12. April 2012·Gerechte Chancen·LandFrauen und Landwirtschaft·Ländlicher Raum

Handlungsempfehlungen für LandFrauenvereine zur ELER-Förderung nach 2014

Zeithorizont

Die neue Förderperiode läuft von 2014 bis 2020. Vor Ende 2012 ist nicht mit Beschlüssen auf EU-Ebene zur ELER-Verordnung zu rechnen. Ab 2013 werden dann die neuen ELER-Programme auf Ebene der Bundesländer erarbeitet. (In der Periode 2007-2013 gab es 14 Landesprogramme – keine eigenen in Bremen und Berlin). Die Länder setzen hier ihre eigenen Schwerpunkte und geben auch länderspezifische Fördermodalitäten vor.

Beteiligung an der Programmerstellung

Die meisten Landes-LandFrauenverbände arbeiten bereits in den ELER-Begleitausschüssen mit (als Wirtschafts- und Sozialpartner). Dieses Instrument wird es weiterhin geben. Informieren Sie sich, wer die Interessen der LandFrauen bisher vertreten hat und tragen Sie Ihre Fragen, Ideen und Botschaften über diese Personen in die Ausschüsse. Die Begleitausschüsse werden ab 2014 neu aufgestellt. Personelle Änderungen aus den LandFrauenverbänden sind also möglich. Auf den Internetseiten der Länder-Landwirtschaftsministerien finden Sie weitere Informationen, z. T. auch die Namen.

Entgelt für Beteiligung

Der Aufwand für das ehrenamtliche Engagement von Frauen muss besser entschädigt werden (Mitarbeit in Begleitausschüssen, LAGs u.Ä.). Prüfen Sie Möglichkeiten, auf Länderebene Mittel der Technischen Hilfe anzuzapfen oder externe Fördermittelgeber für die Begleitung zu finden. Informieren Sie sich auch bei Ihren Mitstreiterinnen aus anderen Bundesländern. Denn es gibt sehr unterschiedliche Formen und Modelle der Finanzierung, die Sie gegebenenfalls auch nutzen können.

Prioritätensetzung

Orientieren Sie sich mit Ihren Ideen ausschließlich an den 6 Prioritäten (Artikel 5): 1 Wissenstransfer, Bildung und Beratung, 2 Wettbewerbsfähigkeit, 3 Lebensmittelketten, 4 Förderung von Ökosysteme, 4 Förderung der Ressourceneffizienz, 5 Förderung der Ressourceneffizienz, 6 Arbeit und Entwicklung im ländlichen Raum. Aktionen von LandFrauen bewegen sich auch schon heute schwerpunktmäßig innerhalb der Prioritäten 1, 3 und 6. Dort sollten Sie auch künftige Aktionen ansiedeln. Verknüpfungen sind gut möglich.

Anerkennung als Bildungsträger

Hier muss frühzeitig Einfluss auf Landesebene erfolgen, dass LandFrauenverbände Bildung anbieten können, gegebenenfalls sind Kooperationen mit anderen Bildungsträgern zu suchen oder aufzubauen.

Fördersätze

Beachten Sie die unterschiedlichen Fördersätze. Wissenstransfermaßnahmen sind z. B. bis 80 Prozent förderfähig.

Ideenfindung für Projekte

Projektideen brauchen Zeit und müssen „reifen“. Informieren Sie sich über erfolgreich gelaufene Projekte aus anderen Bundesländern (z. B. LandFrauen in B-W, RLP, NRW). Diese „nachzunutzen“ und weiterzuentwickeln ist nicht nur erlaubt, sondern auch Sinn einer Projektförderung. Lassen sie sich weder einschränken noch abschrecken von Bürokratie und anderen Schwierigkeiten.

Beratung und Coaching

Gefördert werden Gruppen mit Beratungsbedarf und Berater/innen. Hiermit gut verbunden werden können Gleichstellungsziele: z. B. Beratung von Frauen (Diversifikation, Teilhabe), Frauen beraten zur Gendergerechtigkeit in ländlichen Räumen

Leader

Der methodische LEADER-Ansatz bleibt bestehen. Die Mitarbeit von LandFrauen in den LAGs ist dringend notwendig, auch wegen der Gendergerechtigkeit. Verlangen Sie, dass Ihre Arbeit angemessen entschädigt wird, unter dem Genderaspekt muss das als Politikum diskutiert werden.

Politische Lobby

Nehmen Sie Ihre Abgeordneten (Europaparlament, Landtage, Bundestag) mit ins Boot. Machen Sie die Abgeordneten zu Ihren Partnern, lassen Sie sie an Erfolg und Misserfolg teilhaben.

Links:

Projektbeispiele finden Sie unter: www.netzwerk-laendlicher-raum.de

Vorschlag der EU-Kommission vom 12. Oktober 2011 zur VERORDNUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES über die Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER): http://ec.europa.eu/agriculture/cap-post-2013/legal-proposals/com627/627_de.pdf

Downloads & Links

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