Gerechte Chancen

Frauen stärken, Ernährung sichern

Parboiled-Reis mit Palava-Soße ist ein ghanaisches Gericht – aber wie koche ich dieses besonders ausgewogen und gesund? Die Antwort kennen nun rund 4.000 Ghanaerinnen mehr. Um Mangelernährung entgegenzuwirken, die in manchen ländlichen Regionen Ghanas vorherrscht, nahmen die Frauen an Workshops der LandFrauen teil.

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Die Workshops wurden im Rahmen des dlv-Projekts „Landfrauen in Ghana“ speziell entwickelt. Ein wichtiger Aspekt ist, mehr Gemüse und Obst zu essen sowie Nahrungsmittel zu dämpfen, um Nährwerte zu erhalten. Jetzt wissen die Teilnehmerinnen mehr über die Bereiche ausgewogene Ernährung, Hygiene und Nahrungsmittelzubereitung sowie dem Anlegen von Hausgärten. Durch den Hausgarten können sich die Frauen mit den wichtigen Nährstofflieferanten Obst und Gemüse selbst versorgen und gleichzeitig Überschüsse verkaufen, um unabhängige Einkommen zu generieren. Die Bedeutung von Frauennetzwerken, was sie bewirken können und wie sie aufgebaut werden, vermittelten die Trainerinnen in den Workshops ebenfalls.

Denn ein Ziel der Aktivitäten des dlv in Ghana ist, die Ernährungssicherung in ländlichen Regionen zu verbessern. Um dieses Ziel voran zubringen, haben vier ghanaischen Ernährungsexpertinnen des dortigen Landwirtschaftsministeriums in Zusammenarbeit mit vier deutschen LandFrauen einen Trainingsplan entwickelt, der in der Volta Region umgesetzt wird. Hannelore Wörz, Carmen Rouhiainen, Anja Will und Petra Schröder reisten zum ersten Mal im Februar 2018 nach Ghana. Zusammen mit den vier Ghanaerinnen, und mit Unterstützung der dlv Projektmitarbeiterinnen, erstellten sie in einem dreitägigen Workshop den Trainingsplan für die 4.000 Frauen.

LandFrauen in Ghana

Erfahren Sie mehr über die vier Handlungsfelder: Weiterverarbeitung von Reis, Ernährungsbildung, Interessenvertretung von Kleinbäuerinnen und Frauen im ländlichen Raum und der fachliche Austausch in Deutschland

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Diese Inhalte wurden anschließend in einem Tandemtraining im Oktober 2018 an 40 Multiplikatorinnen weitergegeben, wobei immer eine ghanaische Trainerin zusammen mit einer deutschen LandFrau jeweils 10 Multiplikatorinnen schulten. Der Workshop für die Multiplikatorinnen bestand nicht nur aus theoretischen Inhalten: sie legten beispielhafte Hausgärten an und übten Kochdemonstrationen ein. Die Multiplikatorinnen waren begeistert von den Trainings und gestalteten sie aktiv mit. Der gemeinsame Slogan „Rural Women – Together we stand!“ begleitete den dreitägigen Workshop und legte das Fundament für ein zukünftiges Netzwerk. Die 40 Multipliklatorinnen, die nun als Trainerinnen für Ernährungsbildung agieren können, schulten selbstständig jeweils 100 Frauen. Somit haben sich insgesamt 4.000 Frauen in der Volta Region in Ghana Wissen über eine ausgewogene Ernährung, hygienische Nahrungsmittelzubereitung und das Anlegen von Hausgärten aneignen können.

In einem Austausch- und Evaluationstreffen im März 2019 haben sich nochmals alle 40 Multiplikatorinnen zusammengefunden, um sich über ihre Erfahrungen und die Ernährungssituationen in ihren Distrikten auszutauschen. Ein Netzwerk unter den Frauen ist entstanden. Alle sind motiviert, die Ernährungssicherheit in ihrer Region zu verbessern.

Das Projekt leistet einen Beitrag zum Gesamtvorhaben der Grünen Innovationszentren in der Agrar- und Ernährungswirtschaft (GIAE) der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Zudem ist es Teil der „Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger“ (SEWOH) des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ).


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LandFrauen sind für chancengerechte Lebensbedingungen auf dem Land und in der Stadt, für gleiche gesellschaftliche Teilhabe von Männern und Frauen.