2026 ist offiziell das "Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft"
Sie sorgen für Ernährung, Innovation und Wandel, doch bleiben oft unsichtbar: Frauen in der Landwirtschaft leisten einen enormen Beitrag zur globalen Ernährungssicherheit, zum Umweltschutz und zur Armutsbekämpfung. Trotzdem haben viele von ihnen noch immer keinen fairen Zugang zu Land, Bildung, Technik oder politischer Mitbestimmung.
2026 rückt diese Frauen ins Zentrum: Die Vereinten Nationen haben das Jahr offiziell ausgerufen, um die Leistungen von Frauen in der Landwirtschaft weltweit sichtbar zu machen und um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, die echte Gleichstellung ermöglichen.
Warum das wichtig ist:
- Fast 40 % der landwirtschaftlichen Arbeit weltweit wird von Frauen geleistet.
- Sie sind entscheidend für den Kampf gegen Hunger und oft selbst am stärksten betroffen.
- Gleichberechtigter Zugang zu Ressourcen wie Land, Saatgut oder Krediten ist keine Selbstverständlichkeit.
- Die Stimme der Frauen muss Gehör finden.
Aus der Wissenschaft - Zur Lage der Frauen in der Landwirtschaft in Deutschland
Die Ergebnisse der Studie “Frauen. Leben. Landwirtschaft.” brechen Klischees auf, denn Frauen kümmern sich um weit mehr als Kinder, Küche und Kühe. Während laut Agrarstatistik nur 11 % der Frauen den Betrieb leiten, gaben 72 % der Teilnehmerinnen an, an strategisch-unternehmerischen Entscheidungen beteiligt zu sein. 62 % sind für die Buchhaltung und Finanzen des Betriebs verantwortlich. Denn auch wenn Haushalt und Familie zum Großteil weiterhin in Frauenhand liegen, verstehen sich viele als (Mit-)Unternehmerinnen und bringen auch ihre Arbeitskraft mit ein. Gleichzeitig bedeutet das aber nicht, dass die Frauen auch rechtlich am Betrieb beteiligt sind. Denn nur 11 % der Befragten gehört der gesamte Betrieb, einem weiteren Viertel gehören ein Teil der Flächen oder Gebäude.
Frauen in der Landwirtschaft
FORDERUNGEN DES DEUTSCHEN LANDFRAUENVERBANDES
Gleichberechtigter Zugang zu Land, Ressourcen und Finanzmitteln
- Besonders junge Frauen, die innovative Unternehmensmodelle entwickeln und die Landwirtschaft zukunftsfähig gestalten möchten, benötigen
spezielle Unterstützung
Sichtbarkeit von Frauen in der Agrarstatistik
erhöhen
- Die Agrarstatistik muss weibliche Leistungen realistisch abbilden, um die entscheidende Rolle von Frauen für den Betriebserfolg sichtbar zu machen
- Erfassung der faktischen gemeinsamen Betriebsführung
Altersarmut beseitigen
- Anerkennung von Beitragsjahren aus verschiedenen Rentensystemen
- Maßnahmen zur finanziellen Absicherung im Alter
Geschlechtergerechte Förderprogramme
in der GAP
- Gender Mainstreaming konsequent umsetzen
- maßgeschneiderte Programme die Bedarfe von Frauen berücksichtigen
LandFrauen - international engagiert
Seit 2022 stärken wir in dem deutsch-ugandischen Projekt LIU LandFrauen. Durch Seminare, Betriebsbesuche und Workshops in Deutschland. Die Ideen werden von den Teilnehmerinnen vor Ort eigenständig umgesetzt:
- Nachhaltige Öfen & Hausgärten: neue Einkommensquellen, weniger Feuerholzverbrauch
- Seifen‑ & Ernährungstrainings: für bessere Gesundheit und Selbstbestimmung
- Multiplikatorinnen-Netzwerk: 20 Teilnehmerinnen erreichen rund 400 Frauen