LandFrauen und Landwirtschaft

"Eine Welt ohne Hunger!"

© dlv

Das Ziel, niemand auf der Welt soll Hunger leiden, ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Auch die LandFrauen wollen sich dieser Verantwortung stellen. In Absprache mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) plant der dlv in Ghana aktiv zu werden. Petra Bentkämper, Mitglied des dlv-Präsidiums, besuchte daher mit Sybille Frideres von der Andreas Hermes Akademie das Land. Die beiden nahmen an zehn Tagen über 22 Termine wahr, um mehr über das Land, seine Menschen und die Situation der Frauen auf dem Land zu erfahren. Im Interview spricht Petra Bentkämper darüber, was sie bei ihrer Reise im Reisanbaugebiet der Region Volta und im Maisanbaugebiet der Region Brong Ahafo erlebt hat.  

 

Frau Bentkämper, von Deutschland nach Ghana – das ist sicher eine große Umstellung. Was sind Ihre wichtigsten Erkenntnisse nach der Reise?

Zunächst einmal muss ich sagen, dass Ghana im Vergleich zu den Nachbarländern teilweise einen höheren Grad an Wohlstand erreicht hat. Ein großes Problem ist aber, dass viele Menschen unter Mangelernährung leiden. Generell ist die Ernährung einseitig mit einem hohen Anteil an Kohlehydraten. Das führt dazu, dass die Kindersterblichkeit beträchtlich ist und auch die Frauen unter den Auswirkungen der schlechten Ernährung leiden. Dies wäre zum Beispiel ein Punkt an dem der dlv ansetzen kann. Wir haben viele interessante Menschen kennengelernt und viel mehr noch hat mich die große Freundlichkeit der Menschen begeistert. Nach dieser Erfahrung glaube ich, dass die Aktivitäten der deutschen LandFrauen bei den ghanaischen Frauen auf großes Interesse stoßen werden. Wir schauen jetzt in enger Abstimmung mit den Experten, wie wir unsere Fähigkeiten, unsere Erfahrungen und unser Wissen vor Ort gut einsetzen können.

Was hat Sie im Rückblick auf Ihren Aufenthalt am meisten beeindruckt?

Mich hat berührt, dass die Frauen dort so kraftvoll sind. Sie haben mit Bedingungen zu kämpfen, die es ihnen oft schwer machen. Aber sie resignieren nicht und wollen sich aus ihrer Armut befreien. Sie sind offen für Veränderungen, von mitreißender Fröhlichkeit und teilen ein hohes Maß an Zusammengehörigkeitsgefühl.

Und dann hat sich noch eine Sache bestätigt, die fast ein wenig klischeehaft klingt: Die Frauen tragen tatsächlich alles auf dem Kopf, von der Handtasche bis zu großen Lasten. Das führt dazu, dass sie alle eine majestätische Haltung haben und sehr anmutig wirken. Unterstrichen wird das noch durch die farbenfrohen Kleider, die oft aus lokal hergestellten Stoffen maßgeschneidert sind.

Wie sehen die nächsten Schritte für ein dlv-Projekt in Ghana aus?

Wir sind im Augenblick dabei das Projekt zu entwickeln, um einen Förderantrag für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ), dem Projektträger, fertig zu stellen. Wenn die Förderung bewilligt wird, haben wir am Ende ein Betätigungsfeld, das zu uns LandFrauen passt. Dabei arbeiten wir eng mit der AHA, der GIZ, dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zusammen. Gleichzeitig halten wir schon die Augen offen, um geeignete LandFrauen zu finden, die Lust haben sich vor Ort zu engagieren. So können wir schnell handeln, wenn der Projektantrag bewilligt wird. Die Frauen sollten bereit sein, einige Wochen pro Jahr in Ghana tätig zu sein und das in den nächsten drei Jahren. Los gehen soll es bereits nächstes Jahr.

 

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt die Bundesregierung, ihre Ziele in der internationalen Zusammenarbeit umzusetzen. Sie ist Durchführungsorganisation der Sonderinitiative "Eine Welt ohne Hunger!" (SEWOH) des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die Bundesminister Dr. Gerd Müller ins Leben gerufen hat. Die Andreas Hermes Akademie mit dem Bereich AHA international ist Partner für Projekte, die in Entwicklungs- und Schwellenländern Bauern und ihre individuellen Entwicklungsperspektiven in den Mittelpunkt stellen.

Wichtigster Partner für den dlv in Ghana ist das Grüne Innovationszentrum, das eng mit dem ghanaischen Landwirtschaftsministerium zusammenarbeitet. Weil unter anderem das Thema Reis vom Grünen Innovationszentrum als Schwerpunkt ausgewählt wurde, wird auch das Projekt des dlv in diesem Bereich Anknüpfungspunkte suchen.

Zu den Personen

Petra Bentkämper ist seit 2015 Mitglied des dlv Präsidiums und 1. Vizepräsidentin des Westfälisch-Lippischen LandFrauenverbands

Sybille Frideres arbeitet als Programm Managerin Landfrauen International für die AHA und ist zuständig für die Vorbereitung des SEWOH-Vorhabens

 

 

 


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LandFrauen sind für chancengerechte Lebensbedingungen auf dem Land und in der Stadt, für gleiche gesellschaftliche Teilhabe von Männern und Frauen.