19. September 2018·LandFrauen und Landwirtschaft

Erntedankerklärung 2018

Gemeinsame Erklärung von DBV, dlv, EDL und KLB

Das Erntedankfest erinnert uns an die Abhängigkeit der Menschen von der Natur. In diesem Jahr besonders, denn die Dürre sorgt in vielen Landwirtsfamilien für teilweise existenzbedrohende Zustände. Viele Bäuerinnen und Bauern können ihre Tiere nicht mehr lange ausreichend ernähren. Wo kein Futterzukauf möglich ist, müssen Tiere sogar geschlachtet werden. Und dennoch sollten wir dankbar sein, für das, was gut gedieh und noch mehr dafür, dass die Dürre bisher eine Ausnahme ist und dass wir oft auch reiche Ernten einfahren durften.

Nachdenklich werden wir, wenn Güter knapp werden, wenn nicht alles und zu jeder Zeit verfügbar ist. Dennoch sind die Regale im Supermarkt auch nach einer langen Phase extremer Trockenheit und Hitze gut gefüllt und die Preise gleichbleibend niedrig. Wenn heutzutage im Supermarkt „geerntet“ wird und wenn wie immer alles da ist, geht die Demut für die Gaben der Schöpfung verloren. Dies trägt in hohem Maß dazu bei, dass die Wertschätzung nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für die Erzeugerinnen und Erzeuger immer geringer wird. 18 Millionen Tonnen Lebensmittelabfall produzieren wir in Deutschland jedes Jahr. Achtlos werfen wir wertvolle Lebensmittel in den Müll, den größten Anteil daran haben wir alle als Verbraucherinnen und Verbraucher.

Wertschätzung für Lebensmittel und Erzeuger fördern

Mehr Wertschätzung für Lebensmittel und damit auch für die Erzeugerinnen und Erzeuger fordern anlässlich Erntedank 2018 in ihrer gemeinsamen Erklärung der Deutsche LandFrauenverband (dlv), der Evangelische Dienst auf dem Lande in der EKD (EDL), die Katholische Landvolkbewegung Deutschlands (KLB) und der Deutsche Bauernverband (DBV).

Regional und saisonal

Die deutsche Landwirtschaft erzeugt qualitativ hochwertige, sichere und gesunde Nahrungsmittel. Das ist für alle selbstverständlich! Die Standards für Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Tierschutz sind im weltweiten Vergleich auf sehr hohem Niveau festgesetzt. Diese Leistungen haben ihren Preis! Durch verstärkten Einkauf regionaler und saisonaler Produkte können Verbraucherinnen und Verbraucher heimische Bauernfamilien unterstützen und auch in Krisenzeiten deren Existenz sichern.

Heimische Bauern unterstützen und Gutes für unser Klima tun

Wir brauchen informierte Verbraucherinnen und Verbraucher, die bewusst einkaufen und über hauswirtschaftliche Kompetenzen verfügen. Denn durch planvolles Einkaufen, gutes Lagern sowie Freude und Ideenreichtum beim Kochen können viele Tonnen Lebensmittelabfälle vermieden werden. Dabei steigt auch die Wertschätzung für die Lebensmittel und die Erzeugerinnen und Erzeuger. Mit unserem Einkaufsverhalten bestimmen wir, welche Produktionsformen wir unterstützen wollen und ob die bäuerliche Landwirtschaft in Deutschland eine Zukunft hat. Dazu zählt die Bereitschaft, für Lebensmittel wieder mehr Geld auszugeben.

Bäuerinnen und Bauern wissen, dass die Erträge trotz technischer Unterstützung nicht planbar sind. Wenn Verbraucherinnen und Verbraucher dieses Wissen teilen, den hohen persönlichen Einsatz und das finanzielle Risiko bei der Produktion kennen, werden auch sie dankbar für die Ernte sein. Sie werden sich mitfreuen, wenn sie gut ist und klagen wie in diesem Jahr, wenn es zu Ausfällen gekommen ist. Während Landwirtsfamilien weiter ihre Äcker bestellen in der Hoffnung auf eine bessere Ernte in 2019.

Downloads & Links

Hier kommen Sie zur gemeinsamen Erntedankerklärung

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