelt. Nach langer Zeit werden nun in einer Studie wieder bundesweit Zahlen und Fakten über die Arbeits- und Lebenssituation von Frauen auf dem Land erhoben.

„Wir brauchen diese Studie, um die Lebenssituation von Frauen im ländlichen Raum besser einschätzen und ihre Interessen gegenüber der Politik vertreten zu können. Darum ist es wichtig, dass viele Frauen daran teilnehmen und ihre Erfahrungen einbringen“, so dlv-Präsidentin Petra Bentkämper.

Das Forschungsprojekt zur „Lebenssituation von Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben in ländlichen Regionen Deutschlands — Eine sozio-ökonomische Analyse“ wird gemeinsam vom Thünen-Institut für Betriebswirtschaft und dem Lehrstuhl für Soziologie Ländlicher Räume der Universität Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen LandFrauenverband durchgeführt. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, der Projektträger ist die BLE.

Die Befragung findet von November 2020 bis Februar 2021 statt. Sie umfasst ca. 60 Fragen zur Person, zur Position und zu Tätigkeiten im Betrieb und im Haushalt, zu außerbetrieblichen Tätigkeiten und Ehrenamt sowie zur sozialen Absicherung.

Weitere Informationen zur Studie erhalten Sie hier.
Zur Befragung.

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Wed, 11 Nov 2020 11:41:22 +0100 AktuellesLändlicher Raum
Kommunikation mit der Gesellschaft auch während Corona konsequent weiterführen ]]> 4-Länder-Treffen der deutschsprachigen Bäuerinnen- und Landfrauenverbände im Zeichen des Dialogs

Wien, 22.10.2020 – In herausfordernden Zeiten wie der aktuellen Corona-Pandemie, ist es für die Bäuerinnen- und Landfrauenorganisationen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol wichtig, Schwerpunkte, die sie in ihrer Arbeit verfolgen, nicht aus den Augen zu verlieren. Wie das digitale Treffen der Vorsitzenden und Geschäftsführerinnen zu Wochenbeginn gezeigt hat, haben die Absagen der zahlreichen über das ganze Jahr geplanten Veranstaltungen die Verbände „schmerzlich getroffen“. Zwar habe die erste Infektionswelle im Frühjahr die Einstellung der Gesellschaft für die regional und nachhaltig produzierende Landwirtschaft zum Positiven verändert, nun gelte es aber dieses Bewusstsein weiter zu erhalten, so die einhellige Meinung der vier beteiligten Verbände. Die faktenbasierte Kommunikation mit den Konsumentinnen und Konsumenten, mit Lehrkräften und Bildungsträgern sowie den Medien über den Mehrwert der Landwirtschaft war daher auch zentraler Schwerpunkt dieser zweitägigen Veranstaltung. Dabei standen nicht nur der Austausch von Ideen und Leuchtturmprojekten auf dem Programm, sondern ebenso Maßnahmen und Bildungsangebote, die die Bäuerinnen und Landfrauen für den Dialog mit der Gesellschaft einbringen.

„Die Digitalisierung zeigt uns viele neue Möglichkeiten auf, mit den Menschen in Kontakt zu bleiben und unsere Anliegen in der Bevölkerung kundzutun. Wichtig ist nun, dass wir trotz aller Herausforderungen weiterhin motiviert bleiben“, betonte Andrea Schwarzmann, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen in der Landwirtschaftskammer Österreich, unter deren Vorsitz das 4-Länder-Treffen 2020 stattfand. „Wir können den Dialog aber nur führen, wenn wir die notwendige Unterstützung erhalten und unsere Vorhaben als Bildungs- und Beratungs-Maßnahmen in der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik Eingang finden.“

Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) machte sich dafür stark, „neben dem notwendigen faktenorientierten Dialog die Sachverhalte aber immer wieder aus anderen Blickwinkeln zu betrachten und zu hinterfragen, um so die Möglichkeit zum Positionswechsel zu erhalten“.

