LandFrauen und Landwirtschaft

Studie Frauen in der Landwirtschaft

Viele Jahre hat der Deutsche LandFrauenverband belastbare Zahlen zur Lebenswirklichkeit von Frauen in und um die Landwirtschaft eingefordert. Seit 2018 fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft nun in Zusammenarbeit mit dem Deutschen LandFrauenverband ein Forschungsprojekt, das das Thünen-Institut und die Universität Göttingen durchführen.

Eine Frau füttert mit ihrem Kind eine Kuh.
© davidf/iStock

Wie geht es Frauen in der Landwirtschaft? Wie leben und arbeiten sie und welche sind ihre Sorgen und Nöte? Aktuell lässt sich nur wenig über die tatsächliche Lebens- und Arbeitssituation sowie die Rolle(n) der Frauen in der Landwirtschaft sagen. Um das zu ändern, hat der Deutsche LandFrauenverband in Kooperation mit dem Thünen-Institut für Betriebswirtschaft und dem Lehrstuhl für Soziologie Ländlicher Räume der Universität Göttingen eine Studie ins Leben gerufen. Diese soll bis 2022 ein deutschlandweites, umfassendes Bild liefern: zu den aktuellen Lebensverhältnissen der Frauen, zu ihren Herausforderungen, ihrer Bedeutung für Hof und Land, zu ihren spezifischen Bedarfen sowie ihren Zukunftsperspektiven. Denn nur wenn das vielfältige Engagement von Frauen in den landwirtschaftlichen Betrieben und auf Höfen sichtbarer wird, kann Agrarpolitik auf die spezifischen Anliegen von Landwirtinnen und Bäuerinnen ausgerichtet werden.

Von November 2020 bis einschließlich Mitte April 2021 sind deshalb alle Betriebsleiterinnen und Angestellte, ehemals angestellte Landwirtinnen und Frauen in Agrarberufen, auf Höfen arbeitende und lebende Ehefrauen und Partnerinnen, Hofnachfolgerinnen oder Altenteilerinnen aufgerufen, an der Befragung teilzunehmen. Dies geht bequem am Computer, mit dem Smartphone und auch zum Ausdrucken online unter: https://www.frauenlebenlandwirtschaft.de/uc/2020

Die Studie: Ziele und Zeitplan

Neben fehlenden deutschlandweiten Daten lässt sich auch aus der Agrarstatistik kein umfassendes Bild über die tatsächliche Lebens- und Arbeitssituation sowie die Rolle(n) der Frauen in der Landwirtschaft ableiten. Genau das hat sich die aktuelle Studie zum Ziel gesetzt: Sie möchte eine umfangreiche Einschätzung und Bewertung der derzeitigen Lebensverhältnisse, Beiträge sowie Zukunftsperspektiven der Frauen in der Landwirtschaft abgeben. Überdies soll auch ihre Rolle für den sozialen Zusammenhalt im ländlichen Raum näher beleuchtet werden. Daraus ergeben sich folgende zentrale Fragestellungen:

  • Wie ist die aktuelle Lebens- und Arbeitssituation der Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben?
  • Wie verändert die Transformation in Landwirtschaft und Gesellschaft das Leben der Frauen auf den Betrieben?
  • Welche Schlussfolgerungen lassen sich aus den gewonnenen Erkenntnissen für die Agrarpolitik ziehen?

Methoden und Vorgehensweise

Zur Datenerfassung werden sowohl quantitative als auch qualitative Methoden angewandt. Erste Einzelinterviews sowie elf Gruppen-Workshops sind bundesweit von den Projektpartnerinnen bereits durchgeführt worden. Im Herbst 2020 wird eine umfassende schriftliche Online-Befragung starten, mit der bis zu 30.000 Frauen erreicht werden sollen. Für 2021 sind eine ergänzende Untersuchung zu den Perspektiven von jungen Frauen in der Landwirtschaft ebenso geplant wie weitere regionale Workshops. Mit einem umfassenden Ergebnisbericht ist mit Anfang 2022 zu rechnen.


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