16. Dezember 2013 Gerechte Chancen

Erziehungsleistungen gesamtgesellschaftlich anerkennen

„Ich freue mich, dass der vorliegende Koalitionsvertrag die Erziehungsleistung für Mütter und Väter, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, mit einem zusätzlichen Entgeltpunkt in der Rente besser anerkennt. Anders als so mancher Verbandsvertreter der Wirtschaft, bewerte ich dies nicht als Wahlgeschenk, sondern vielmehr als Korrektur der bestehenden Ungleichheit zwischen den Elterngenerationen. Es waren doch mehrheitlich die Frauen, die in den Jahren vor 1992 kaum eine Wahl hatten, da die Kinderbetreuung wenig ausgebaut und zudem die Rollenverteilung von Frauen und Männern noch eine ganz andere war“, hebt Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) hervor.

Der dlv hat im Jahr 2013 die Unterschriftenaktion „Gleiche Rentenpunkte für alle Frauen! Anerkennung der Erziehungsleistung von Müttern vor 1992“ durchgeführt und dabei über 73.000 Unterschriften gesammelt. Dabei hatte sich der dlv für die Angleichung auf drei Entgeltpunkte für alle Erziehenden ausgesprochen, unabhängig davon, wann die Kinder geboren wurden. Die nun beschlossene Regelung im Koalitionsvertrag mit einem zusätzlichen Rentenpunkt bleibt aktuell also noch hinter der Forderung des dlv.

„Ich bleibe dabei: Eltern leisten für unsere Gesellschaft einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag. Das war in der Vergangenheit so und wird auch in Zukunft so sein. Es muss gesellschaftlicher Konsens bleiben, dass hierfür auch eine Anerkennung in der Rente stattfindet. Mein Appell an die große Koalition: zügig umsetzen und solide finanzieren. Der Bundeszuschuss muss erhöht werden, damit auch in Zukunft klar ist: die Anerkennung der Erziehungsleistung ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe und nicht Aufgabe der Beitragszahler in der Rentenversicherung“.

 

Aktiv für Frauen und ihre Familien im ländlichen Raum:
Über den Deutschen LandFrauenverband e.V. (dlv)

Der Deutsche LandFrauenverband e.V. (dlv) ist der bundesweit größte Verband für Frauen, die auf dem Lande leben, und deren Familien. Ziel ist, die Lebensqualität und die Arbeitsbedingungen im ländlichen Raum zu verbessern. Der dlv vertritt die politischen Interessen aller Frauen in ländlichen Regionen und den Berufsstand der Bäuerinnen.

500.000 Mitglieder, 12.000 Ortsvereine, 22 Landesverbände bilden zusammen ein starkes Netzwerk. Der Verband nutzt seine gesellschaftliche Kraft, um die soziale, wirtschaftliche und rechtliche Situation der Frauen zu verbessern. Präsidentin ist Brigitte Scherb.

Eine der wichtigsten Aufgaben des dlv ist die Fort- und Weiterbildung. Über 115.000 Bildungsveranstaltungen, die im gesamten Bundesgebiet angeboten werden, vermitteln den Mitgliedern Kenntnisse für bürgerschaftliches und politisches Engagement. Der dlv ermöglicht berufliche Qualifizierungen, die den LandFrauen neue Erwerbschancen eröffnen.

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