Zukunft Ehrenamt

Ehrenamt 4.0 – Den digitalen Wandel im Ehrenamt gestalten

Der digitale Transformationsprozess wird derzeit als bedeutendes Zukunftsthema mit enormen Auswirkungen nicht nur auf das Arbeiten, sondern auch auf den Alltag und die gesamte Gesellschaft sehr kontrovers diskutiert. Im Zusammenhang mit ehrenamtlichem Engagement steht die Digitalisierung bisher kaum auf der Tagesordnung.

©

Digitale Techniken ermöglichen es, ehrenamtliches Engagement online zu organisieren. Die Ehrenamtsbörse der Gemeinde Hohe Bürde beispielsweise führt auf einer Online-Plattform  Angebot und Nachfrage freiwilligem Engagements zusammen. Kurzfristiges, eher projektbezogenes Engagement wird dadurch befördert. Zusätzlich verändert sich die Arbeitsweise in den Vereinen und Verbänden. Daten werden in der „Cloud“ gespeichert, Engagementteams arbeiten auf Grundlage gemeinsamer Werte zusammen und Führung und Hierarchien in gemeinnützigen Organisationen werden neu bewertet. Die Kommunikationswege werden vielfältiger. Damit wirkt sich die Digitalisierung bei den Vereinen und Verbänden bei der Gestaltung von Arbeitsprozessen aus und noch mehr bei der Organisations- und Personalentwicklung.

Jetzt gilt es auch für die LandFrauen, die Potenziale der digitalen Vernetzung zu nutzen, neue digitale Kommunikationswege zu etablieren, digitale Tools für das Vereinsmanagement und die Verwaltung einzuführen und die Öffentlichkeitsarbeit im Internet auszubauen. Dabei braucht das Ehrenamt Unterstützung, um bei der Digitalisierung weiter am Ball zu bleiben. Das hat der dlv in einem Positionspapier deutlich gemacht. Die Positionen hat der Fachausschuss Ländliche Räume und regionale Entwicklung im Herbst 2016 erarbeitet.

Seit der Veröffentlichung ist der dlv im intensiven Austausch mit anderen Verbänden und der Politik, die dem Ehrenamt 4.0 bisher wenig Beachtung geschenkt hat. Den digitalen Wandel schaffen die Vereine und Verbände nicht aus sich selbst heraus. Viele Aufgaben müssen zusätzlich bewältigt werden, beispielsweise die Pflege einer Facebook-Seite. Oft müssen auch über eine längere Zeit Doppelstrukturen aufrechterhalten werden. So werden beispielsweise weiterhin Sitzungsunterlagen per Post geschickt, gleichzeitig aber auch in einer Datenbank abgelegt, wo sie herunter geladen werden können.

Es wird deutlich, dass der Prozess geplant werden muss. Vereine und Verbände müssen Strategien entwickeln, bei denen es nicht nur um die Einführung der neuen digitaler Techniken geht. Die Digitalisierung verändert auch das Innenleben der Organisationen und die gemeinsamen Werte. Damit wird die Digitalisierung auch zu einer Aufgabe der Vereins- und Verbandsmanagement.


Nach oben

LandFrauen lernen gemeinsam und bündeln ihr Wissen – im größten Bildungsnetzwerk für Frauen.