Durch die eingeschränkten Möglichkeiten des persönlichen Zusammentreffens mit Konsumentinnen und Konsumenten in den vergangenen Monaten, haben die Bäuerinnen- und Landfrauenverbände die Nutzung der sozialen Medien forciert. „In einem so klein strukturierten Land, wie Südtirol es ist, lebt der Dialog zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft vor allem durch den persönlichen Austausch und vom Erleben vor Ort (Hofbesuche, Bauernmärkte, verschiedene Veranstaltungen der einzelnen Bäuerinnen-Ortsgruppen, das Leben und Erleben von Bräuchen und Traditionen). Es ist wichtig, auch in Zeiten wie diesen, auf diesen Beziehungen aufzubauen und die neuen digitalen Chancen zu nutzen. Unsere Arbeit ist in den letzten Monaten durch gute Öffentlichkeitarbeit über die verschiedenen Kanäle besonders über die sozialen Netzwerke medial aufgeblüht“, so Antonia Egger, Landesbäuerin der Südtiroler Bäuerinnenorganisation.

Der Dialog mit der Bevölkerung ist ebenso für den Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) ein wichtiges Thema. „Unter der Vision Wir, die Frauen vom Land.gemeinsam.kompetent.engagiert. nehmen die Mitglieder des Verbandes und die Vereine in allen Landesteilen der Schweiz eine zentrale Rolle als Brücken-Bäuerinnen zwischen Stadt und Land und zwischen Produzent(inn)en und Konsument(inn)en ein. Dieser Dialog und Kontakt ist in den aktuellen landwirtschaftlichen Diskussionen über Wertschöpfungsstrategien und die bevorstehenden Abstimmungen über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln von entscheidender Bedeutung“, betonte Anne Challandes, Präsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes (SBLV).

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Thu, 22 Oct 2020 11:48:00 +0200 AktuellesPressemeldungenLandFrauen und Landwirtschaft
Kampf gegen den Hunger weltweit muss oberste Priorität haben ]]> Deutscher LandFrauenverband zum Internationalen Welt-Landfrauentag und Welternährungstag

Berlin, 15.10.2020 – „Ohne Landfrauen wird der Kampf gegen Hunger nicht gelingen, nirgendwo auf der Welt“, sagt Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv). Anlass sind der heute stattfindende Internationale Welt-Landfrauentag und der morgen folgende Welternährungstag.

In Ländern des Globalen Südens leisten Frauen schätzungsweise 80 Prozent der Arbeit, um die Versorgung ihrer Familien mit Nahrungsmitteln sicherzustellen. „Die Aufeinanderfolge von Internationalem Welt-Landfrauentag und Welternährungstag muss allen bewusst machen, welche Komplexität und enge Verflechtung besteht und welchen wertvollen Beitrag Millionen Frauen im ländlichen Raum zur Sicherstellung beziehungsweise Verbesserung der Welternährung leisten“, so dlv-Präsidentin Petra Bentkämper weiter, „zumal in vielen Regionen Frauen dafür bis an die Grenzen ihrer physischen Belastung gehen müssen.“

Der weltweit geführte Kampf gegen den Hunger hat binnen 20 Jahren zwar schon Erfolge aufgewiesen. Doch soziale und militärische Konflikte sowie Auswirkungen des Klimawandels und Naturkatastrophen in den vergangenen Jahren haben diesen Fortschritt wieder zunichte gemacht. Schätzungsweise 690 Millionen Menschen weltweit hungern.

„Dass weltweit trotzdem viele Menschen hungern, haben sie nicht verschuldet. Im Gegenteil: Frauen im ländlichen Raum kämpfen weltweit für bessere Strukturen, wirtschaftliche Unabhängigkeit und Entwicklungschancen ihrer Kinder“, so dlv-Präsidentin Petra Bentkämper.

