19. September 2013 · Gerechte Chancen · Zukunft Ehrenamt

Positionspapier Ehrenamt

Verbände und Vereine geben dem ehrenamtlichen Engagement Rahmen und Struktur. Auf dem Land haben diese nicht nur eine lange und bewährte Tradition, sie sind auch der soziale Kitt für die Gesellschaft. Allerdings gibt es zunehmend Risse im Zusammenhalt und Zeichen von Stillstand. Denn längst bekommt auch hier das Vereinsleben den demografischen Wandel und Werteveränderungen zu spüren.

Insbesondere die Vorstandsarbeit wird immer mehr zur Herausforderung. Sie verlangt Kompetenzen, fordert Zeit und Kraft und funktioniert nur, wenn die Balance mit Beruf und Familie gelingt. Viele LandFrauen, die heute an der Spitze der Verbände stehen, leisten diesen Spagat. Schwierig ist es für Frauen, die Familie, Beruf, Karriere und Ehrenamt vereinbaren wollen und müssen. Den heutigen Lebensmodellen fehlt es an Freiraum für zeitintensive Ehrenämter.

Das ehrenamtliche Engagement von Verbänden und Vereinen hat einen hohen Stellenwert und ist für den Staat unverzichtbar. Es bringt Menschen zusammen und erschließt so Ressourcen, auf die der Staat keinen Zugriff hat. Für eine Verständigung auf Augenhöhe zwischen den Verbandsspitzen und ihrem Gegenüber in Behörden, Politik und Wirtschaft sind Professionalität auf beiden Seiten und unterstützende Strukturen zwingend notwendig. Das bedarf finanzieller Unterstützung vonseiten des Staates.

Der Bundesvorstand des Deutschen LandFrauenverbandes mit seinen 22 Landesverbänden, 430 Kreis- und ca. 12.000 Ortsvereinen hat das erkannt und fordert Entscheidungen, mit denen professionelles Vereinsleben in ländlichen Regionen - aber nicht nur dort - eine Zukunft bekommt. In einigen Bundesländern gibt es bereits Instrumente, die Engagement durch finanzielle Vergünstigungen oder Sachleistungen honorieren. Das ist ein erster guter Schritt in die richtige Richtung.

Der dlv hat funktionierende Vereinsstrukturen mit einem einzigartigen Netzwerk von Frauen, die sich für die Zukunft der ländlichen Räume stark machen. Das muss erhalten und zukunftssicher in der Gesellschaft verankert werden. Deshalb fordert der dlv zeitgemäße gesetzliche Regelungen, die bundesweit bzw. in allen Bundesländern gelten:

  • für eine verlässliche und dauerhafte Unterstützung der Verbände und Vereine im ländlichen Raum
  • über die Zulassung von Vereinen für die Anerkennung als Träger der Erwachsenenbildung
  • für bezahlte Freistellungen zur Ausübung von verbandlichen Führungsaufgaben
  • zur Gewährung von Bildungsurlaub bundesweit ,auch für ehrenamtliche Tätigkeiten
  • zur Anerkennung des Engagements in Form von zusätzlichen Rentenpunkten

Der Deutsche LandFrauenverband regt einen breiten gesellschaftlichen Diskurs an: Jetzt über die Dinge reden und Veränderungen auf den Weg bringen, ehe es zu spät ist!

Am 28. August 2013 vom Bundesvorstand des dlv beschlossen.

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