30. Januar 2018 · Gerechte Chancen · Kompetent im Alltag · LandFrauen und Landwirtschaft · Ländlicher Raum · Zukunft Ehrenamt

Bilanz IGW: Reich an Gesprächen, Reich an Kompetenz

Viel Trubel am dlv-Stand auf der IGW2018: Agnes Witschen. dlv-Vizepräsidentin mit Gerd Billen, Staatssekretär BMJV, Reinhold Jost, saarländischer Minister Umwelt und Verbraucherschutz, Camila Atmer-Steitz, Vorsitzende SarlandFrauen, und u. a. den saarländischen Produktköniginnen

Deutscher LandFrauenverband blickt auf erfolgreiche Grüne Woche

Berlin, 30.01.2018 – Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) war mit vielfältigen Aktionen auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin vertreten. Auf dem Erlebnisbauernhof hatten die LandFrauen mit ihrem Stand einen festen Anlaufpunkt für die Besucherinnen und Besucher.

LandFrauen sind verlässliche Partner im Erzeuger-Verbraucher-Dialog. Der Deutsche LandFrauenverband ist die Schnittstelle zur Politik und weist immer wieder auf die große Bedeutung guter, konstruktiver Kommunikation hin. Entsprechend vielfältig waren die Besuche am Stand: Politikerinnen und Politiker aus dem gesamten Bundesgebiet, die Landwirtschaftsminister mehrerer Bundesländer, Mitglieder des Bundestags und der Landtage informierten sich über die Arbeit der LandFrauen genauso wie die Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries, der Parlamentarische Staatssekretär Dirk Wiese, Staatssekretär Matthias Machnig sowie der Staatssekretär im Bundesverbraucherschutzministerium Gerd Billen oder auch Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90 / Die Grünen im Bundestag, und Dr. Dietmar Bartsch, Vorsitzender der Fraktion Die Linke.

„Wir merken immer mehr, dass sich der ländliche Raum als Querschnittsaufgabe für alle Bereiche der Politik in den Köpfen durchsetzt“, zieht Brigitte Scherb, dlv-Präsidentin, Resümee. „Dafür treten wir schon lange ein, denn nur so können wieder gleichwertige Lebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land entstehen. Und wir müssen die Landwirtschaft dabei im Blick behalten, insbesondere die Frauen auf den Höfen. Sie sind häufig der Motor für Innovation auf dem Land.“

Nur im Dialog kann Vertrauen und Akzeptanz entstehen. LandFrauen und besonders die Bäuerinnen unter ihnen übernehmen Verantwortung und sind unermüdlich – stellten die rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 20. Januar beim BäuerinnenForum anlässlich der IGW fest. Im Mittelpunkt der Debatte stand das „Bäuerinnenwohl“, das die Lebensbedingungen der Frauen auf den Höfen in den Blick nimmt. Es wurde sehr deutlich, dass die bundesweite Studie zur Situation der Frauen auf den Höfen, die der dlv fordert, umgesetzt werden muss. „Nur dann kann die weitere politische und gesellschaftliche Diskussion auf Zahlen und Fakten basieren und nicht auf gefühlter Wirklichkeit“, fordert Brigitte Scherb.

Unter dem Titel „Dynamik und Vielfalt – Potenziale der ländlichen Räume nutzen“ eröffnete Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, am 24. Januar das 11. Zukunftsforum ländliche Entwicklung. In der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen Brigitte Scherb, Präsidentin des dlv und Mitglied im Sachverständigenrat Ländliche Entwicklung (SRLE) beim BMEL, Prof. Dr. Hans-Günter Henneke, Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen Landkreistages und Vorsitzender des SRLE, und Uta-Micaela Dürig, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch Stiftung GmbH, die Entwicklung der ländlichen Räume und die bevorstehende GAP-Reform genauer in den Blick. Brigitte Scherb machte erneut deutlich, dass sich der dlv von der Reform einen echten Neuanfang erhofft. „Auch wir fordern eine starke erste Säule für eine flächendeckende und zukunftsfähige Landwirtschaft und begrüßen, dass das Modell der Vollfinanzierung aufrechterhalten werden soll. Allerdings stehen wir auch für eine starke zweite Säule und mahnen an, bei der Reform die Frauen und das Ehrenamt besser zu berücksichtigen“, so dlv-Präsidentin Scherb.

Die dlv-Begleitveranstaltung auf dem Zukunftsforum Ländliche Entwicklung des Bundeslandwirtschaftsministeriums zielte in die gleiche Richtung. Die Leistung der Frauen im ländlichen Raum wird im Augenblick nicht statistisch abgebildet, ihre Relevanz für den wirtschaftlichen Erfolg wird nicht deutlich. Einer der vielen Gründe, warum Projekte, die von Frauen umgesetzt werden, häufig keine Förderung erhalten. Der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) als zentrales Förderinstrument bedarf einer Reform waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig. Denn im Augenblick birgt die Förderung viele Hürden, die sowohl für Projekte, die Frauen umsetzen wollen als auch für ehrenamtliche Projekte oft unüberwindbar sind.

LandFrauen haben das Wohl aller Frauen im Blick, wie der Bühnentalk in der Halle „Lust aufs Land“ zeigte. Frauen leisten mehr – diese Feststellung trifft auf jeden Fall auf die Fürsorgearbeit zu. Der Deutsche LandFrauenverband klärt mit seinem Projekt Regionale Equal-Pay-Beraterinnen zu diesem und anderen Themen auf. Nur wer um diese Altersarmutsfalle weiß, kann sie umgehen, zum Beispiel durch eine bessere partnerschaftliche Aufteilung. Gleichzeitig fordert der dlv bessere politische Rahmenbedingungen für die Pflege- und Kinderbetreuung.

Nach oben Zurück zur Übersicht