04. Dezember 2018·Zukunft Ehrenamt

500.000 LandFrauen zwischen Familie, Beruf, Digitalisierung und Ehrenamt

Deutscher LandFrauenverband (dlv) fordert bessere Rahmenbedingungen im Ehrenamt

Berlin, 04.12.2018 – „LandFrauen bewegen viel: sie halten Dorfgemeinschaften zusammen, organisieren innovative Mitfahrgelegenheiten, verhindern die Schließung eines Kreiskrankenhauses, führen Bewegungs- und Kochkurse mit älteren Menschen durch oder streiten vor Ort für eine bessere Infrastruktur. Es wird deutlich, dass vor allem im ländlichen Raum ehrenamtliches Engagement unverzichtbar ist. Diese geballte Frauenpower kann viel bewegen, wenn es darum geht, die ländlichen Regionen für die Zukunft fit zu machen. Das heißt auch, dass wir schnelles Internet brauchen, an jeder Milchkanne und an jedem anderen Ort“, sagt Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes, anlässlich des diesjährigen Tages des Ehrenamtes.

Mit nahezu einer halben Million Mitgliedern zählt der dlv zu den größten Frauenorganisationen. In vielen ländlichen Kommunen prägen LandFrauen die Vereinskultur und das Leben in den Dörfern. Sie stärken die Demokratie und das gesellschaftliche Miteinander. Aber Vereine stehen vor strukturellen Herausforderungen: der demografische Wandel macht sich in Mitgliederzahlen und Mitgliederstrukturen bemerkbar und den heutigen Lebensmodellen fehlt es an Freiraum für zeitintensive Ehrenämter. Auch die Veränderungen aufgrund des digitalen Wandels sind bereits heute im Ehrenamt deutlich sichtbar. So findet bürgerschaftliches Engagement immer häufiger auch digital statt oder wird digital unterstützt. Der dlv fordert, diesen Prozess professionell zu begleiten. Es müssen Strategien entwickelt werden, bei denen es um die Einführung und den Umgang neuer digitaler Techniken geht.

„Die große Herausforderung ist, Familie, Beruf und Ehrenamt zu vereinbaren. Vorstandsarbeit ist zeitintensiv. Starre Arbeitszeiten und die Abhängigkeit vom Wohlwollen des Arbeitgebers erschweren die Übernahme eines Ehrenamtes. Digitalisierung ist hierbei eine Chance, kann aber nur genutzt werden, wenn die nötige technische Infrastruktur flächendeckend gewährleistet ist“, sagt dlv-Präsidentin Scherb.

Der dlv fordert deshalb von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fördernde Rahmenbedingungen, eine wertschätzende Anerkennungskultur sowie zielgerichtete Unterstützungsformen für ehrenamtliches Engagement, um den digitalen Transformationsprozess zu meistern und Vereine zukunftsfest aufstellen zu können.

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