Corona verschärft die Situation erneut. Geschätzt 80 bis 130 Millionen Menschen könnten zusätzlich von Hunger betroffen sein. „Die aktuelle Pandemie wirft die Frauen in ihren Bestrebungen wieder zurück“, so Petra Bentkämper. „Die Zahl der Menschen, die sich nicht ausreichend ernähren können, steigt durch Corona schlagartig weiter an. „Hier müssen schnell und effektiv Mittel und Wege gefunden werden, um keine weiteren Rückschläge im Kampf gegen den Hunger einzustecken. Finanzielle Mittel für nachhaltigen Pflanzenbau und tragfähige Produktionsmöglichkeiten sind dringend erforderlich. Dass der Friedensnobelpreis 2020 dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen zugesprochen wurde, verdeutlicht die Priorität und Bedeutung für den Kampf gegen den Hunger weltweit“, betont Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes.

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Thu, 15 Oct 2020 10:00:00 +0200 AktuellesPressemeldungenLandFrauen und Landwirtschaft
Einführung des Nutri-Score — nicht das Gelbe vom Ei ]]> Der Deutsche LandFrauenverband bezweifelt den Nutzen von Nutri-Score und fordert stattdessen mehr Ernährungsbildung von Klein auf

Berlin, 08.10.2020 – Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) bewertet die freiwillige Einführung des Nutri-Score in Deutschland, über die am Freitag im Bundesrat abschließend beraten wird, skeptisch. Hierzu sagt dlv-Präsidentin Petra Bentkämper: „Wir können den Wunsch aus der Verbraucherschaft nach einfachen und schnellen Lösungen für Kaufentscheidungen an der Ladentheke verstehen. Dennoch halten wir den Nutri-Score nicht für das Mittel der Wahl, wenn es um die Förderung eines gesunden Ernährungsstils geht. Trotz enormer Fortschritte in den vergangenen Jahren hapert es in Deutschlands Schulen und Kitas nach wie vor an einer umfassenden Ernährungsbildung. Darauf sollte unser Hauptaugenmerk liegen.“

Der Weg zu einem neuen Nährwert-Label war insgesamt langwierig und steinig. Zur Berechnung des Nutri-Score wird die Menge bestimmter ungünstiger und günstiger Inhaltsstoffe eines Nahrungsproduktes ermittelt und miteinander verrechnet. Ungünstig wirken sich Energiegehalt, Zucker, gesättigte Fettsäuren und Salz aus. Günstig dagegen wirken Eiweiß, Ballaststoffe sowie Anteile von Obst, Gemüse und Nüssen. Uneinigkeit gab es bis zuletzt u.a. darüber, wie beispielsweise Wurst, Fruchtsäfte oder Milchmischgetränke zu bewerten sind.

„Für mich ist nicht abschließend geklärt, wie verlässlich die Aussagen dieses Labels wirklich sind?“, betont Bentkämper mit Verweis darauf, dass die Kennzeichnung von Produkten mit dem Nutri-Score absolut freiwillig ist. „Ob ich nun zu einer grün oder zu einer gelb gelabelten Pizza greife – ausschlaggebend ist doch, dass in meinem Einkaufskorb Lebensmittel liegen, die zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung beitragen und möglichst noch saisonal und regional sind. Darüber macht der Nutri-Score keine Aussage“, erläutert Petra Bentkämper.

Dennoch will der dlv dem Nährwert-Label eine Chance geben. „Die Anwendung in der Praxis wird zeigen, was der der Nutri-Score leistet. Bevor wir an eine EU-weite verpflichtende Kennzeichnung denken, brauchen wir eine kritische Evaluierung aus der Praxis heraus“, verlangt Petra Bentkämper.

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Thu, 08 Oct 2020 13:32:00 +0200 AktuellesKompetent im Alltag
Mit vereinten Kräften für ein gutes Leben auf dem Land ]]> Der Deutsche LandFrauenverband blickt mit Stolz auf 30 Jahre gemeinsamen Weges

Berlin, 01.10.2020 – Der 30. Jahrestag der Deutschen Einheit ist für den Deutschen LandFrauenverband (dlv) Anlass, auf drei Jahrzehnte Zusammenwachsen, auf positive Entwicklungen, die Stärkung der Gemeinschaft und insbesondere die enormen Leistungen beim Aufbau von LandFrauen-Strukturen im östlichen Teil Deutschlands zu blicken.

