Gerechte Chancen

LandFrauen fordern gleichberechtigte Teilhabe

Mehrere Frauen sitzen in einem Saal an hintereinander gereihten Tischen und heben zur Abstimmung blaue Zettel

© dlv

Parität in den Parlamenten

100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts, sind Frauen in deutschen Parlamenten noch immer unterrepräsentiert. Der Deutsche LandFrauenverband fordert deshalb, gemeinsam mit dem Deutschen Frauenrat, Parität. „Wir fordern die in den Parlamenten vertretenen Parteien auf, im Rahmen von Wahlrechtsreformen sicherzustellen, dass Männer und Frauen je zur Hälfte die Mandate in den Parlamenten innehaben – sowohl bei Listenmandaten als auch bei Direktmandaten“, erklärt Brigitte Scherb. „Ich begrüße den aktuellen Vorstoß des Brandenburger Landtages sehr und freue mich, dass sich eine fraktionsübergreifende Initiative der Parlamentarierinnen im Bundestag gebildet hat. Wir brauchen verbindliche Meilensteine mit konkreten Vorgaben für die gleichberechtigte Teilhabe in den Parlamenten, denn die weibliche Sicht in den Gremien ist unerlässlich. Das kann natürlich nur funktionieren, wenn Frauen bereit sind, in die erste Reihe zu treten und Frauen Frauen wählen. Lassen Sie uns gemeinsam die verkrusteten Strukturen aufbrechen!“ Der Deutsche LandFrauenverband treibt mit dem Deutschen Frauenrat die Unterschriftenkampagne #mehrfrauenindieparlamente voran.

Quoten in der Wirtschaft

Bereits seit 2011 beschreitet der dlv einen neuen, besonderen Weg. Mit der Berliner Erklärung stellt sich der dlv an die Seite von fünf weiteren bundesweiten Frauenverbänden und einiger Parlamentarierinnen. Gemeinsam wird in den folgenden Jahren für eine Sache gestritten: Die Einführung einer Frauenquote in den Führungspositionen der deutschen Wirtschaft. Durch eine Petition, gemeinsame Strategien und Gespräche im politischen Umfeld arbeiten sich die Initiatorinnen der Berliner Erklärung Stück für Stück durch das „dicke Brett“ Quote. Im März 2015 beschließt der Deutsche Bundestag die Einführung einer gesetzlichen Quote für Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst. Der dlv ist der Überzeugung, dass das Quotengesetz für mehr Frauen Veränderungen bewirken wird als nur für rund 200 Frauen in den Aufsichtsräten der großen Wirtschaftsunternehmen. Es wird eine Sogwirkung auch auf andere Bereiche haben. Darüber hinaus können die Führungsfrauen in den Entscheidungspositionen für eine Veränderung der Arbeitskultur in unserem Land stehen, wovon dann Frauen auf allen Ebenen der Unternehmen profitieren.

Sozialwahlen: Frauen! Wählen!

Ob Kommunalpolitik, ländliche Gremien, Aufsichtsräte oder die Mitbestimmungsgremien in der Selbstverwaltung der Sozialversicherung: Überall stagniert der Frauenanteil seit langem. Aus diesem Grund hat sich der dlv 2017 mit der  Kampagne "Frauen!Wählen" dafür stark gemacht, die Frauenanteile in den Selbstverwaltungsorganen der gesetzlichen Kranken-, Renten- und Unfallversicherungen deutlich zu erhöhen. Denn Entscheidungen, die in den Gremien der Selbstverwaltungsorgane getroffen werden, haben großen Einfluss auf das Leben der Versicherten. Dort wird nicht nur über Präventions- und Reha-Maßnahmen entschieden, sondern auch über eingereichte Widersprüche beraten. Frauen sollten hier nicht fehlen!


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