05. Juni 2012 Gerechte Chancen

Ausbau der Kindertagesbetreuung hat oberste Priorität

„Der neue Sachstand bestätigt unsere Haltung zum Betreuungsgeld: das kompromisslose Festhalten an der Einführung des Betreuungsgeldes ist und bleibt kontraproduktiv. Wir halten es hingegen für dringend notwendig, dass nun alle Energie für den Ausbau der Kindertagesbetreuung eingesetzt wird“, betont Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv). Anlass für diese Äußerung ist zum einen der vorgestellte 10-Punkte-Plan zum beschleunigten Ausbau der Kindertagesbetreuung durch Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, sowie der dritte Zwischenbericht zur Evaluation des Kinderförderungsgesetzes und der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld.

„Bis zum Stichtag 1. August 2013 fehlen noch 233.000 Plätze für die unter dreijährigen Kinder und zudem etwa 12.400 ausgebildete Fachkräfte. Den Kommunen droht eine Klagewelle, wenn die Kitaplätze nicht bis zum nächsten Sommer eingerichtet sind. Bevor diese Mammutaufgabe nicht gestemmt ist, kann bei der Kinderbetreuung von Wahlfreiheit für Eltern keine Rede sein“, so die Überzeugung von dlv-Präsidentin Scherb. Der Deutsche LandFrauenverband fordert deshalb die Mittel für das Betreuungsgeld in den Ausbau der Infrastruktur zu stecken und dieser Aufgabe mit oberster Priorität nachzukommen.

Der erste Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld wird vom dlv kritisch aufgenommen. Demnach sollen Eltern, die beide voll berufstätig sind, aber ihr Kind nicht in einer öffentlichen Kindertagespflege betreuen lassen, das Betreuungsgeld bekommen, egal wie und wo das Kind untergebracht ist. Mit diesem Ansatz werden aber nicht die so dringend benötigten verlässlichen und qualifizierten Betreuungsformen gefördert. „Kinderbetreuung muss professionell organisiert werden und hohen Qualitätsstandards Rechnung tragen. Dies gilt für das Personal und für den Bau von Kindertagesstätten. Qualitätsstandards aus finanziellen Gründen abzusenken und gleichzeitig das Betreuungsgeld einzuführen, ist zum Nachteil unserer Kinder“, so Scherb abschließend mit Blick auf den 10-Punkte-Plan von Ministerin Schröder.

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