21. März 2013 · Gerechte Chancen

Offener Brief an Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

Frauen beziehen in Deutschland eine um ca. 46 Prozent geringere Rente als Männer. Durchschnittlich betrug diese 2011 für Frauen 541 Euro und für Männer rund 1.000 Euro.

Viele ältere Frauen haben ihre Erwerbstätigkeit für Kindererziehung und -betreuung unterbrochen – mit der Folge deutlich geringerer Rentenansprüche. Zu ihrer Zeit gab es keinen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz, kein Elterngeld, keine dreijährige Erziehungszeit, keine Hortbetreuung und auch keine Ganztagsschulen. Mit ihrer Entscheidung für Kinder haben sie die Grundlage für die nächste Generation der Beitragszahler gelegt. Das muss anerkannt werden!

Der Deutsche LandFrauenverband ist mit der Regelung zur Anerkennung der Erziehungsleistung nicht einverstanden! Wir sehen keinen Grund, die Erziehungsleistung der Mütter vor 1992 anders zu behandeln als die der Mütter danach. Warum sollte beispielsweise eine Mutter, die zwei Kinder vor 1992 geboren hat, nur 56,14 Euro Rente erhalten? Wären ihre Kinder nach dem Stichtag geboren, würde sie 168,42 Euro Rente bekommen.

Viele unserer Mitglieder haben uns immer wieder auf diese Ungerechtigkeit angesprochen. Als Interessenvertreter der Frauen fordert der Deutsche LandFrauenverband die Erziehungsleistung durch den Erhalt von drei Rentenpunkten – ungeachtet des Stichtages – gleichzustellen.

Seit der Internationalen Grünen Woche sammeln wir Unterschriften, um auf den Missstand aufmerksam zu machen. Bereits jetzt haben wir viele Unterstützer gefunden – Frauen und Männer.

Wir begrüßen es deshalb, wenn unser Anliegen noch in dieser Legislaturperiode eine gesetzliche Berücksichtigung findet – auch um der Altersarmut von Frauen vorzubeugen!

Mit freundlichen Grüßen

Brigitte Scher, Präsidentin
Dr. Monika Michael, Hauptgeschäftsführerin

Nach oben Zurück zur Übersicht