16. Oktober 2014 Gerechte Chancen · Pressemeldungen

Diskussion um die Frauenquote riskiert Vertrauen in die Verlässlichkeit politischer Aussagen

„Ich halte die Diskussion für überflüssig. Verträge sind dazu da, dass sie eingehalten werden. Wir Frauenverbände wurden bereits einmal enttäuscht, als ein mögliches Gesetz im Mai 2013 auf die Zeit der nächsten Legislaturperiode verschoben wurde. Nun gilt es, dieses Versprechen umzusetzen. Nichts anderes erwarten wir von allen Mitgliedern der Großen Koalition“, bringt es die Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes, Brigitte Scherb auf den Punkt.

Die große Koalition hatte in ihrem Koalitionsvertrag die Einführung einer 30 Prozent Quote für Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen sowie weitere Festlegungen getroffen. Ein entsprechender Referentenentwurf wurde von den zuständigen Ministerien ausgearbeitet.

„Die Aussagen einzelner Mitglieder der Großen Koalition dieses Quotengesetz nun auf die lange Bank zu schieben, kommt völlig unvermittelt. Im Koalitionsvertrag ist festgelegt, dass die Quote zu Beginn der 18.Wahlperiode kommt. Das darüber hinaus vorgebrachte Argument, eine Frauenquote schade der Wirtschaft, empfinden wir als Frechheit. Ein Blick auf die sehr gute Qualifizierung unserer heutigen Frauengeneration zeigt, dass eine solche Aussage wenig sachorientiert ist. Ich vertraue darauf, dass die Frauenquote wie geplant kommt: Versprochen ist versprochen!“, so die abschließende Einschätzung von Brigitte Scherb.

Der Koalitionsvertrag hat zur Einführung einer Quote unter anderem folgendes festgelegt:

„Wir wollen den Anteil weiblicher Führungskräfte in Deutschland erhöhen. Deshalb werden wir zu Beginn der 18.Wahlperiode des Deutschen Bundestages Geschlechterquoten in Vorständen und Aufsichtsräten in Unternehmen gesetzlich einführen. (…) Die ersten Zielgrößen müssen innerhalb der 18. Wahlperiode des Deutschen Bundestages erreicht werden und dürfen nicht nachträglich nach unten berichtigt werden.“

 

Aktiv für Frauen und ihre Familien im ländlichen Raum:
Über den Deutschen LandFrauenverband e.V. (dlv)

Der Deutsche LandFrauenverband e.V. (dlv) ist der bundesweit größte Verband für Frauen, die auf dem Lande leben, und deren Familien. Ziel ist, die Lebensqualität und die Arbeitsbedingungen im ländlichen Raum zu verbessern. Der dlv vertritt die politischen Interessen aller Frauen in ländlichen Regionen und den Berufsstand der Bäuerinnen.

500.000 Mitglieder, 12.000 Ortsvereine, 22 Landesverbände bilden zusammen ein starkes Netzwerk. Der Verband nutzt seine gesellschaftliche Kraft, um die soziale, wirtschaftliche und rechtliche Situation der Frauen zu verbessern. Präsidentin ist Brigitte Scherb.

Eine der wichtigsten Aufgaben des dlv ist die Fort- und Weiterbildung. Über 115.000 Bildungsveranstaltungen, die im gesamten Bundesgebiet angeboten werden, vermitteln den Mitgliedern Kenntnisse für bürgerschaftliches und politisches Engagement. Der dlv ermöglicht berufliche Qualifizierungen, die den LandFrauen neue Erwerbschancen eröffnen.

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