10. Mai 2012Kompetent im Alltag

Hauswirtschaftliche Berufe stärker im Pflegerecht verankern und Reformen angehen

„Bevor ältere Menschen pflegerische Leistungen im eigentlichen Sinne benötigen, brauchen sie Hilfen im Alltag. Die Politik ist gefordert, diesen Umstand bei der aktuellen Pflegereform stärker zu berücksichtigen. Hauswirtschaftliche Leistungen müssen besser im Leistungsrecht der Pflege verankert werden. Außerdem brauchen wir eine Anrechnung der hauswirtschaftlichen Fachkräfte an die Fachkraftquote“, äußert sich die Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbands (dlv) Brigitte Scherb anlässlich der ersten Lesung des Pflege-Neuausrichtungs-Gesetzes im Deutschen Bundestag an diesem Donnerstag.

In einem jüngst verabschiedeten Positionspapier hat der dlv mit Blick auf Hauswirtschafts- und Betreuungsdienstleistungen wichtige Weichenstellungen in der Pflegereform angemahnt und Stellung zur hauswirtschaftlichen Berufsqualifizierung bezogen.

Der dlv geht davon aus, dass die Nachfrage nach haushaltsnahen Dienstleistungen in Privathaushalten – dort insbesondere durch ältere Menschen - weiter ansteigen wird. Dieses Tätigkeitsfeld muss in der Ausbildungsverordnung des Berufes Hauswirtschafter/in stärkere Berücksichtigung finden, heißt es beim Deutschen LandFrauenverband.

„Es macht einen Unterschied, ob ein Hauswirtschafter als Seniorenbegleiter eingesetzt ist oder in einer Großküche. Wahlbausteine und Zusatzqualifikationen könnten besser auf die betriebliche Situation eingehen. Für Arbeitgeber muss indes klar erkennbar sein, was ein/e Hauswirtschafter/in kann“, zeigt die dlv-Präsidentin mögliche Reformansätze auf.

Geht es nach dem dlv, sollte so schnell wie möglich eine neue Berufsbezeichnung gefunden werden. „Bei der Gewinnung von Auszubildenden steht die Hauswirtschaft in einem harten Wettbewerb mit anderen Berufen. Allein durch eine Namensänderung könnten wir wesentlich mehr junge Leute erreichen. Unser Vorschlag: Fachkraft für Ernährungs- und Dienstleistungsmanagement“, so Brigitte Scherb.

Das Positionspapier des Deutschen LandFrauenverbandes „Versorgungs- und Betreuungsdienstleistungen der Zukunft – neue Anforderungen an die berufliche Qualifizierung“ vom 23.04.2012 ist als Anhang beigefügt.

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