Gerechte Chancen

LandFrauen in Ghana:
Kleinbäuerinnen aktivieren und unterstützen

Der Deutsche LandFrauenverband ist seit 2017 in Ghana aktiv, um Kleinbäuerinnen zu stärken und für eine gleichberechtigte Teilhabe in der Land- und Ernährungswirtschaft einzutreten. Denn der dlv ist überzeugt, dass Frauen in diesen Bereichen eine Schlüsselrolle zukommt.

© dlv

Prozess Parboiling von Reis

Der Deutsche LandFrauenverband setzt sich seit 2017 im westafrikanischen Staat für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Land- und Ernährungswirtschaft ein. Das Ziel: Kleinbäuerinnen in Ghana zu stärken und für eine gleichberechtigte Teilhabe in der Land- und Ernährungswirtschaft einzutreten. In Kooperation mit dem Grünen Innovationszentrum der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Ghana unterstützt der dlv ghanaische Frauen in ländlichen Regionen in vier Handlungsfeldern:

Die Weiterverarbeitung von Reis zu Parboiled-Reis führt zu weniger Bruchstellen, macht ihn weniger anfällig für Schädlingsbefall und ist zudem nahrhafter als herkömmlich geschälter Reis. Seit Beginn des Projektes wurden sechs Reisfrauengruppen mit je 30 Mitgliedern in der Herstellung und Vermarktung von Parboiled-Reis unterstützt. Um für den lokal produzierten Parboiled-Reis zu werben, nahmen die Frauen an landwirtschaftlichen Messen teil. Durch diese neu generierten Einkommensmöglichkeiten entstehen Bleibeperspektiven für Frauen auf dem Land.

Für die Ernährungsbildung im ländlichen Raum Ghanas haben vier Ernährungsexpertinnen des ghanaischen Landwirtschaftsministeriums in Zusammenarbeit mit vier deutschen LandFrauen ein regional angepasstes Trainingsprogramm entwickelt. Sie bildeten 40 Multiplikatorinnen aus und schulten 4.000 Frauen in einer ausgewogenen Ernährung, einer hygienischen Nahrungsmittelzubereitung und im Anlegen von Hausgärten. Dadurch entstand ein effektives Frauennetzwerk, das sich zukünftig für mehr Ernährungssicherheit einsetzt.

Auch die Interessenvertretung von Kleinbäuerinnen und Frauen im ländlichen Raum wurde gestärkt. Dazu arbeitet der dlv seit Herbst 2018 mit den ghanaischen Partnerorganisationen Development Action Association (DAA) und Farmers Organisation Network of Ghana (FONG) zusammen.120 Frauen haben sich Wissen zur Interessenvertretung angeeignet. Zudem fanden bereits sechs Veranstaltungen statt, bei denen die Frauen ihre Interessen und Anliegen in der Öffentlichkeit vorbringen konnten. Darunter fallen zum Beispiel Politikdialoge mit Vertreterinnen und Vertretern des Landwirtschaftsministeriums und die Ausrichtung des Internationalen Landfrauentages.

Zentral waren zudem der Austausch und die Fortbildung in Deutschland. Während einer Seminarreise haben sich 20 ghanaische Landfrauen mit deutschen LandFrauen vernetzt und Seminare zu den Themen Verbandsentwicklung und Interessensvertretung besucht. Zurück in Ghana setzten die Teilnehmerinnen der Seminarreise ihre eigenen Ideen, welche sie in Deutschland entwickeln konnten, um. Dazu nahmen sie im Oktober 2019 an einem Workshop zur eigenen Projektdurchführung teil.

Das Projekt der dlv-LandFrauen gGmbH leistete einen Beitrag zum Gesamtvorhaben der Grünen Innovationszentren in der Agrar- und Ernährungswirtschaft (GIAE) der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Zudem war es Teil der „Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger“ (SEWOH) des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ).

Seit Juli 2020 wird es in einer zweiten Projektphase fortgeführt.

Erfahrungsbericht im Rahmen des dlv-SEWOH-Projekts in Ghana (2017-2020)

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Eine ghanaische Multiplikatorin schildert ihre Erfahrungen in der Ernährungsbildung und bei der Gründung einer Frauengruppe in der Volta-Region. Im Rahmen des SEWOH-Projekts des Deutschen LandFrauenverbandes eignete sie sich Wissen zu ausgewogener Ernährung, beim Anlegen von Gemeindegärten, in der Lobbyarbeit und der Gründung von Kooperativen an.

