25. Januar 2013 Gerechte Chancen · Ländlicher Raum

Entgeltgleichheit in ländlichen Räumen erzielen!

Im ländlichen Raum beträgt die geschlechtsspezifische Lohnlücke rund 33 %. Dies will der Deutsche LandFrauenverband mit dem vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Projekt „LandFrauenStimmen für die Zukunft - Faire Einkommensperspektive sichern“ ändern.

Unter anderem hatte der dlv im vergangenen Jahr eine qualitative Studie zur familieninternen Erwerbsentscheidung bei Familien im ländlichen Raum durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen, dass Frauen mit der Geburt ihrer Kinder aus der Erwerbstätigkeit überwiegend aussteigen, auch dann, wenn sie besser qualifiziert sind. Nach Ausschöpfung der Erziehungszeit sind viele Frauen teilzeiterwerbstätig - häufig auf Minijob-Basis, um Familie und Beruf zu vereinbaren. Minijobs aber sind fatal für die Erwerbs- und Rentenbiografien von Frauen, so Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes. „Wir brauchen Alternativen zu den Minijobs, die den Arbeitszeitwünschen von Frauen und Männern gerecht werden und ihnen eine ausreichende Absicherung bieten. Flexible Wechsel zwischen Voll- und Teilzeitarbeit müssen möglich sein, wenn Familienarbeit wie Kindererziehung oder die Pflege von Älteren, dies notwendig machen“, so die Forderung der dlv Präsidentin.

Eine verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familienarbeit könne die Erwerbsbeteiligung von Frauen steigern. „Wir wollen aber nicht polarisieren zwischen Frauen, die sich für die Hausfrau- und Mutterrolle entscheiden und Frauen, die einer Berufstätigkeit den Vorrang geben. Die Wahlfreiheit sollte es geben“, betonte Scherb. „Wir wollen das Bewusstsein bei Frauen und Männern dafür schärfen, dass Erwerbsunterbrechungen und Teilzeit zu einem verringerten Arbeitsentgelt und zu einer niedrigeren Alterssicherung führen. Wir wollen darüber aufklären, welches Risiko Frauen tragen, wenn sie auf ein existenzsicherndes Arbeitsentgelt verzichten.“

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