13. Mai 2012 · LandFrauen und Landwirtschaft · Ländlicher Raum

Landwirtschaft lädt zum "Tag des offenen Hofes"

(BDL/DBV/dlv) „Wir Landwirte und unsere Familien brauchen unsere Arbeit nicht verstecken. Davon kann sich jeder überzeugen – hier und heute, aber auch bei den vielen Tagen des offenen Hofes auf den landwirtschaftlichen Betrieben überall in der Republik.“ Mit diesen Worten eröffnete der Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) Matthias Daun in Hagen symbolisch die Tage des offenen Hofes 2012. Zur bundeszentralen Eröffnungsveranstaltung waren trotz Wetterkapriolen über 4000 BesucherInnen aus Politik, (Land)wirtschaft und der Umgebung auf den Hof Rafflenbeul gekommen.

„Mit diesem Tag des offenen Hofes wollen wir zeigen, dass wir hochwertige Produkte erzeugen – keine Ramschware“, so Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), auf dem Hof am Rande des Ruhrgebietes. Er betonte, dass sich Landwirte in globalisierten Agrarmärkten mit weltoffenen Grenzen und zugleich auf dem Heimatmarkt durchsetzen müssen. „Dass wir dabei weltweit die höchsten Standards im Umwelt- und Tierschutz zu erfüllen haben, macht uns das Leben nicht leichter. Aber die neue Emnid-Studie bestätigt, dass die Bevölkerung die Tierhaltung in Deutschland durchaus akzeptiert und nur ein sehr kleiner Teil sich davon distanziert“, stellte er klar. Mut mache auch die Einschätzung, dass der Landwirt die drittwichtigste Berufsgruppe in unserem Land ist, um die Zukunft unseres Landes zu sichern.

Diese optimistische Grundhaltung bestimmte auch den „Talk im Hof“. Peter Bleser, Parlamentarischer Staatsekretär der Landwirtschaftsministerin, Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv), Franz-Josef Möllers, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), und Magdalena Kliver, Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) diskutierten über „Landwirtschaft als gesellschaftlichen Trend“.

Darin würdigt Peter Bleser, der die Bundeslandwirtschaftsministerin vertrat, die Initiative der drei Verbände: „Transparenz und Offenheit sind der Schlüssel zu mehr gesellschaftlicher Akzeptanz. Das hat auch der breite Dialog gezeigt, den das Bundeslandwirtschafts-ministerium geführt hat, um die Charta für Landwirtschaft und Verbraucher zu erarbeiten. Gerade im Bereich der Nutztierhaltung sind die Vorstellungen und Erwartungen oft weit von der Realität der modernen Tierhaltung entfernt. Genau an dieser Stelle setzt der Tag des offenen Hofes an und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu einem zeitgemäßen Bild der Landwirtschaft fernab von Werbeklischees“, so der Parlamentarische Staatssekretär.

Die dlv-Präsidentin Brigitte Scherb betonte die Rolle der Bäuerinnen dabei: „Die Frauen auf den Höfen sind die Trendsetter.“ Öffentlichkeitsarbeit und Verbraucherinformation werden von den LandFrauen seit langem gefordert und umgesetzt. „Fachlich fit, mit kommunikativer Kompetenz vermitteln sie im Kundengespräch oder bei Hofführungen wertvolles Wissen und begeistern für heimische Produkte. Wer den Arbeits- und Energieaufwand kennt, mit dem Nahrungsmittel erzeugt werden, weiß sie umso mehr zu schätzen“, so die LandFrau. Verbraucheraufklärung müsse deshalb schon bei den Schulkindern und in den Familien beginnen.

„Für hohe Qualität müssen angemessene Preise gezahlt werden“, sagte WLV-Präsident Franz-Josef Möllers angesichts des Widerspruchs zwischen positivem Ansehen der Landwirte in der Bevölkerung auf der einen und ihrem Anspruch auf einen möglichst günstigen Preis auf der anderen Seite. „Das muss offen mit den Verbrauchern diskutiert werden“, so Möllers.

Einen anderen Aspekt brachte die Landjugendvorsitzende zur Sprache: „Die Landwirtschaft entwickelt sich in rasantem Tempo. Darauf haben wir Landwirte uns stark konzentriert und dabei wohl vergessen, die Menschen, für die wir arbeiten, mitzunehmen.“ Das müsse, das werde sich ändern. – „Daran arbeiten wir. Denn alle sollen wissen: Landwirt ist und bleibt der schönste Beruf der Welt“, so Magdalena Kliver beim Talk in Hagen.

Sven Rafflenbeul, Betriebsleiter des gastgebenden Hofes und Vor¬sitzender der Landjugend Westfalen-Lippe, sah den Trubel gelassen. Für ihn zählt der Dialog mit den VerbraucherInnen. „Das schafft Vertrauen.“ Auf dem Hof Rafflenbeul, auch als Käse-Deele bekannt, finden 90 Milchkühe ihre Heimat.

Ein Teil ihrer Milch wird in der hofeigenen Käserei verarbeitet und vor Ort verkauft.

Die bundeszentrale Eröffnungsveranstaltung „Tag des offenen Hofes 2012“ wurde in diesem Jahr maßgeblich von der Landjugend Westfalen-Lippe und dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband ausgerichtet. Gemeinsam mit vielen Partnern ist es ihr gelun¬gen, Landwirtschaft zum Anfassen in einer Form zu bieten, die es am Rande des Ruhrgebietes so noch nicht gegeben hat.

Bundesweit beteiligen sich bis zum Spätsommer rund 700 Betriebe aus allen Bundesländern an der Aktion „Tag des offenen Hofes“, zu der DBV, BDL und dlv gemeinsam mit ihren Landesverbänden bereits zum elften Mal aufrufen.

Landwirtschaftliche Betriebe öffnen ihre Hoftore und präsentieren die vielfältigen Leistungen der Landwirtschaft mit einem vielfältigen Kultur- und Eventprogramm. Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.tdoh.de, wo Sie auch in Ihrer Nähe entsprechende Betriebe finden.

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