„Mein Dank gilt allen LandFrauen, die sich nach 1990 mit Leidenschaft und viel persönlichem Engagement und ehrenamtlicher Bereitschaft in den Aufbau von Vereinen und LandFrauenverbänden im Osten der Republik gestürzt haben“, sagt Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes. „Es erfüllt uns alle mit Freude, was seit 1990 an Wissen, Erfahrungen und Kreativität, aber auch an Veränderungswillen in die Aktivitäten des Deutschen LandFrauenverbandes durch die Frauen in den neuen Landesverbänden eingeflossen ist. Das Zusammenwachsen von LandFrauen in der gesamten Republik konnte aber auch nur durch die Offenheit und Unterstützung unserer etablierten LandFrauenvereine gelingen, die ebenso einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer starken gesamtdeutschen Interessenvertretung von LandFrauen geleistet haben“, so Petra Bentkämper.

Die vergangenen 30 Jahre dokumentieren das gemeinsame Ringen für die Themen von LandFrauen und ihre Erfordernisse an das Leben im ländlichen Raum, an Berufstätigkeit und Familie, an den Um- und Ausbau landwirtschaftlicher Betriebe. Die Herausforderungen dieser Veränderungsleistung machen aber auch klar, dass der Prozess des Zusammenwachsens von LandFrauen in Ost und West nicht immer frei von Missverständnissen war.

„Mit welcher Wucht und Schnelligkeit sich für die LandFrauen im Osten soziale und berufliche Grundwerte und gelebtes Leben veränderten und wie sie damit umgehen mussten, dem können wir nur mit Respekt und Hochachtung begegnen“, sagt Petra Bentkämper. „Wertschätzung basiert auf Vertrauen und eine der wesentlichen Erkenntnisse muss sein, dass wir als LandFrauen den unterschiedlichen Lebenserfahrungen und Lebensmodellen in Ost und West respektvoll begegnen und im Gespräch bleiben“, so Bentkämper.

Das Präsidium des Deutschen LandFrauenverbandes sieht mit großer Freude, dass engagierte junge LandFrauen in Ost wie West nachwachsen und bereit sind, Verantwortung für die Interessen von 500.000 Frauen zu übernehmen. „Im Jahr 30 nach der deutschen Einheit stimmt uns das zuversichtlich. Denn es gibt genügend Themen, die uns unter den Nägeln brennen und wofür wir die Impulse aller brauchen“, so dlv-Präsidentin Petra Bentkämper.

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Thu, 01 Oct 2020 9:00:00 +0200 AktuellesLandFrauen und Landwirtschaft
Erntedankerklärung 2020 von EDL — KLB — dlv — DBV ]]> ­Erntedank 2020 — Veränderungen leben!

„Danken und (Weiter-)Denken“ – beides sind Bestandteile des Erntedankfestes, dessen Ursprung bis ins dritte Jahrhundert zurückzuführen ist. Erntedank bedeutet dabei vor allem ein Innehalten am Ende der Erntezeit. Mit der Erntedankerklärung greifen EDL, KLB, dlv und DBV den aktuellen gesellschaftlichen Diskurs um moralische und ethische Fragen bezüglich unterschiedlicher landwirtschaftlicher Wege auf. Die Landwirtschaft nimmt heute in Deutschland eine kontroverse und durchaus konfliktbehaftete Stellung ein. So gilt sie einerseits in weiten Teilen unserer Gesellschaft als kleiner Arbeits- und Wirtschaftssektor, anderseits steht sie mit ihren modernen und effizienten Produktionsverfahren im Mittelpunkt öffentlicher Debatten.

„Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft und schläft (…) von selbst bringt die Erde Frucht (…) Wenn sie aber die Frucht gebracht hat, so schickt er alsbald die Sichel hin; denn die Ernte ist da.“ (Mk 4, 26-29)

Diese Passage aus dem Markus Evangelium gewinnt angesichts der weltweit wütenden Corona-Pandemie wieder an Bedeutung. Gott hat die Erde fruchtbar gemacht und mit seiner Schöpfung die Lebensgrundlage für die landwirtschaftlichen Betriebe und die dort arbeitenden Menschen geschaffen. Gottes Früchte werden von uns Menschen gesät und in Dankbarkeit geerntet.

Das Bild von leeren Regalen – wir werden es schon bald wieder vergessen haben. Niemals vergessen dürfen wir aber, dass die Landwirtschaft die Grundlagen für unser aller Leben liefert. Nahrungsmittelproduktion ist weltweit systemrelevant und darf nicht als selbstverständlich betrachtet werden.

Landwirtinnen und Landwirte tragen in besonderer Weise Verantwortung für unsere Nahrungsmittel, Kulturlandschaften und ihre Nutztiere. Seit jeher leben sie Veränderung. Betrachtet man die Landwirtschaft als Ursprung menschlicher Kulturen, wird der stetige Wandel des Sektors und seine Anpassungsfähigkeit besonders deutlich. Menschen in den landwirtschaftlichen Betrieben ist bewusst, dass eine Fortsetzung der bisherigen bäuerlichen Wirtschafts- und Lebensweisen nicht zielführend sein kann, vielmehr ist es erforderlich sich stetig wandelnden natürlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen anzupassen und diese aktiv mit zu gestalten. Landwirtschaft, abstammend vom lateinischen Wort „colere“, bedeutet pflegen, hegen und Fürsorge halten. Hieraus wird das Grundverständnis der Landwirtschaft deutlich. Auf moderne Weise ist auch das Leitbild der Nachhaltigkeit darin verwurzelt. Ökonomische, ökologische und soziale Aspekte sind so in Einklang zu bringen, dass gegenwärtige und nachfolgende Generationen in der Stadt und auf dem Land eine Zukunft haben.

Die aktuellen Veränderungen sind nicht nur für Bauernfamilien, sondern auch für die Verbraucher und viele gesellschaftliche Gruppen von großer Bedeutung. Eine produktive Nahrungsmittelerzeugung mit den Zielen des Umwelt- und Klimaschutzes sowie der Weiterentwicklung des Tierwohls zu vereinbaren, setzt einen gesellschaftlichen Dialog über die Zukunft der Landwirtschaft und die Wertschätzung von Lebensmitteln voraus.

Landwirtinnen und Landwirte leben Tierwohl, denn sie betrachten ihre Nutztiere nicht als beliebigen Produktionsfaktor, sondern räumen ihnen eine Mitgeschöpflichkeit zum Menschen ein. Es gilt einen würdevollen Umgang mit den Nutztieren von Beginn des Lebens bis hin zur Schlachtung in allen Betrieben zu gewährleisten. Ein fehlendes Verantwortungsbewusstsein ist hierbei nicht akzeptabel. Die in der Landwirtschaft Tätigen leben und wirtschaften von und mit der Natur und sind daher im besonderen Maße mit der Schöpfung verbunden. Daraus resultiert eine große Verantwortung, der jeder Betrieb gerecht werden muss. Dies betrifft den Umgang mit natürlichen Ressourcen sowie die zukünftige Gestaltung der Lebensmittelproduktion vom Acker bis ins Regal.

Auch der Lebensmittelhandel muss sich dieser Verantwortung bewusster werden. Gerade der aggressive Preiskampf mindert die Wertschätzung von Lebensmitteln in unserer Gesellschaft. Die Bäuerinnen und Bauern stellen sich den zahlreichen Herausforderungen der modernen Landwirtschaft. Dabei geraten die Betriebe mit der Verantwortung für unser aller Lebensgrundlage unter hohen sozioökonomischen Druck. 

