30. November 2016 · Gerechte Chancen

Rentenpolitik nimmt Frauen erneut zu wenig in den Blick

Deutscher LandFrauenverband zeigt sich enttäuscht vom Verhandlungsergebnis der großen Koalition

Berlin, 30.11.2016 – Bei der Vorstellung des Rentenkonzeptes von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles sind viele Fragen offen geblieben. Aus Sicht des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) wurden erneut die Rentenperspektiven von Frauen zu wenig in den Blick genommen. Statt eines umfassenden Rentenpaketes kommt bei den Frauen nicht einmal eine Wurfsendung an.

„Es scheint, als hat es die Koalition auch in dieser Legislaturperiode verpasst, eine zukunftssichere Altersvorsorge auf den Weg zu bringen. Dabei könnte die Solidarrente ein Schritt in die richtige Richtung sein. Unter besonderer Berücksichtigung der Erziehungs- und Pflegeleistungen von Frauen könnte mehr Rentengerechtigkeit geschaffen und gezielt zum Abbau der Rentenlücke zwischen Männern und Frauen beigetragen werden. Auch bei der Mütterrente halten wir eine Gleichstellung aller Mütter sowie eine gesamtgesellschaftliche Finanzierung dieser Leistung, statt einer einseitigen Finanzierung durch die Beitragszahler, nach wie vor für gerecht“, sagt Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes.

Für selbstständige Frauen mit geringem Einkommen stellen Altersvorsorgeaufwendungen noch immer eine hohe finanzielle Belastung dar. Der Deutsche LandFrauenverband fordert seit langem eine Rentenpolitik, die auch Selbstständige stärker in den Fokus nimmt und damit der Altersarmut von Frauen mehr entgegensetzt.

„Gerade die ländlichen Regionen sind durch Vielfältigkeit und Ideenreichtum geprägt. Es ist Aufgabe der Politik, den Weg in die Selbstständigkeit zu ebnen und dafür Sorge zu tragen, dass auch dieser Personenkreis im Alter abgesichert ist. Um die Gesamtbelastung bei den Sozialversicherungsbeiträgen in Grenzen zu halten, ist es endlich an der Zeit, den Mindestbetrag in der gesetzlichen Krankenversicherung zu senken“, betont dlv-Präsidentin Scherb.

 

Aktiv für Frauen und ihre Familien im ländlichen Raum:
Über den Deutschen LandFrauenverband e.V. (dlv)

Der Deutsche LandFrauenverband e.V. (dlv) ist der bundesweit größte Verband für Frauen, die auf dem Lande leben, und deren Familien. Ziel ist, die Lebensqualität und die Arbeitsbedingungen im ländlichen Raum zu verbessern. Der dlv vertritt die politischen Interessen aller Frauen in ländlichen Regionen und den Berufsstand der Bäuerinnen.

500.000 Mitglieder, 12.000 Ortsvereine, 22 Landesverbände bilden zusammen ein starkes Netzwerk. Der Verband nutzt seine gesellschaftliche Kraft, um die soziale, wirtschaftliche und rechtliche Situation der Frauen zu verbessern. Präsidentin ist Brigitte Scherb.

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