LandFrauen und Landwirtschaft

Aktiv in Brüssel: LandFrauen und die Gemeinsame Agrarpolitik der EU

Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) fordert im Gespräch mit EU-Agrarkommissar Phil Hogan mehr Chancen für Frauen im ländlichen Raum

Die Vertreterinnen des dlv (Präsidentin Brigitte Scherb, Geschäftsführerin Daniela Ruhe und Agrarreferentin Janna Luisa Pieper stehen neben EU-Kommissar Phil Hogan

© Marta Rosa

Der dlv fordert die Etablierung von frauenspezifischen Fördermaßnahmen in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Nur knapp 64 Prozent der Frauen in der EU sind erwerbstätig, das sind 11 Prozent weniger als bei den Männern. Hinzu kommt, dass Frauen in der EU durchschnittlich 22 Stunden in der Woche unbezahlte Arbeit leisten. Dies betrifft besonders Frauen im ländlichen Raum und in der Landwirtschaft, die vielfach zusätzlich für Kindererziehung und Pflege von Angehörigen verantwortlich sind.

„Die Subventionierung von insbesondere kleinen, diversifizierten Projekten mit Innovationscharakter wäre ein wirkungsvolles Instrument, um gerade Frauen zu unterstützen. So erreichen wir auch eine Belebung der ländlichen Räume und verbessern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Insgesamt verdient die Rolle der Frauen in der EU-Landwirtschaft eine höhere Aufmerksamkeit zum Wohle aller“, so dlv-Präsidentin Brigitte Scherb. “Darüber hinaus sei die Förderung von Aus-und Weiterbildungsmaßnahmen von großer Bedeutung, die sich in der Förderpolitik auch monetär wiederspiegeln muss.“

Der dlv kritisierte bei dem Treffen den Wegfall der EU Advisory Group on Women in Rural Areas. „Es kann nicht sein, dass sich die EU die Gleichstellung der Geschlechter und die Förderung der ländlichen Entwicklung auf die Fahnen schreibt und dann ein wichtiges Sprachrohr für die Frauen im ländlichen Raum in der EU kappt.“, stellt Brigitte Scherb, dlv-Präsidentin, fest. EU-Agrarkommissar Phil Hogan stellte bei dem Treffen mit dem dlv in Aussicht, die Advisory Group on Women in Rural Areas wieder auszuschreiben.

Die Gemeinsame Agrarpolitik gehört zu den ältesten Politikfeldern der Europäischen Union. Die Gründungsmitglieder der Europäischen Gemeinschaft einigten sich bei der Gründung auf eine gemeinsame Landwirtschaftspolitik.

 

 


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