13. September 2012

Einheit in der Vielfalt – mehr politische Interessenvertretung notwendig

Treffen der Bäuerinnen- und LandFrauenverbände aus dem deutschsprachigen Raum im Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg, Thurgau

„Nur gut informierte Mitglieder sind motivierte Mitglieder und bereit, sich in ihren Vereinen zu engagieren. Es ist die Mischung aus Information und Vernetzung der LandFrauen untereinander, die den Reiz der Verbandsarbeit ausmacht. Das zu erhalten und zeitgemäß anzupassen, verlangt nicht nur eine hohe Professionalität der Verbandsarbeit, sondern auch personelle und finanzielle Ressourcen sowie die tätige Unterstützung der Politik“, so das Fazit von Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes e.V. (dlv) zum Treffen der LandFrauenverbände aus dem deutschsprachigen Raum vom 6. bis 8. September 2012.

Eingeladen hatte diesmal der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband. Auf der Tagesordnung standen die Themen Verbandsentwicklung und Kommunikation. Dass hierbei die Unterschiede sehr groß sind, ergibt sich schon aus den Strukturen der Verbände. In den meisten Ländern ist LandFrau gleichbedeutend mit Bäuerin. Nur die Verbände aus Deutschland und der Schweiz sind offen für alle Frauen, die in ländlichen Räumen zuhause sind - mit Blick auf die zukünftige Mitgliederentwicklung und die Effizienz der Verbandsarbeit ein interessanter Aspekt für die Teilnehmerinnen.

Der intensive Austausch zeigte neben der großen Vielfalt der Themen, mit denen LandFrauen in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, auch Defizite. LandFrauen und insbesondere die Bäuerinnen unter ihnen praktizieren Ernährungsbildung, generieren Zusatzeinkommen auf den Höfen und geben der Direktvermarktung ein Gesicht. In den Alpenländern sind zudem deutlich mehr Frauen als in Deutschland auch Betriebsleiterinnen. Dieses Engagement ist durchaus anerkannt und wird oft in bunten Bildern und ausgeklügelten Marketingstrategien der Öffentlichkeit schmackhaft gemacht. Was fehlt ist die Anerkennung als Mitunternehmerin, die soziale Absicherung und eine gleichberechtigte Vertretung im Berufsstand. Man war sich darüber einig, dass Veränderungen nur durch politische Einflussnahme möglich sind.

„In Deutschland haben wir auf dieser Schiene schon einige Kämpfe ausgefochten und uns einen Namen gemacht. Wir wollen lebendige Dörfer, in denen Frauen wie Männer und insbesondere die junge Generation gute Bleibeperspektiven haben. Dazu müssen die Chancen zwischen den Geschlechtern gerecht verteilt werden. Das betrifft die Regionalentwicklung genauso wie die Landwirtschaft als Erwerbs- und Wirtschaftszweig. Es macht Sinn hier voneinander zu lernen und über ein gemeinsames strategisches Vorgehen auf europäischer Ebene nachzudenken. Meine Vision ist ein europäischer LandFrauenverband, der als politischer Interessenvertreter für alle Frauen in den ländlichen Räumen agiert und so die ‚Einheit in Vielfalt‘ praktisch organisiert“, fasst die dlv-Präsidentin zusammen.

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