29. September 2016 · LandFrauen und Landwirtschaft

Erntekrone der deutschen Landwirtschaft

BDL, DBV und dlv übergeben die Erntekrone der deutschen Landwirtschaft an den Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt
dlv-Präsidentin Brigitte Scherb bei der Übergabe der Erntekrone der deutschen Landwirtschaft

Bund der Deutschen Landjugend, Deutscher Bauernverband und Deutscher LandFrauenverband übergeben Erntekrone an Landwirtschaftsminister

Die Erntekrone der deutschen Landwirtschaft wurde bei einem Gottesdienst an den Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt stellvertretend für die Regierung übergeben. Symbolisiert die Krone traditionell Dankbarkeit für die Ernte, so erinnert sie nun auch im politischen Berlin an die Herkunft unserer Nahrungsmittel.

Die 41 Kilogramm schwere Erntekrone wurde in liebvoller Handarbeit von der Rheinischen Landjugend gebunden und nach Berlin gebracht. Sie haben an dem künstlerischen Werk aus Gerste und Roggen, aus Dinkel, Weizen und Mais ein Wochenende gearbeitet, das jetzt den Dienstsitz des Bundeslandwirtschaftsministers ziert.

Der Vorsitzende des Bundes der Deutschen (BDL) Landjugend Sebastian Schaller, der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV) Joachim Rukwied und die Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) Brigitte Scherb übergaben dem Bundeslandwirtschaftsminister die Erntekrone gemeinsam mit den Landjugendlichen.

Bauernpräsident Joachim Rukwied betonte, dass Erntedank ein Fest der Freude und des Dankes ist. „Doch gefüllte Lebensmittelregale sind auch heute keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis der engagierten Arbeit der Bauernfamilien in unserem Land. In diesem Jahr wurde wieder einmal deutlich, wie abhängig die Landwirtschaft auch heute noch von der Natur ist. Durch den regenreichen Sommer mit zahlreichen Unwettern und Starkregenereignissen konnten die Bauern in einigen Regionen nur eine weit unterdurchschnittliche Ernte einbringen. In Verbindung mit den niedrigen, teils nicht kostendeckenden Erzeugerpreisen ist die wirtschaftliche Situation auf manchen Betrieben existenzgefährdend. Die Sorge um die Zukunft ist groß. Doch die Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln wird durch die schlechte Ernte in unserem Land nicht gefährdet, dank der Erfolge in der Züchtung, durch Düngung und Pflanzenschutz. Dies erfüllt unsere Bauern zu Erntedank auch mit einem gewissen Stolz. An Erntedank denken wir aber auch an die weltweite Situation. In den armen Ländern der Welt herrscht Hunger und Unterernährung, ist das tägliche Brot nicht gesichert. Mit den Bauern in diesen Regionen werden wir gemeinsam an den Problemlösungen arbeiten."

„Wenn wir heute loben und danken, dann denken wir auch an andere. Erntedank ist nicht nur eine Symbol des Reichtums der Schöpfungsgabe Gottes, sondern auch Symbol für ihre Verletzlichkeit. Wir haben in Deutschland die Nachhaltigkeit zum Leitbild unserer Landwirtschaft erhoben und nehmen unsere Aufgabe in großer Verantwortung wahr“, so Brigitte Scherb, dlv-Präsidentin. „Gleichzeitig ist die weltweite Bekämpfung von Hunger und Unterernährung eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Ein Weg, den wir verfolgen müssen, ist es Bäuerinnen in den betroffenen Ländern für die Versorgung ihrer Familien Zugang zu Land, Produktionsmitteln, Bildung, Märkten und letztendlich zu besseren Preisen zu ermöglichen. Eine leistungsfähige Landwirtschaft bildet den Grundstein für den Wohlstand aller Völker dieser Erde.“

„Wenn immer mehr Nahrungsmittel um die ganze Welt reisen, bevor sie auf unsere Teller kommen, können wir hier bald keinen Erntedank mehr feiern“, mahnt Sebastian Schaller. Der Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) fordert mehr Wertschätzung für diejenigen, die hierzulande für die Ernte sorgen. „Für uns ist die Erntekrone in diesem Jahr auch ein Symbol der Hoffnung und unserer Gesprächsbereitschaft. Um unsere Gesellschaft voranzubringen, brauchen wir konstruktiven Austausch und keine Luftblasen von Bedenkenträgern“, sagte der junge Mann zukunftsgewandt. Er machte im gut gefüllten Französischen Dom in Berlin nicht nur auf bedenkliche Entwicklungen aufmerksam, sondern nahm auch die Gelegenheit wahr, für die Ernte zu danken.

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