22. Januar 2015 Aktuelles · Kompetent im Alltag

Bei den Kleinen anfangen und bei den Großen nicht aufhören

In einem gemeinsamen Antrag fordern die Koalitionspartner CDU / CSU und SPD mehr Einsatz für Ernährungs- und Verbraucherbildung. Ein Ansinnen, das der Deutsche LandFrauenverband (dlv) unterstützt und sich eine baldige, breite Umsetzung von Maßnahmen wünscht. Es ist dringend notwendig, in bessere Bildung von Kindern und Jugendlichen bei den Alltags- und Lebenskompetenzen zu investieren. Es kann der Gesellschaft nicht gleichgültig sein, wenn Kenntnisse über Herkunft und Produktion von Lebensmitteln nicht mehr vorhanden sind. Denn die Folgen sind nicht nur falsche Ernährung und schlechte Gesundheit, sondern auch mangelnde Wertschätzung und Verschwendung von Lebensmitteln. Daher fordern die LandFrauen schon seit mehreren Jahren ein eigenständiges Unterrichtsfach zur Vermittlung von Alltagskompetenzen, wozu ausdrücklich auch Ernährungsbildung gehört. Schulfach oder fächerübergreifend – wie auch immer die Lösungen in den einzelnen Bundesländern aussehen – die dafür nötigen Inhalte müssen in die Ausbildung von Pädagoginnen und Pädagogen einfließen. Der dlv tritt dafür ein, Alltagskompetenzen im Bildungssystem über alle Altersgruppen hinweg zu verankern.

Ein Beispiel dafür sind die SchmExperten, die Weiterentwicklung des aid-Ernährungsführerscheins. Im Rahmen des IN FORM-geförderten Pilotprojekts unterstützen LandFrauen Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen dabei, SchmExperten zu werden – entweder in der Nachmittagsbetreuung oder im Team mit der Lehrkraft im Regelunterricht. Die Lehrerinnen und Lehrer profitieren von der Expertise der LandFrauen, die über einen hauswirtschaftlichen bzw. ernährungswissenschaftlichen Hintergrund verfügen. Sie geben Unterstützung bei der Umsetzung und ermutigen die Lehrerinnen und Lehrer das Konzept auch selbstständig durchzuführen. Das Pilotprojekt endet im Sommer. Eine Fortführung der SchmExperten mit den LandFrauen in den nächsten Jahren würde ermöglichen, gemeinsam vielen Schülerinnen und Schülern grundlegende Ernährungskenntnisse ganz praktisch und alltagsnah zu vermitteln. Schon beim aid-Ernährungsführerschein hat sich das Konzept bewährt. Gemeinsam konnten mit den LandFrauen rund 170.000 Grundschulkinder erreicht werden. 

Auch im Bereich Schulverpflegung hat der dlv klare Forderungen. Ziel muss eine gesetzliche Zertifizierung der Anbieter auf Grundlage der DGE-Qualitätsstandards für die Schulverpflegung sein. Junge Menschen müssen an einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln herangeführt werden. Das sollte im Unterricht ebenso wie in der Gemeinschaftsverpflegung stattfinden. Will die Schulverpflegung den Zielen gerecht werden, der Prävention und der Gesundheitsförderung zu dienen, muss sie als Teil der Ernährungsbildung verstanden und umgesetzt werden. Unabhängig vom Verpflegungssystem muss jede Schule über eine Küche verfügen, in der praktische Ernährungsbildung stattfinden kann. Der Geldbeutel der Eltern darf keine Rolle spielen, wenn es um eine gute und gesunde Kita- und Schulverpflegung geht. Kein Kind sollte aus finanziellen Gründen von den gemeinsamen Mahlzeiten ausgeschlossen sein.

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