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09.03.2010 Deutscher LandFrauenverband fordert gesellschaftliche Anerkennung der Familienpflege

Häuslichen Pflege in gesellschaftlichen Rahmen einbinden

Es ist ein Pflegemodell in Planung, das wieder nur auf dem Rücken der Frauen ausgetragen wird!“, warnt Brigitte Scherb, Präsidentin des LandFrauenverbandes. Anlässlich des Internationalen Frauentages fordert sie eine angemessene gesellschaftliche und wirtschaftliche Anerkennung der Leistung von Frauen in der Familienpflege.

 

Mit der Einführung des Elterngeldes und Ausbau der Kinderbetreuung zeige der langjährige Kampf um gesellschaftliche und finanzielle Anerkennung der familiären Erziehungsleistung erste Erfolge. Angesichts des demographischen Wandels, in 10 Jahren sollen in Deutschland mehr pflegebedürftige Menschen als Kindergartenkinder leben, sei es nun dringend geboten, den Familienpflegezeiten die gleiche Wertschätzung entgegen zu bringen.

 

Das vom Bundesfamilienministerium vorgeschlagene Arbeitszeitmodell für eine zweijährige Familienpflege könne das nicht leisten, so Brigitte Scherb. Von den in die Pflege eingebundenen Frauen würde Leistung ohne Finanzausgleich eingefordert. Schon heute bürden sich viele Frauen mit der häuslichen Pflege neben den vorhandenen Aufgabenbereichen: Arbeit, Familie, Haushalt klaglos noch einen weiteren auf. Die Reduzierung der Arbeitszeiten und damit verbundener Einkommensminderungen, wie im ministeriellen Modell angedacht, ist oftmals aber nicht möglich um das Familieneinkommen zu sichern. Zumal nur etwa 37% der Frauen in Deutschland vollerwerbstätig sind.

 

Angesichts einer alternden Gesellschaft dürfen Familien mit häuslichen Pflegeaufgaben nicht allein gelassen werden. Hier müsse ein gesellschaftlicher Rahmen geschaffen werden, in dem Pflegeverantwortung, angefangen von persönlichen Präventionsmaßnahmen bis zur angemessenen Entlohnung sowohl fremder Pflegekräfte als auch der familiärer Pflegeleistung, von Wirtschaft und Gesellschaft getragen wird.