03. Juli 2013

Verbraucherpolitik

LandFrauen begleiten deutschlandweit junge Menschen auf ihrem Weg zu mündigen und informierten Verbrauchern. Sie führen die nachwachsende Generation an einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln heran, machen ihnen gesunde Ernährung schmackhaft und zeigen, wie Lebensmittel hergestellt werden.

Deutschlandweit hat sich die Umsetzung des aid-Ernährungsführerscheins in Grundschulen etabliert. Durch das Engagement von LandFrauen haben seit 2007 rund 167.000 Schülerinnen und Schüler den aid-Ernährungsführerschein absolviert.

Mit dem Projekt GartenKinder, das der dlv gemeinsam der Stiftung Besser essen. Besser leben durchführt, sind beim dlv seit Anfang dieses Jahres die Vorschulkinder in den Fokus gerückt. Nach dem Train-the-Trainer-Prinzip unterstützen LandFrauen Erzieherinnen und Erzieher dabei, in ihrer Betreuungseinrichtung ein Gartenprojekt erfolgreich durchzuführen.

1. Ernährungs- und Verbraucherbildung muss als Unterrichtsfach in die Schulen

Der dlv hat mit einem Papier im Juni 2012 seine Forderung nach einem Unterrichtsfach Alltags- und Lebensökonomie konkretisiert. Die begleitende deutschlandweite Unterschriftenaktion endet am 30. September 2013. Die Arbeit der LandFrauen in der Ernährungs- und Verbraucherbildung muss weiterhin die notwendige finanzielle und ideelle Unterstützung erfahren. Die Einbeziehung externer Fachkräfte und Angebote wie Schulklassenbesuche auf Bauernhöfen müssen auch nach Einführung des Unterrichtsfaches gefördert werden.

2. Was drauf steht, muss auch drin sein: Klarheit und Wahrheit bei Lebensmitteln durch Bereitstellung umfassender Verbraucherinformationen

Verbraucherinnen und Verbraucher gewähren beim Kauf von Lebensmitteln einen hohen Vertrauensvorschuss. Dieser darf nicht enttäuscht werden, weshalb eine umfassende Verbraucherinformation zu gewährleisten ist. Dazu gehört der gesetzliche Rahmen genauso wie Informationen von Verbraucherorganisationen und freiwillige Selbstverpflichtungen der Lebensmittelwirtschaft.Ihrer verantwortungsvollen Rolle müssen sich alle an der Verbraucherinformation beteiligten Akteure bewusst sein und entsprechend danach handeln. Verbrauchervertrauen darf nicht leichtfertig auf´s Spiel gesetzt werden.Die EU-Lebensmittelinformations-Verordnung ist ein wichtiger Meilenstein für mehr Verbraucherinformation und muss fristgemäß zur Anwendung gebracht werden.In der Fortführung des Verbraucherportals Lebensmittelklarheit.de sieht der dlv sehr gute Ansätze eines konstruktiven Dialogs zwischen den Verbrauchern und der Lebensmittelwirtschaft. Der dlv versteht sich selbst als Plattform für den Dialog zwischen Erzeugern und Verbrauchern.

3. Herkunftskennzeichnung und Kennzeichnung regionaler Produkte

Mit Blick auf die Kennzeichnung regionaler Lebensmittel gibt es aufgrund des sehr hohen Täuschungs- und Irreführungspotentials dringenden Handlungsbedarf. Mit der Erprobung des Regionalfensters geht Deutschland einen wichtigen Schritt hin zu mehr Verlässlichkeit und Transparenz. LandFrauen wirken bei der Erprobung des Regionalfensters in den fünf Testregionen aktiv mit. Ihre Erfahrungen in den Testmärkten werden mit ausschlaggebend für die Bewertung der Praxistauglichkeit des Regionalfensters sein. Die über das Regionalfenster hinaus gehenden Debatten zur Kennzeichnung von regionalen Lebensmitteln wird der dlv weiter begleiten. Das Gleiche gilt für die bevorstehenden Regelungen zur Herkunftskennzeichnung. Der dlv wird nach Vorlage der noch ausstehenden Folgenabschätzung zur Herkunftskennzeichnung erneut beraten. Der dlv begrüßt, dass die EU-Kommission nun schneller Entscheidungsgrundlagen zur Einführung einer Herkunftskennzeichnung schafft. Vorgefertigte Produkte sind aus dem Speisenplan vieler Privathaushalte nicht mehr wegzudenken. Der dlv sieht jedoch eine sehr hohe Wertigkeit darin, Malzeiten aus regionalen und saisonalen Lebensmitteln selbst zuzubereiten. Auf eine wahrheitsgemäße Etikettierung und die Sicherheit industriell verarbeiteter Produkte müssen sich Verbraucherinnen und Verbraucher dennoch bedenkenlos verlassen können.

4. Reformbedarf bei der Lebensmittelüberwachung muss ermittelt werden

Aus den jüngsten Lebensmittelskandalen sind zielführende und langfristige Maßnahmen abzuleiten. Eine funktionierende länderübergreifende Lebensmittelkontrolle ist entlang der gesamten Wertschöpfungskette sicherzustellen.Die Funktionstüchtigkeit der nationalen wie auch europäischen Lebensmittelüberwachung ist zu überprüfen. Rückverfolgungssysteme müssen gewährleisten, dass im Falle einer Lebensmittelkrise die Verursacher zuverlässig gefunden werden. Frühwarnsysteme müssen noch schneller greifen. Bei Reformen ist darauf zu achten, dass der bürokratische Aufwand für alle Beteiligten entlang der gesamten Lebensmittelkette so gering wie möglich gehalten wird.

Vom Präsidium am 30.04.2013 verabschiedet.

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