Stimmen von Projektteilnehmerinnen und Projektpartnerinnen

Vida Efua Dadae Yaka Amoah, Teilnehmerin Seminarreise Deutschland

© Amoha

Vida Efua Dadae Yaka Amoah

„Die Seminarreise in Deutschland mit ihren theoretischen Inhalten und dem direkten Austausch mit deutschen LandFrauen und dem dlv hat mir viel beigebracht: darüber, wie man Interessenvertretung organisiert und, wie man eine Kooperative gründen und stärken kann. Mit diesem Wissen konnte ich Frauen in meiner Gemeinde beibringen, ihre Stimmen zu erheben – in unserem Distrikt aber auch im ganzen Land. Durch die Erfahrungen der Seminarreise habe ich etwas vorangebracht!“

Martha Gamor, dlv-Ernährungsmultiplikatorin und Mitarbeiterin bei WIAD

© Gamor

Martha Gamor

„Das Ernährungstraining zeigte mir, wie ich Ernährungsgewohnheiten für mich und meine Familie verändern kann. Ich sehe, wie es bei meiner kleinen Tochter Wirkung zeigt. Als WIAD-Trainerin habe ich mir in meiner Region Vertrauen aufgebaut und die Ernährungstrainings, die ich durchgeführt habe, wurden sehr gut angenommen. Das Training hat auch mein Wissen erweitert und ich wurde sogar von einer anderen Organisation angefragt jetzt Ernährungstrainings zu geben!“

Janet Adade, Reisbäuerin, Teilnehmerin Reis-Parboiling Aktivitäten den dlv

© dlv

Janet Adade

„Die Einführung der Reis-Parboiling-Technik für meine Frauengruppe durch den dlv hatte eine sehr positive Wirkung: Mein Umsatz hat sich seit dem um 30 Prozent erhöht. Zudem wurden meine Fähigkeiten als Führungsperson durch das Projekt gestärkt. Ich habe jetzt mehr Selbstvertrauen als weibliche Chefin aufzutreten! Das Projekt hat mich ermutigt, mit Männern in politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereichen Schritt zu halten. Und ich habe mir durch die Aktivitäten ein weltweites Frauennetzwerk aufgebaut, das mir auch Zugang zu nützlichen Informationen verschafft.“

Lydia Sasu, Geschäftsführerin DAA

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Lydia Sasu

„Wir danken dem dlv, DAA bei der Projektarbeit unterstützt zu haben. Auch die involvierten Landfrauen in Ghana sind sehr dankbar! Durch das Projekt wurde es Kleinbäuerinnen ermöglicht, ihre Stimmen zu erheben, damit ihre Interessen wahrgenommen und Veränderungen angestoßen werden. Diese Arbeit ist wichtig und muss fortgeführt werden, gerne zusammen mit dem dlv!“

Sarah Aryee, Vize-Präsidentin DAA

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Sarah Aryee

„Mit der Unterstützung vom dlv war es uns möglich, mehr Anerkennung für Kleinbäuerinnen und Frauen auf dem Land zu erreichen: Gemeindevorsitzende wurden regelmäßig in Treffen und Frauen bei Distriktsitzungen miteinbezogen. Zudem wurde durch das Projekt unserer Frauengruppe gestärkt, die nun regemäßig Sitzungen durchführt.“

Nancy Ayesua Otu, Finanzmanagerin DAA

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Nancy Ayesua

„Das dlv-Projekt hat unsere Abläufe innerhalb der Organisation, also von DAA, verbessert: Unstimmigkeiten bei finanziellen und administrativen Abläufen wurden angesprochen und überdacht. So konnten wir professionellere Standardverfahren etablieren, was zu einer noch erfolgreicheren Projektarbeit von DAA führt.“

Gladys Serwahh Adusah, Projektkoordinatorin FONG

© FONG

Gladys Serwahh Adusah

„Das Projekt hat den Austausch und das Netzwerken zwischen Kleinbäuerinnen und Marktfrauen in und um Techiman gestärkt. Frauen haben sich Wissen im Bereich Interessenvertretung, Netzwerken und für Marketingstrategien ihrer Agrarprodukte angeeignet. Aber auch FONG hat von dem Projekt profitiert: Arbeitsabläufe von FONG wurden durch die Zusammenarbeit mit dem dlv optimiert.“

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