07. März 2018 · Gerechte Chancen

Internationaler Tag der Frauen: Nur eine Frage des Wollens

Aufruf des Deutschen LandFrauenverbands für mehr Geschlechtergerechtigkeit

Gerechte Chancen für Frauen und Männer? Weit gefehlt. Auch der diesjährige Internationale Frauentag erinnert wieder einmal daran, dass die Gleichberechtigung von Frauen in Arbeitswelt und Gesellschaft hinterher hinkt. Daran ändern auch 100 Jahre Wahlrecht in Deutschland und 25 Jahre aktiver Gleichstellungsauftrag der Regierung nichts.

„Wir lassen uns auch heute nicht mit einer Blume oder ähnlichen Schönheitspflastern abspeisen, denn wir fordern gleiche Teilhabe und gleiche Bezahlung für Frauen und Männer. Wir LandFrauen streiten dafür mit nachlassender Geduld aber immer mehr Energie“, gibt sich Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbands, kämpferisch. „Wir fordern die Lohn- und die Rentenlücke endlich zu schließen und die gerechte Teilhabe von Frauen in allen Bereichen des Lebens durchzusetzen. Ohne Frauen wäre die ländliche Wirtschaft um viele Innovationen und Weiterentwicklungen ärmer. Es ist Zeit, geschlechterbedingte Barrieren endlich abzubauen. Es könnte so einfach sein, denn es ist nur eine Frage des Wollens. Dafür werden wir LandFrauen weiter kämpfen.“

Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht die Dringlichkeit: Das aktuelle deutsche Parlament ist mit nur einem Drittel Frauen besetzt und damit so männlich wie seit zwanzig Jahren nicht mehr. In kommunalen Parlamenten besetzen Männer dreiviertel der Sitze. Frauen verdienen auch in diesem Jahr 21 Prozent weniger als Männer und erhalten noch nicht einmal die Hälfte der Rente. Doch nicht nur in Deutschland sind Frauen immer noch stark benachteiligt. Daher ist der dlv auch international aktiv. So ist der Verband Teil der deutschen Regierungsdelegation, die Mitte März zur Sitzung der Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen (UN) fährt. Die Kommission ist der Fachausschuss für Gleichstellung der Geschlechter und für die Förderung von Frauenrechten der UN in New York. Das Thema der Sitzung sind die Frauen und Mädchen im ländlichen Raum.

Wie die Situation der Frauen im ländlichen Raum in Ghana ist und wie sie ihre Situation verbessern können, erkundet der dlv gerade mit seinem Projekt LandFrauen in Ghana. Das Ziel ist, Kleinbäuerinnen zu stärken und für eine gleichberechtigte Teilhabe in der Land- und Ernährungswirtschaft einzutreten. Dafür sind die LandFrauen in Absprache mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in verschiedenen Bereichen aktiv. Zum Beispiel werden Frauen und Bäuerinnen bei der Vermarktung ihrer Produkte, der Interessenvertretung oder durch Weiterbildungsangebote in der Ernährungsbildung unterstützt.

Ebenfalls eingebunden ist der dlv bei den aktuellen deutschen Vorbereitungen für den W20 Gipfel in Argentinien. W20 ist die Abkürzung für Women20 oder Frauen20, so genannt in Anlehnung an die G20, die Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Das Ziel ist, Frauen wirtschaftlich zu stärken und Geschlechtergerechtigkeit ins Zentrum der G20 zu stellen.

Aktiv für Frauen und ihre Familien im ländlichen Raum:
Über den Deutschen LandFrauenverband e.V. (dlv)
Der Deutsche LandFrauenverband e.V. (dlv) ist der bundesweit größte Verband für Frauen, die auf dem Lande leben, und deren Familien. Ziel ist, die Lebensqualität und die Arbeitsbedingungen im ländlichen Raum zu verbessern. Der dlv vertritt die politischen Interessen aller Frauen in ländlichen Regionen und den Berufsstand der Bäuerinnen. 500.000 Mitglieder, 12.000 Ortsvereine, 22 Landesverbände bilden zusammen ein starkes Netzwerk. Der Verband nutzt seine gesellschaftliche Kraft, um die soziale, wirtschaftliche und rechtliche Situation der Frauen zu verbessern. Präsidentin ist Brigitte Scherb.

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