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Mali – Die Hoffnung grünt am Rande der Wüste

Viel Land, wenig Lebensraum
Mali, der Vielvölkerstaat und Vorbild für demokratische Entwicklung in Westafrika, zählt zu den zehn ärmsten Ländern der Welt. Von seinen 13,5 Millionen Einwohnern leben mehr als 60 Prozent unterhalb der Armutsgrenze
Die Entwicklung Malis ist stark abhängig von seiner Landwirtschaft, von der ca.
75 Prozent der Bevölkerung leben. Dabei werden aufgrund schwieriger klimatischer Bedingungen nur etwa zwei Prozent des malischen Staatsgebietes, das etwa dreimal so groß ist wie Deutschland, landwirtschaftlich genutzt. Im Norden wird das Land zu etwa zwei Dritteln von der Wüste Sahara und der daran anschließenden Sahelzone eingenommen, die den Übergangsbereich zu den Trocken- und Feuchtsavannen im Süden bildet.
Auf diese Weise eingeschränkt, konzentriert sich die Landwirtschaft auf die südlichen Landesteile, wo vor allem Baumwolle angebaut wird. Im fruchtbaren Binnendelta des Niger herrscht der Reisanbau vor. Weiter nördlich wird das karge Grasland der Sahelzone für nomadische Viehhaltung genutzt. Doch durch hohes Bevölkerungswachstum und Übernutzung der knapper werdenden Naturressourcen sind weite Gebiete von Wüstenbildung bedroht. Veraltete, wenig ertragreiche Anbaumethoden tragen ebenfalls zu der problematischen Situation bei.
Immer wieder kommt es in Abständen von wenigen Jahren zu katastrophalen Dürren und Hungersnöten, verursacht durch zu spät einsetzende, zu kurze oder ganz ausbleibende Regenzeiten und andere Naturkatastrophen. Wie im Jahr 2004, wo neben der zu kurzen Regenzeit eine verheerende Heuschreckenplage die spärlichen Ernten zu großen Teilen vernichtete.

Hunger an der Tagesordnung
Armut, Mangel- und Unterernährung, vor allem unter der ländlichen Bevölkerung, sind traurige Realität. In den Landkreisen Nioro und Diéma der westlichen Sahelregion Kayes ist die Situation besonders kritisch. Mehr als die Hälfte der Einwohner kann sich nicht ausreichend mit Grundnahrungsmitteln versorgen, und 34 Prozent der Kinder unter fünf Jahren leiden unter chronischer Unterernährung. Neben dem Mangel an Nahrung tragen auch die schlechten Kenntnisse der Familien über Hygiene und eine gesunde Ernährung zu der prekären Situation bei. Gemeinsam mit einer lokalen sowie einer internationalen Partnerorganisation arbeitet die Welthungerhilfe daher in fast 100 besonders armen und krisenanfälligen Dörfern mit der ländlichen Bevölkerung an der Verbesserung ihrer Ernährungssicherheit.
Viele Köche, gute Zutaten
Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die Prävention von Unterernährung bei Kindern und Frauen. Dazu werden Dorfberaterinnen ausgebildet, die den Gesundheitszustand von Kindern und Müttern in den Dörfern regelmäßig kontrollieren und Informationsveranstaltungen durchführen.
Frauen nehmen als Hauptverantwortliche für die Ernährung der Familie an diesen Schulungen teil. Sie erfahren nicht nur, wie wichtig eine ausgewogene Ernährung für die geistige und körperliche Entwicklung ihrer Kinder ist, sondern auch für ihre eigene Gesundheit, vor allem während Schwangerschaft und Stillzeit. In Kochdemonstrationen vermitteln die Beraterinnen praktische Tipps zum Umgang mit Wasser und der Herstellung von Nahrung. Denn verschmutztes Trinkwasser ist eine der häufigsten Krankheits- und Todesursachen.
Um chronischer Unter- und Mangelernährung von Kindern und ihren Familien dauerhaft vorzubeugen, fördert die Welthungerhilfe die Landwirtschaft in der Region. Der Erhalt der Böden und ihrer Fruchtbarkeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Kleinbauern lernen, wie sie ihre Felder mit kleinen Steinwällen oder der Anpflanzung von Hecken vor Erosion schützen und mit biologischem Dünger ihre Ernteergebnisse verbessern können. Die Erzeugung von verbessertem Saatgut, das auch bei verkürzten Regenzeiten Ernten möglich macht, trägt ebenfalls zur Sicherung der Ernährung bei.
Besonders wirkungsvoll ist der Gemüseanbau von Frauengruppen. Sie erhalten Saatgut, Arbeitsgeräte und werden in effektiven Anbaumethoden beraten. Auch die Haltung von Ziegen und Kühen zur Milchproduktion ist vorwiegend Frauensache. So verbessern sie die Ernährung ihrer Familien und erwirtschaften einen kleinen Zugewinn zum Einkommen. Damit die mageren Jahre bald nur noch Erinnerung sind.






Fachfrau für Gästebetreuung