Mit der Debatte um mehr Nachhaltigkeit wird eine neue Werteorientierung in Wirtschaft und Gesellschaft deutlich – eine Besinnung auf das eigene Handeln. Diese Reflexion wird zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen Dialoges. Hochproduktiv und gleichzeitig nachhaltig – welche internationalen Standards sind vor dem Hintergrund der Versorgungsicherheit und einer steigenden Weltbevölkerung auf der einen Seite und endlicher Ressourcen sowie dem Erhalt von Lebensräumen auf der anderen Seite als zielführend anzusehen? Vor welchen technischen und gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen stehen wir? In welchem Maße trage ich selbst durch mein Verhalten, insbesondere mein Kaufverhalten, Verantwortung? Hier kann die Landwirtschaft durch generationsübergreifendes Denken und Handeln auch auf der Basis christlicher Werte eine Vorbildfunktion für nachhaltiges Wirtschaften und Leben unter Veränderungen einnehmen.

„Danken und (Weiter-)Denken.“

 

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Mon, 28 Sep 2020 10:00:00 +0200 NewskategorienAktuellesLandFrauen und Landwirtschaft
Dialogfähig bleiben, Demokratie stärken ]]> Der Deutsche LandFrauenverband setzt sich aktiv für Demokratie und Freiheit ein

Berlin, 14.09.2020 – Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) zeigt sich mit Blick auf den Internationalen Tag der Demokratie besorgt über undemokratische Entwicklungen in jüngster Zeit. Hierzu äußert sich dlv-Präsidentin Petra Bentkämper: „Erst in Krisenzeiten zeigt sich, wie demokratiefest eine Gesellschaft ist. Mit der aktuellen Pandemie wird offensichtlich, dass wir auch in einer Demokratiekrise stecken. Denn das im Grundgesetzt verankerte Demonstrationsrecht steht dem ebenso gesetzlich verankerten Gesundheitsschutz der Allgemeinheit gegenüber. Für einen Staat mit demokratischer Grundordnung ist es ein komplizierter Balanceakt, zwischen den persönlichen Freiheitsrechten und dem Wohl der Allgemeinheit die richtige Entscheidung zu treffen.“  

Doch nicht erst seit der Corona-Pandemie ist der Deutsche LandFrauenverband alarmiert. „Die Grenzen des Sagbaren, vor allem in den sozialen Netzwerken, haben sich deutlich verschoben“, so Bentkämper. „Rechtsextreme versuchen sich in strukturschwachen Regionen mit Angeboten einen Platz in der Mitte der Gesellschaft zu verschaffen. Ich bin deshalb schon länger um den Zusammenhalt und das friedliche Miteinander im dörflichen Leben besorgt. Es trifft mich persönlich, wenn ich erlebe, dass Menschen aufgrund ihres Andersseins herabgewürdigt werden. Das steht unserem Grundgesetz diametral entgegen“, sagt dlv-Präsidentin Petra Bentkämper mit Verweis auf Artikel 3, Satz 3 des Grundgesetzes.

Einen wichtigen Schlüssel für die Problemlösung sieht Petra Bentkämper darin, dialogfähig zu bleiben: „Wir LandFrauen setzen ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus, Hassreden und Stammtischparolen. Besonders für die ländlichen Räume aber gilt, die Dialogfähigkeit beizubehalten, um die Gräben nicht noch tiefer werden zu lassen.“ Deshalb unterstützt der Verband LandFrauen beispielsweise mit Argumentationstrainings.

Der dlv sieht die dringende Notwendigkeit, sich für die Demokratieentwicklung auf dem Land stark zu machen und hat deshalb das Thema zu einem der Schwerpunkte seiner Arbeit gemacht.

„Wir wollen und müssen wieder mehr Lust auf Demokratie machen. Demokratin zu sein, bedeutet wählen zu gehen und bewusst eine Entscheidung zu treffen. Demokratin zu sein, bedeutet im Austausch von Meinungen Argumente zu hinterfragen, Positionen zu vertreten und Haltung zu zeigen. Das stärkt die LandFrauen vor Ort und unsere Demokratie insgesamt“, so dlv-Präsidentin Petra Bentkämper.  

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Mon, 14 Sep 2020 11:00:00 +0200 AktuellesPressemeldungenLändlicher Raum