20. Juli 2012·LandFrauen und Landwirtschaft

Frauen sind wichtige Akteure im Kampf gegen Armut und Hunger

„Am Millenniumsziel bis 2015 die Zahl der Hungernden zu halbieren darf es keine Abstriche geben. Das jetzt von der CDU vorgelegte Zehn Punkte-Programm zur Sicherung der Welternährung zeigt die Vielschichtigkeit des Problems, führt uns aber auch den enormen Handlungsbedarf vor Augen“, stellt Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) fest.

„Wenn von den 7 Milliarden Bewohnern dieser Erde eine Milliarde hungern muss, dann sind das für uns unvorstellbare Dimensionen. Wir begrüßen es sehr, dass das CDU-Papier den Fokus auf die ländlichen Regionen und die Landwirtschaft legt, denn hier leben mindestens 70 Prozent der ärmsten Menschen. Landwirtschaftlich nutzbares Land ist unser wertvolles Gut, um Waren und Produkte herzustellen, die satt machen. Es geht deshalb kein Weg daran vorbei, überall auf der Welt für eine nachhaltige Agrarwirtschaft und Lebensmittelproduktion zu sorgen.“

Das Zehn-Punkte-Programm zur Sicherung der Welternährung zeigt, dass es noch viele „Baustellen“ und auch Ambivalenzen bei den Wirkungen einzelner Maßnahmen gibt. Gebraucht werden sowohl schnelle Hilfen, um die Not der Menschen zu lindern als auch langfristig strategische Unterstützungen, die den ärmsten Ländern helfen, landwirtschaftliche Strukturen zu schaffen, von und mit denen die Bevölkerung existieren kann.

„Was in diesem Programm zu kurz kommt, ist die Sichtweise und die besondere Rolle der Frauen. Denn in den Entwicklungsländern erwirtschaften die Frauen den Hauptteil der landwirtschaftlichen Produktion, verfügen aber kaum über Rechte. Mehr Geschlechtergerechtigkeit in diesen Ländern wird sich positiv auf die Sicherung der Welternährung auswirken. Davon sind wir überzeugt. Deshalb müssen alle Maßnahmen zur Ernährungssicherung auch unter diesen Aspekt gestellt und überprüft werden.“, fordert Brigitte Scherb.

Konkret sieht der Deutsche LandFrauenverband die geschlechterspezifischen Herausforderungen zur Beseitigung von Hunger und Armut in folgenden Punkten:

Sicherung des Zugangs zu Bildung und Weiterbildung von Kindern und Frauen als Grundvoraussetzung Stärkung des Rechts von Frauen auf soziale und politische TeilhabeStärkung der Eigeninitiative durch Vernetzung der Frauen in der Landwirtschaft – zum Beispiel durch den Aufbau von Genossenschaften und LandFrauenverbändenAbbau der Benachteiligungen von Frauen im Hinblick auf Ehe-und Familienrecht, Erbrecht und das Recht auf Land- und Kapitalbesitz.

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