LandFrauen und Landwirtschaft

Studie Frauen in der Landwirtschaft: Erste Daten und Erkenntnisse

Die Rolle der Frau in der Landwirtschaft befindet sich im Umbruch. Frauen sind schon lange nicht mehr nur die „mithelfenden Familienangehörigen“, sondern auch Betriebsleiterinnen, außerlandwirtschaftlich Beschäftigte, Mitunternehmerinnen und landwirtschaftliche Lohnarbeits- oder Saisonkräfte.

© Christian Wiechert

Diese vielfältigen Einsatzgebiete von Frauen werden auch in der Zusammensetzung der Teilnehmerinnen an der Online-Umfage im Rahmen der aktuell laufenden Studie „Frauen in der Landwirtschaft“ deutlich: Über 7.000 Frauen haben sich daran beteiligt. Sie liefern damit eine umfangreiche Datenbasis, aus der wichtige Erkenntnisse über die sozio-ökonomische Lage von Frauen auf deutschen Betrieben gewonnen werden können.

Erste Ergebnisse der Studie zeigen die Rollenverteilung auf den Betrieben: Mit 48 Prozent ist fast die Hälfte der Frauen erwartungsgemäß Ehe- oder Lebenspartnerin der Betriebsleitung. 19 Prozent leiten den Betrieb oder sind Geschäftsführerin. Familienfremde Angestellte und Auszubildende machen 6 Prozent der Teilnehmerinnen aus, 4 Prozent sind Altenteilerinnen. Weitere 19 Prozent ordnen sich unter anderen weiblichen Familienmitgliedern ein.

Aufgrund der unterschiedlichen Betriebsstrukturen sieht die Zusammensetzung in den ostdeutschen Bundesländern deutlich anders aus: Betriebsleiterinnen oder Geschäftsführerinnen sind zu 26 Prozent und Ehe-/Lebenspartnerinnen der Betriebsleitung nur zu 27 Prozent vertreten. Familienfremde Angestellte spielen mit einem Anteil von 25 Prozent eine deutlich größere Rolle, als in westdeutschen Bundesländern.

Die Verteilung der Teilnehmerinnen auf die Bundesländer entspricht in weiten Teilen der Verteilung der Betriebe laut Landwirtschaftszählung; bayerische Betriebe sind allerdings unter-, Betriebe aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen etwas überrepräsentiert. Die häufigsten Produktionsschwerpunkte der Betriebe sind Ackerbau und Milchviehhaltung; viele Betriebe erzeugen auch erneuerbaren Energien oder haben Direktvermarktung.

Klar ist für die LandFrauen: Die umfangreichen Leistungen von Frauen in der Landwirtschaft müssen noch sichtbarer werden. Die Ergebnisse der ersten bundesweiten Studie zum Thema werden wertvolle Erkenntnisse liefern. Schon aus den ersten Zahlen geht hervor, dass auch die Agrarstatistik Frauen in Zukunft differenzierter darstellen muss. Fragen nach einer gemeinsamen Betriebsleitung und dem Beitrag von Einkommenskombinationen zum Betriebseinkommen würden wohl ein ganz neues Bild der Frauen auf den Höfen zeichnen.


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