24. April 2018 · Gerechte Chancen

Rückkehrrecht auf Vollzeit gesetzlich verankern

Der Deutsche LandFrauenverband fordert die Bundesregierung auf, auch kleinere Betriebe zur befristeten Teilzeit zu verpflichten

Berlin, 24.04.2018 – Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat angekündigt, das Recht auf befristete Teilzeit gesetzlich zu verankern. Damit soll es für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab dem 1. Januar 2019 ein Rückkehrrecht auf Vollzeit geben. Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) begrüßt diesen Vorstoß, der bereits im Koalitionsvertrag der aktuellen Regierung verankert ist.

„Einmal Teilzeit, immer Teilzeit? Wir brauchen ein Gesetz, das es Menschen ermöglicht, sich um Familie und Karriere zu kümmern. Die Entscheidung für Teilzeit darf nicht zur Sackgasse und damit zum finanziellen Nachteil werden. Es sind vor allem Frauen, die familienbedingt auf Teilzeit reduzieren und dafür bekommen sie später die Quittung: Beruflich durchzustarten ist in Teilzeit genauso schwer, wie für die eigene Alterssicherung zu sorgen. Die Regierung hat deshalb die Aufgabe, ein Gesetz zur Befristung von Teilzeit, wie im Koalitionsvertrag verankert, zügig umzusetzen“, sagt dlv-Präsidentin Brigitte Scherb.

Wie viele Frauen im ländlichen Raum, die von Altersarmut besonders betroffen sind, dieses Gesetz aber in Anspruch nehmen können, bleibt unklar. Denn: erst ab einer Betriebsgröße von mehr als 45 Beschäftigten greift das Gesetz. „Der Gesetzentwurf ist ein wichtiges Signal und eine echte Chance für viele Wiedereinsteigerinnen. Auf dem Land arbeiten aber viele Frauen in kleinen Betrieben, die keine 45 Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter haben. All diejenigen werden von dem Gesetz nicht profitieren können – eine Leerstelle. Wir fordern die Bundesregierung auf, hier nachzubessern“, so Scherb.

Der Deutsche LandFrauenverband setzt sich schon lange damit auseinander, was Teilzeit im Lebensverlauf für Frauen bedeutet. Schon in zweiter Auflage bildet der dlv mit Unterstützung des BMFSFJ regionale Equal-Pay-Beraterinnen aus. Diese klären in ländlichen Regionen über die Gefahren von Teilzeit und Minijobs auf und zeigen Frauen und Männern Wege zur partnerschaftlichen Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit auf.

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