21. März 2013 Gerechte Chancen · Ländlicher Raum

LandFrauen fordern zum Equal Pay Day gerechte Löhne für Frauen

Realität ist, dass Frauen in Deutschland im Durchschnitt 22 Prozent weniger verdienen als Männer. In ländlichen Räumen ist diese Einkommenslücke sogar noch zehn Prozentpunkte größer als in Ballungsgebieten. „Die Frauen tragen nicht die Schuld an dieser Lohnlücke“, so Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes e. V. (dlv). „Es sind die gesellschaftlichen Strukturen, die wir ändern müssen. Die Bundesregierung muss endlich klare gesetzliche Richtlinien für die Gleichstellung beider Geschlechter im Arbeitsleben erlassen. Ebenfalls müssen die steuerlichen Regelungen, die Frauen in Jobs mit geringem Verdienst drängen, geändert werden. Die Wirtschaft muss endlich dazu angehalten werden, in weiblich dominierten Branchen höhere und gleichwertige Löhne zu zahlen.“

Gleiche Rentenpunkte für Mütter
Eine weitere Auswirkung der ungleichen Entlohnung in den Erwerbsjahren ist die daraus folgende Altersarmut der Frauen. Umso schwerer wiegt es, dass Frauen, die vor dem 01.01.1992 ihre Kinder bekommen haben, die Kindererziehungszeit nur mit einem Jahr angerechnet wird. Nach diesem Stichtag beträgt die Kindererziehungszeit drei Jahre. Pro Erziehungsjahr ist dies ein Renten-Entgeltpunkt (monatlich 28,07 Euro West, 24,94 Euro Ost). „Wir fordern, dass diese Ungerechtigkeit geändert wird und Frauen – unabhängig von diesem willkürlichen Stichtag – die gleichen Rentenpunkte anerkannt bekommen“, so Brigitte Scherb. „Dass die Bundesregierung diese Entscheidung in die nächste Legislaturperiode verschoben hat, ist enttäuschend. Wieder einmal wird ein Thema, dass Frauen entlasten könnte, halbherzig bearbeitet und auf die lange Bank geschoben.“

Der dlv hat in der letzten Woche mit einem offenen Brief bei der Kanzlerin um Unterstützung geworben. Zusätzlich führt er eine Unterschriftenaktion zum Thema Rentenpunkte durch.

Beide Aktionen finden Sie auf www.landfrauen.info.

Faire Einkommensperspektiven für Frauen im ländlichen Raum
Der Deutsche LandFrauenverband setzt sich aktiv dafür ein, die Rahmenbedingungen für die Erwerbstätigkeit von Frauen im ländlichen Raum zu verbessern. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend führt der dlv u. a. das Projekt „LandFrauenStimmen für die Zukunft – Faire Einkommensperspektive sichern“ durch.

 

Aktiv für Frauen und ihre Familien im ländlichen Raum:
Über den Deutschen LandFrauenverband e. V. (dlv)


Als bundesweit größter Verband für Frauen, die auf dem Lande leben, setzt sich der dlv ein für die Verbesserung der sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Situation von Frauen, die berufsständischen Interessen der Bäuerinnen und für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

 

Mitglieder im dlv sind 22 Landes-LandFrauenverbände mit rund 430 Kreis- und mehr als 12.000 Ortsvereinen. In den Ortsvereinen sind ca. 500.000 Frauen Mitglied, die sowohl in der Landwirtschaft als auch in anderen Berufen tätig sind. Präsidentin des dlv ist Brigitte Scherb.

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