21. Februar 2019·Kompetent im Alltag

Lebensmittelverschwendung und kein Ende

Deutscher LandFrauenverband fordert verbindliche Maßnahmen auch für die Wirtschaft

Die Bundesregierung hat gestern die Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung im Kabinett beschlossen. Um Lebensmittelabfälle in Deutschland zu verringern, will Ernährungsministerin Julia Klöckner Wirtschaft und Verbraucher stärker einbeziehen. Gesetzesänderungen oder verpflichtende Vorgaben für die Wirtschaft sind nicht geplant und auch das „Containern“ – das Retten von Lebensmitteln aus den Müllcontainern des Handels – bleibt illegal.

„Handel, Gastronomie und Caterer sind für einen großen Teil der Verschwendung mitverantwortlich. Sinnvoll wäre hier, verbindliche Ziele zu setzen. Am Ende reicht es nicht aus, einer zivilgesellschaftlichen Organisation wie Die Tafeln, die Aufgabe zu überlassen, die tonnenschwere Resteberge zu verteilen“, fasst Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbands, zusammen. „Was die Verbraucher angeht, so ist der starke Fokus auf die Digitalisierung schön und gut, aber was fehlt, ist das praktische Wissen. Hier ist ein umfassendes Bildungskonzept gefragt, das nicht nur in der digitalen Welt stattfindet. Intelligente Verpackungen sind vielleicht ein nettes Gimmick, ein paar gute Faustregeln sind im Zweifelsfall aber wirksamer.“

In diesem Zusammenhang bekräftigt der dlv nochmals seine seit vielen Jahren geäußerte Forderung, die Verbraucherbildung von Kindern stärker in den Blick zu nehmen. Die Mindestanforderung muss hier sein, Ernährungs- und Verbraucherbildung kontinuierlich über alle Altersgruppen hinweg in den Lehrplänen zu verankern. Eine bessere Variante wäre die Einrichtung eines eigenständigen Schulfaches, um jungen Menschen für den Alltag wichtige Kompetenzen auf den Weg geben zu können.

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