07. März 2012·Gerechte Chancen·Zukunft Ehrenamt

Internationaler Frauentag 2012: The same procedure as every year!

„Der Internationale Frauentag am 8. März ist und bleibt im LandFrauenkalender ein wichtiges Datum. Frauenrechte und Chancengleichheit in allen Bereichen der Gesellschaft sind zwar formal gesichert, aber im praktischen Leben mangelt es oft an der Durchsetzung. Frauen sind immer noch von Benachteiligungen und Ausgrenzungen betroffen, die es nach Recht und Gesetz eigentlich gar nicht geben dürfte“, beschreibt Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) die Situation. „Was wir ständig vor Augen haben, fällt nicht mehr auf. Nur so ist zu verstehen, dass wir uns an den Anblick der vielen Herren in den Aufsichtsräten und Vorständen gewöhnt haben. Ähnliches gilt für die schlechte Bezahlung in typischen Frauenberufen, obwohl hier die Anforderungen und Verantwortungen in der Regel sehr hoch sind.“

Als bundesweit tätiger Verband mit fast einer halben Million Mitgliedsfrauen sei der dlv gut aufgestellt, um diese Dinge anzusprechen, die Betroffenen dafür zu sensibilisieren und Gegenkräfte aufzubauen. Hierauf zielt auch das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte dlv-Projekt „LandFrauenStimmen für die Zukunft - Faire Einkommensperspektive sichern“. „Wir wollen herausfinden, warum der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern auf dem Land über 30 Prozent beträgt. Sobald wir wissen, wo wir ansetzten müssen, werden wir Spezialistinnen qualifizieren, die zwischen den Akteuren am Arbeitsmarkt vermitteln und beraten“, erläutert Scherb. Sie konnte das Projekt vor wenigen Tagen bei der jährlichen Sitzung der UN-Frauenrechtskommission in New York vorstellen, wo es großen Anklang fand.

Frauen müssen gleichberechtigt und paritätisch in den Entscheidungsgremien mitwirken können, das ist eine weitere zentrale Forderung des dlv. „Die unmissverständliche Ankündigung von EU-Kommissarin Viviane Reding, wenn nötig eine EU-weite Regelung mit verpflichtender Quote einzuführen, kommt uns sehr entgegen.“ Das sei die Chance, damit endlich Bewegung in die Sache kommt, so die Hoffnung der Präsidentin. Sie ist Mitinitiatorin der Berliner Erklärung (www.berlinererklaerung.de), in der eine verpflichtende Frauenquote bei den Aufsichtsräten von börsennotierten Unternehmen in Deutschland gefordert wird.

Nach obenZurück zur Übersicht