LandFrauen in Ghana – Ernährung sichern und ländliche Entwicklung fördern!

Einbettung in den entwicklungspolitischen Kontext

Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen (UN) rückt mit ihren nachhaltigen Entwicklungszielen Frauenförderung mehr in den Mittelpunkt. Diese ist insbesondere im Bereich der Landwirtschaft, in dem ein Großteil der Frauen arbeitet, notwendig und zielführend.

Auf dem Land lebende Frauen haben eine zentrale Funktion inne, die häufig nicht in ihrer Bedeutung für die Gesellschaft erkannt wird: Frauen stellen mehr als 40 % der Arbeitskraft im Landwirtschafts- und Ernährungssektor in Ländern des Globalen Südens. Sie nehmen somit eine Schlüsselrolle für die ländliche Entwicklung, landwirtschaftliche Produktion und Ernährungssicherung ein – auch in Ghana.

Insbesondere durch die nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen (UN) rückt Frauenförderung mehr in den Mittelpunkt und ist als Querschnittsthema verankert. Ohne Frauenförderung auf vielen  Ebenen können nachhaltige Entwicklungsziele nicht erreicht werden. Eine konkrete Unterstützung von Frauen, die im Bereich der Agrarwirtschaft arbeiten, könnte laut FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) das Ergebnis aus der Landwirtschaft bei Frauen um 20 bis 30 % steigern. Somit wäre ein ähnliches Ertragsniveau wie bei Männern erreichbar. Voraussetzung ist, dass Frauen den gleichen Zugang zu Ressourcen haben wie Männer.

Ein Kernpunkt ist demnach, dass Frauen in ländlichen Regionen Zugang zu Ressourcen benötigen. Dies kann einerseits durch den Zusammenschluss zu und die Stabilisierung von Frauenverbänden erreicht werden. Daher will der dlv die Stärkung von Frauengruppen weiter vorantreiben und Frauen hierfür sensibilisieren. Anderseits kann der Zugang zu Ressourcen durch politische Veränderungen erreicht werden. Frauen müssen lernen, wie sie ihre Interessen vertreten können, auch gegenüber Politikerinnen und Politikern. Somit ist ein weiteres Ziel des dlv, die Interessenvertretung von Frauen zu unterstützen. Starke, politisch und wirtschaftlich unabhängige bäuerliche Frauenverbände in den Regionen sind unabdingbar für die Entwicklung ländlicher Räume.

Frauen sind jedoch nicht nur Produzentinnen von Agrarprodukten, sondern auch Ernährerinnen ihrer Familien und spielen somit auch für die Ernährungssicherheit eine zentrale Rolle. Sie müssen daher explizit gestärkt werden. Deshalb engagiert sich der dlv im Bereich der Ernährungsbildung mit dem Ziel, Mangelernährung in ländlichen Regionen Ghanas zu reduzieren.

Die Aktivitäten in allen Handlungsfeldern leisten einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Armut. Das Projekt trägt dazu bei, die Marginalisierung von Frauen und kleinbäuerlichen Familienbetrieben zu verringern. Es fügt sich in die nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG) der Agenda 2030 der Vereinten Nationen (UN):

Die 17 Nachhaltigkeitsziele (SDG) der UN

© UN

Ziel 1: Keine Armut - No Poverty

In diesem SDG geht es darum, Armut in all ihren Formen und überall zu beenden. Der dlv strebt mit seinen Aktivitäten in allen drei Handlungsfeldern einen Beitrag zu diesem Ziel an. Sowohl die Einkommenssteigerung durch Geschäftsmodellentwicklung, die Ernährungssicherung durch Ernährungstrainings und das Anlegen von Hausgärten sowie die Stärkung von Frauenverbänden in der Agar- und Ernährungswirtschaft in Ghana sind Komponenten, die zur Armutsminderung führen können. Insbesondere die Tatsache, dass Frauen mehr als 40 % der Arbeitskraft im Landwirtschafts- und Ernährungssektor in Ländern des Globalen Südens ausmachen, zeigt, dass sie eine entscheidende Rolle für die nachhaltige ländliche Entwicklung, landwirtschaftliche Produktion und Ernährungssicherung spielen. Die Stärkung dieser Bereiche ist wiederum eine Voraussetzung für die Reduktion von Armut. Daher setzt sich der dlv in Ghana dafür ein, die Interessen ghanaischer Frauen sichtbar zu machen, landwirtschaftliche Strukturen zu stärken und die Ernährungssicherheit in Ghana zu fördern.

Ziel 2: Kein Hunger - Zero Hunger

Der Kampf gegen Hunger ist eines der Hauptanliegen im Ghana-Projekt des dlv. „Dass der Friedensnobelpreis 2020 dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen zugesprochen wurde, verdeutlicht die Priorität und Bedeutung für den Kampf gegen den Hunger weltweit“, betont auch Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes in einer Pressemitteilung vom 15.10.2020. Daher engagiert sich der dlv in Ghana im Bereich der Ernährungssicherheit: Ein aktiver Schritt gegen Mangelernährung und Hunger ist das Handlungsfeld C „Ernährungsbildung durch das Anlegen von Hausgärten“. Durch den täglichen Zugang zu frischem Obst und Gemüse und das Wissen über eine ausgewogene Ernährung können die Frauen sich und Ihre Familien ausgewogener ernähren, was auf Dauer nicht nur gesünder ist, sondern auch länger satt macht.

Ziel 5: Geschlechtergleichheit - Gender Equality

Die Erreichung der Geschlechtergleichstellung und die Befähigung aller Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung ist Kernstück dieses SDG. Daher setzt sich der dlv für eine gleichberechtigte Teilhabe in der Land- und Ernährungswirtschaft ein, mit der Überzeugung, dass vor allem Frauen in den Bereichen Ernährungssicherung und ländliche Entwicklung eine Schlüsselrolle zukommt. Ziel ist es daher, Kleinbäuerinnen und Frauen in ländlichen Regionen Ghanas zu stärken. Hier greifen vor allem die Aktivitäten des Handlungsfeldes A „Verbandsentwicklung und Interessenvertretung von bäuerlichen Frauenverbänden“. Im Rahmen dessen werden ausgewählte Frauenverbände auf Basislevel in ländlichen Regionen Ghanas gestärkt und geschult. Die Frauen sollen in ihrer Rolle als wichtige Change-Maker unterstützt und sichtbarer gemacht werden. Ein Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe zwischen ghanaischen und deutschen LandFrauen soll beiden Seiten zu einem Perspektivwechsel verhelfen.

COVID-19-Pandemie

Die COVID-19-Pandemie, die zu einer globalen Krise geworden ist, hat enorme Auswirkungen auf den Ernährungs- und Landwirtschaftssektor. Mit Projektaktivitäten zur Verbesserung der ökonomischen, sozialen, gesundheitlichen und politischen Situation von Kleinbäuerinnen und Landfrauen in Ghana trägt der Deutsche LandFrauenverband zur Krisen-Resilienz bei. Denn die Stärkung der lokalen Nahrungsmittelproduktion fördert die Unabhängigkeit von globalen Strukturen. Damit kann verhindert werden, dass die Menschen durch die pandemiebedingten Einschränkungen in Hunger und Armut abrutschen. Die Stärkung von Frauen ist von höchster Wichtigkeit für die Gesellschaft; insbesondere in Krisenzeiten. Denn sie gelten als Bezugspersonen während Krisen und können als aktive Change-Maker fungieren.

Weitere Informationen zum Ghana-Projekt

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