21. Januar 2016 Ländlicher Raum · Pressemeldungen

Integration im ländlichen Raum braucht Vernetzung von Arbeits-, Infrastruktur- und Engagementpolitik

dlv-Begleitveranstaltung im Rahmen des 9. Zukunftsforums bei der IGW über Rahmenbedingungen für eine gelingende Integrationspolitik

Berlin, 21.01.2016 – Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte dlv-Präsidentin Brigitte Scherb bei der Begleitveranstaltung „Willkommenskultur gestalten_Netzwerke für eine gelingende Integrationspolitik im ländlichen Raum“ begrüßen.

Erfahrungen und Erkenntnisse aus einem Praxisforschungsprojekt zur Etablierung von Integrationskonzepten ländlicher Kommunen steuerte Gudrun Kirchoff (Deutsches Institut für Urbanistik) in ihrem Eingangsstatement bei. Dabei machte sie deutlich, dass die ländlichen Räume trotz aller Hemmnisse viel Potenzial haben. Flache Hierarchien, die hohe Bedeutung von Vereinen und Verbänden sowie die räumliche Nähe und lokal verankerte klein- und mittelständische Unternehmen seien solche Potenziale. Wichtig seien zudem Schlüsselpersonen in Politik, Verwaltung und Verbänden, die die Integration von Flüchtlingen  als Bestandteil ihres Handelns in den Mittelpunkt rücken.

„Wir Vereine und insbesondere deren Vorsitzende haben hier eine große Bedeutung. Damit Integration langfristig gelingt, braucht es aber nicht nur eine entsprechende Haltung, sondern auch Ressourcen“, so Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes. „Ehrenamtliches Engagement braucht Unterstützung, Beratung und Fortbildung“, so eine Forderung von Brigitte Scherb.

Außergewöhnlich war die Vorstellung des bürgerschaftlichen Engagements der Initiative „Willkommen in Gransee“ (Landkreis Oberhavel). Innerhalb eines Jahres ist es der Initiative gelungen, die geflüchteten Menschen aus der kommunalen Gemeinschaftsunterkunft in das dörfliche Leben zu integrieren und die Skepsis der Bevölkerung ins Positive zu wenden. Der Schlüssel für den Erfolg liegt in dem persönlichen Engagement der Bürger, aber auch in der direkten Unterstützung durch den Bürgermeister und finanzieller Unterstützung aus der lokalen Wirtschaft.

In der abschließenden Diskussion standen Fragen der nachhaltigen Netzwerkbildung sowie notwendige Rahmenbedingungen im Vordergrund. Timm Fuchs vom Deutschen Städte- und Gemeindebund und Kathrin Funk vom Bund der Deutschen Landjugend stellten die Chancen für die ländliche Bevölkerung in den Fokus. Einig war sich das Podium, dass das Zusammenspiel von Arbeits-, Infrastruktur- und Engagementpolitik aktiv gesteuert werden muss. Interkulturelle Kompetenz in der Verwaltung, die Kommunikation mit der Bürgerschaft  und die konkrete Einbindung der geflüchteten Familien in die lokalen Aktionen und Projekte befördern die gute Integration der neuen Mitbürger.

Die Begleitveranstaltung des dlv fand im Rahmen des 9. Zukunftsforums des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft im Rahmen der IGW 2016 statt.

 

Aktiv für Frauen und ihre Familien im ländlichen Raum:
Über den Deutschen LandFrauenverband e.V. (dlv)

Der Deutsche LandFrauenverband e.V. (dlv) ist der bundesweit größte Verband für Frauen, die auf dem Lande leben, und deren Familien. Ziel ist, die Lebensqualität, die Arbeitsbedingungen und die gesellschaftliche Teilhabe im ländlichen Raum zu verbessern. Der dlv vertritt die politischen Interessen aller Frauen in ländlichen Regionen und den Berufsstand der Bäuerinnen.

500.000 Mitglieder, 12.000 Ortsvereine, 22 Landesverbände bilden zusammen ein starkes Netzwerk. Der Verband nutzt seine gesellschaftliche Kraft, um die soziale, wirtschaftliche und rechtliche Situation der Frauen zu verbessern. Präsidentin ist Brigitte Scherb.

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